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Lokalsport
Langenfeld ist schon im Hamburg-Fieber

Langenfeld. Der Handball-Oberligist kann fürs Endspiel des Deutschen Amateur-Pokals am 1. Mai vermutlich nur rund 70 Fans mit Tickets versorgen. Trainer Dennis Werkmeister und seine Mannschaft wollen trotzdem alles für den Erfolg geben. Von Michael Deutzmann

Der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) spielt eine großartige Saison und er hat die an sich selbst gerichteten Erwartungen bereits übertroffen. Trotzdem soll das Beste erst noch kommen, denn Langenfeld will sich zwei Träume erfüllen. Der Tabellenführer hat zuerst die Chance, in den letzten drei Spielen bis zum 23. April die Meisterschaft zu holen. Dahinter lauert die Gelegenheit, den Aufstieg zu realisieren und dann das Abenteuer 3. Liga zu wagen. Rot angestrichen im Terminkalender ist zudem der 1. Mai mit dem Finale um den Deutschen Amateurpokal in Hamburg. Langenfeld freut sich sehr auf das Spiel gegen den HC Glauchau/Meerane aus der Mitteldeutschen Oberliga - und saß jetzt mit dem Kontrahenten sogar in einem Boot. Beide Endspiel-Teilnehmer haben ein echtes Karten-Problem. Grundtenor: "Du kommst hier nicht rein."

Das Amateur-Finale ist Teil des Groß-Ereignisses "Final Four" der Profis aus der Bundesliga. Deren am 1. Mai um 15 Uhr beginnendes Pokalfinale steht im Mittelpunkt - was sich für die Oberligisten kompliziert auswirkt, weil das Turnier seit Langem komplett ausverkauft ist. Langenfeld und Glauchau/Meerane bekommen für die Veranstaltung vom Deutschen Handball-Bund (DHB) je 20 Freikarten, sodass gerade Trainer, Mannschaften und Betreuer versorgt sind. Für die Fans bleibt naturgemäß kein Ticket übrig.

Die SGL begann unmittelbar nach dem 32:30 im Halbfinale beim HSV Apolda (Thüringen) nach Lösungen zu fahnden. Ergebnis: Es gab ein Kontingent von 50 Kaufkarten aus der Kategorie 2, für die pro Stück 134 Euro auf den Tisch zu legen waren. Außerdem konnte Langenfeld knapp zehn Karten für jeweils rund 150 Euro aus der noch teureren Kategorie 1 auftreiben. In der Addition folgt daraus, dass wohl nicht mehr als 70 Handball-Freunde das Team nach Hamburg begleiten können. In der ersten Runde beim TuS Spenge (Westfalen) und zuletzt in Apolda (Thüringen) waren es ähnlich viele, im Viertelfinale bei der HSG Siebengebirge/Thomasberg (Mittelrhein) deutlich mehr.

Manche dürften ähnlich denken wie der stellvertretende Langenfelder Abteilungsleiter Uwe Stolley: "Ich finde es enttäuschend, wie das organisiert ist." Trainer Dennis Werkmeister ist ebenfalls wenig begeistert, will sich jedoch mit der Mannschaft die Freude auf das einmalige Erlebnis nicht verderben lassen. "Natürlich ist das extrem wenig. Ich schätze, dass wir ungefähr 200 Karten gebraucht hätten", sagt der Coach, der sich jetzt lieber auf die sportliche Vorbereitung konzentrieren will.

Wer ein Ticket hat, kann immerhin den Handball und Hamburg zu einem Erlebnis-Wochenende verbinden. Die Tickets sind Dauerkarten, die bereits für die Final-Four-Halbfinals am Samstag gelten. Am Sonntag gibt es um 11.45 Uhr das Finale des Amateurpokals und um 15 Uhr das Endspiel der Profis. Dieses Ereignis und alle möglichen Proben nehmen derart viel Raum ein, dass die Oberliga-Handballer vorher gar nicht die riesige Barclaycard-Arena mit ihren 16 000 Plätzen benutzen dürfen. "Wir machen uns in der Halle gegenüber warm und gehen dann rüber", erzählt Werkmeister. Die Ballsporthalle der Volksbank-Arena haben früher unter anderem die Handballer des inzwischen insolventen HSV Hamburg zum Training genutzt. Vielleicht schafft es die SGL doch, von dort einen Hauch von Erstklassigkeit mitzunehmen. Das Beste soll schließlich zum Schluss kommen.

Quelle: RP
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