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Lokalsport
Keine Spieler mehr: SSV Berghausen meldet seine Fußball-A-Junioren ab

Langenfeld. Die Fußball-Jugendabteilung des SSV Berghausen genießt über die Stadtgrenzen hinaus einen ordentlichen Ruf. Ein Höhepunkt in jedem Jahr ist das erstklassig besetzte U-15-Turnier, das auch kürzlich wieder ein voller Erfolg war. In der vergangenen Saison hatten zudem die A-Junioren als einziges Langenfelder Team die direkte Qualifikation für die Bergische Leistungsklasse geschafft. Doch ausgerechnet diese Mannschaft (Jahrgänge 1998/1999) zog Jugendleiter Helmuth Höhn jetzt vom Spielbetrieb zurück, weil nicht mehr genügend Spieler vorhanden waren. "Der Trainer Stefan Beineke hat mir vor der Saison zugesagt, dass er weitermachen würde. Mitte Juli habe ich ihn dann freigestellt, weil er plötzlich nicht mehr zum Training gekommen ist", sagt Höhn.

Als Nachfolger sollte der B-Junioren-Trainer Achim Schulte einspringen, doch zu diesem Zeitpunkt hatten bereits zu viele Spieler den Verein verlassen. "Die Jungs haben die Brocken hingeworfen, weil sie dachten, dass nichts mehr vom Verein kommen würde", meint Höhn. Rund zehn Akteure verstärken nun die Jugend-Teams anderer Vereine wie HSV Langenfeld, TSV Aufderhöhe, SC Reusrath, FC Monheim und TuSpo Richrath.

Die Talente Benedikt Kremer, Severin Krayer und Maximilian Siemon sind darüber hinaus inzwischen für den Kreisligisten Richrath akiv, obwohl sie noch ein Jahr in den A-Junioren aktiv sein könnten. In Richrath treffen sie nun unter anderem auf Beineke, der als Assistent den TuSpo-Cheftrainer Daniel Honnef unterstützt. Vor einigen Jahren arbeiteten die beiden bereits in der Berghausener Jugendabteilung zusammen - und sie pflegen ein freundschaftliches Verhältnis. "Kremer kann bereits mitspielen. Jetzt wollen wir versuchen, auch für Krayer und Siemon eine Freigabe zu bekommen", erläutert Honnef.

Aufgrund der vielen Wechsel bestanden die A-Junioren des SSV zum Schluss nur noch aus vier Spielern. "Seit 1996 gab es immer A-Junioren bei uns", berichtet Höhn, "wir hatten oft sehr erfolgreiche Mannschaften. Zwei Mal waren wir sogar für die Niederrheinliga qualifiziert. Das Team ist auch als Unterbau für unsere erste Mannschaft wichtig." Seiner Rechnung nach haben in den vergangenen acht Jahren mehr als zwölf Nachwuchs-Spieler an der Baumberger Straße den Sprung ins Bezirksliga-Team geschafft.

"Mich ärgert, dass das, was in 20 Jahren aufgebaut wurde, durch so eine Aktion kaputt gemacht wurde", meint Höhn. Als Trainer will er nicht mehr arbeiten, sondern jüngeren Kollegen das Feld überlassen. Er sieht immerhin trotzdem die Chance, dass Berghausen Neuzugänge bekommt und dann wieder eine Mannschaft stellen kann. Höhn: "Ich versuche jetzt, einen Trainer zu finden und die Spieler des Jahrgangs 1999 zurückzuholen. Sie können ja noch ein weiteres Jahr in der A-Jugend spielen."

(fas)
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