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Langenfeld feiert ein "geiles" Handball-Spiel

Lokalsport: Langenfeld feiert ein "geiles" Handball-Spiel
Freistilringen: Dass Sven Kniesche (grünes Trikot/mit Ball) in Aldekerks Abwehr eine herzhafte Betreuung vorfand, war typisch fürs Oberliga-Spitzenspiel. Beide Mannschaften nutzten das Regelwerk über weite Strecken zumindest bis sehr dicht an die Grenzen des Erlaubten aus. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Der Oberligist gewann dank einer starken Vorstellung mit 26:25 gegen Aldekerk - das einen letzten Strafwurf nicht nutzen konnte. Von Michael Deutzmann

Gut, dass der Duden die eine oder andere sehr griffige Bemerkung zulässt. Und mit dieser begann nach dem Spiel des Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL) gegen den TV Aldekerk fast jeder Satz: "Geil." Das heißt salopp nichts anderes als "in begeisternder Weise schön, gut, großartig oder toll". Und besser ließen sich die packenden 60 Minuten kaum zusammenfassen. Dass ein Plus an Freude bei den Gastgeber lag, ließ sich nachvollziehen. Die SGL schaffte ja im Krimi mit dem hauchdünnen 26:25 (11:11) das Happy End. In den Mittelpunkt einer an Höhepunkten sowieso nicht armen Partie rückte dabei Torhüter Tobias Geske. Zwölf Sekunden vor dem Abpfiff gab es einen Siebenmeter für die Gäste. Und ein kleines bisschen später war Geske unter einer Traube von Mitspielern fast verschwunden.

Aldekerks Fabian Schneider hätte für den Oberliga-Meister der vergangenen Saison das 25:25 erzielen können. Doch sein Wurf fand den Weg nicht in den Kasten - was für viele an einer Blitzreaktion des SGL-Torhüters lag. In Wirklichkeit ging das Spielgerät jedoch an den linken Außenpfosten. Das gab Geske später zu: "Klar habe ich den Ball gehalten - aber nur mental und nicht körperlich." Anschließend bewies er taktisches Geschick, indem er jedes Anspiel-Risiko vermied, den Abwurf erst leicht verzögerte und den Ball dann in die am weitestens entfernte Ecke der Halle warf.

Trainer Dennis Werkmeister fand die Gesamtleistung seines Keepers, der zahlreiche Glanzparaden zeigte, sowieso "phänomenal". Ähnlich sah Werkmeisters treffendes Urteil für die Einsatzbereitschaft, die Leidenschaft und das intensive Ackern der Abwehr aus: "Die Deckung hat wahnsinnig gut funktioniert. Und wir hatten unglaublich viel Disziplin in der Spielsteuerung." Der Zugriff schien der SGL nur in einer Phase zu entgleiten, als sie nach dem (10.) fast 14 Minuten lang keinen Treffer erzielte und sich nach fünf Gegentoren hintereinander mühsam wieder herankämpfen musste - 6:8 (21.), 7:8 (24.), 9:9 (27.), 10:10 (28.), 11:11 (30.).

Der gute Start in die zweite Hälfte brachte weder beim 19:15 (42.) noch beim 20:16 (44.) eine Entscheidung. Auf das 21:18 (46.) und 23:20 (52.) fanden die Gäste wieder die für eine dramatische Schlussphase richtigen Antworten - 23:22 (54.), 24:24 (57.), 25:25 (58.). Langenfeld drohte eine Niederlage, zumal der glänzende Abwehrchef Andreas Nelte nach dem Ausgleich weiter eine Zeitstrafe absaß. André Boelken erzielte trotz Unterzahl das 26:25 (59.) und eröffnete damit die turbulente Schlusssequenz, in der die SGL noch einmal alles in die Waagschale warf.

Erst stand erneut Nelte im Mittelpunkt, als er Aldekerks angeschlagenem Fabian Schwartz beim Weg nach draußen half - wofür es auf auch von den Fans der Gäste Applaus gab. Anschließend machte sich der älteste SGL-Spieler mit Herzblut zurück an die Defensiv-Arbeit. Dabei soll er kurz darauf regelwidrig im Kreis gestanden haben, sodass es den letzten Siebenmeter für die Gäste gab. Ein 25:25 hätte sich deshalb wohl besonders für Nelte wie eine Niederlage angefühlt. Es kam anders, weil Torhüter Geske den Ball "mental" abwehrte. Und spätestens da waren sich alle Langenfelder einig: "Geil."

SG Langenfeld: Geske, Riebau - Thöne (4), Wolter (3), Preissegger, Menzlaff (5), Adams, Schickhaus, Kniesche (1), Stolley, Eich (4/2), Boelken (4/2), Zimmermann (3), Nelte (2).

Quelle: RP
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