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Langenfeld gewinnt - aber nur die zweite Hälfte

Lokalsport: Langenfeld gewinnt - aber nur die zweite Hälfte
Alles gegeben: Linkshänder Henrik Heider musste im rechten Rückraum auf dem Weg zu seinen vier Treffern oft Schmerzen erleiden. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Der Handball-Drittligist erkämpfte sich beim 29:32 gegen den Leichlinger TV nach einem miserablen Start ein akzeptables Resultat. Von Michael Deutzmann

Auf den ersten Blick sind die Handballer der SG Langenfeld (SGL) tatsächlich ein Stück vorangekommen. Das Ergebnis, das nach dem Rückrunden-Auftakt in der 3. Liga gegen den Leichlinger TV auf der Anzeigetafel zu lesen war, sah ja nicht verkehrt aus - 29:32 (12:19). Das geht für einen Tabellenletzten, der auf den Westdeutschen Meister und aktuellen Tabellenvierten trifft, ziemlich in Ordnung. Außerdem hatte der Aufsteiger Langenfeld vor vier Monaten bei seiner Drittliga-Premiere in Leichlingen mit 28:39 verloren und die bis heute höchste Saison-Niederlage kassiert. Jetzt deutete nach einem total verkorksten Start erneut alles auf eine bittere Pleite hin, ehe die SGL deutlich zulegte und den zweiten Durchgang für sich entschied (17:13). Trainer Dennis Werkmeister fand diesen Teil begeisternd: "Die zweite Halbzeit war richtig, richtig gut."

Langenfelds Plan sah vor, in der Deckung hart zuzupacken. Wunsch und Wirklichkeit passten jedoch nicht zusammen - 1:4 (6.), 3:6 (8.), 3:9 (13.), 6:13 (20.), 7:15 (24.). Die SGL produzierte vorne Stückwerk und leistete sich hinten ebenfalls zu viele Fehler, sodass ein zum Tabellenstand passender Auftritt herauskam. Beim 12:19 nach 30 Minuten schienen die Hausherren erneut auf eine schmerzhafte Pleite zuzusteuern. Nicht mal ein annehmbares Ergebnis schien in Frage zu kommen.

Es kam anders - weil der Außenseiter den Kampf annahm und durch ungewöhnliche Maßnahmen für Druck sorgte. Aus dem 13:20 (32.) machte Langenfeld das 16:20 (37.), denn die nun extrem offensive Abwehr brachte den Gegner aus dem Rhythmus. Die Gäste fanden zuerst Antworten - 17:25 (44.). Wenig später gab es viel Platz auf dem Parkett, als es in schneller Folge die Leichlinger Christian Mergner, Carsten Lange (beide 46.) und David Kreckler (47.) mit Zeitstrafen erwischte. Bei der SGL traf es Philipp Wolter, der Sekunden zuvor das 19:25 erzielt hatte (47.). Als beide wieder komplett waren, hatte die SGL auf 22:26 verkürzt (49.) und gegen längst schläfrig wirkende Gäste auf einmal eine neue Perspektive.

Nach dem 26:30 (55.) durch André Eich und dem 27:30 (56.) durch Tim Menzlaff fing Vinzenz Preissegger das Spielgerät ab. Sein Pech: Beim Kontroll-Versuch sprang ihm der Ball an den Fuß, sodass Leichlingen einen Freiwurf zugesprochen bekam und die Chance dahin war (57.). Mehr Glück hatte Leichlingens Moritz Barwitzki, dessen endgültig entscheidendes 31:27 (57.) aus dem Gewühl heraus in die Kategorie Slapstick-Treffer gehörte.

"Wenn das Spiel fünf Minuten länger dauert, verlieren die hier", fand SGL-Trainer Werkmeister später, "wenn wir mit so einem Einsatz gegen die anderen Mannschaften spielen, werden wir noch punkten." Weniger euphorisch sah es Rückraumspieler Tim Menzlaff, der im Duell mit seinem Ex-Verein erst spät in die Partie fand und vier Treffer erzielte. "Hinten heraus haben wir für ein bisschen Kribbeln gesorgt", meinte der Rückraumspieler, "so richtig viel war aber nicht mehr drin. Vom Ergebnis her ist das in Ordnung, doch eigentlich war es die ganze Zeit eine klare Kiste."

Kapitän Matthias Herff richtete den Blick nach vorne: "Es ist gut, dass das noch so ausgegangen ist. Und man hatte das Gefühl, es hätte ein bisschen enger werden können - aber nicht, dass wir noch gewinnen können. Die Phase am Anfang hat uns das Genick gebrochen. Über das ganze Spiel hinweg könnten wir vielleicht sagen, wir sind zufrieden. Aber das alleine reicht nicht." Es bleibt tatsächlich der springende Punkt, dass die SGL ohne mehr Konstanz immer Schwierigkeiten haben wird. Deshalb ist sie auf den zweiten Blick eher wenig vorangekommen.

Vielleicht hilft für die Aufgabe am Samstag (19.30 Uhr) beim Zehnten HSG Krefeld der Rückblick auf den 10. September 2016. Damals gab es bei der Drittliga-Heimpremiere ein völlig verdientes 30:30 gegen Krefeld. Langenfeld verpasste nur um Millimeter den Sieg, weil es über 60 Minuten perfekt im Spiel war.

SG Langenfeld: Joest, Geske - Thöne (2), Schulz, Heider (4), Wolter (4), Preissegger, Adams (2), Klimke, Herff (2), Eich (9/4), Boelken (2), Menzlaff (4), Nelte.

Quelle: RP
 
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