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Langenfeld ist weiter im Handball-Fieber

Lokalsport: Langenfeld ist weiter im Handball-Fieber
Hände hoch für den Sieg: Torhüter Tobias Hanke ist ein echter Teamplayer und durch seine überragende Einstellung das beste Beispiel dafür, warum Langenfeld zurzeit so erfolgreich ist. ) FOTO: SG Langenfeld/RP-Foto: Ralph Matzerath (ARCHIV
Langenfeld. Der frischgebackene Aufsteiger in die 3. Liga steht vor dem nächsten Höhepunkt seiner außergewöhnlich erfolgreichen Saison. Am Sonntag bestreitet das Team von Trainer Dennis Werkmeister das Finale des Deutschen Amateurpokals. Von Michael Deutzmann

Etwas fehlt da noch. Immer noch. Grundsätzlich könnten die Handballer der SG Langenfeld (SGL) ja bestens damit leben, dass sie als Meister aus der Oberliga in die 3. Liga aufgestiegen sind. Alleine das war schon der bisher größte Erfolg in der Vereinsgeschichte - den die Mannschaft am vergangenen Wochenende auch ausgiebig zu feiern verstand. Bereits am Montag begann die Vorbereitung für ein Extra-Erlebnis. Das, was bis vor gar nicht langer Zeit vor allem ein schöner Traum war, ist schließlich wahr geworden. Langenfeld steht im Endspiel des Deutschen Amateurpokals, das eingebettet ist ins Final-Four-Turnier der Bundesliga-Profis. Die SGL trifft am Sonntag (11.45 Uhr) in Hamburg auf den HC Glauchau/Meerane aus der Mitteldeutschen Oberliga. Tobias Hanke fasst zusammen, was alle denken: "Ich freue mich sehr darauf. Natürlich ist diese Saison nicht so schnell zu toppen. Aber der i-Punkt fehlt noch." Übersetzt heißt das: Wir wollen den Pokal nach Langenfeld holen.

Vor ein paar Wochen entschied Trainer Dennis Werkmeister, dass der Torhüter in der kommenden Saison nicht mehr zum Stammpersonal der ersten Mannschaft gehören wird. "Das war für mich ein Schlag", gibt der 29 Jahre alte Keeper zu, der als Polizist im Streifendienst tätig ist und seinen Beruf liebt: "Das ist für mich der beste Job, den ich bekommen konnte." Wegen der Wechselschichten ist es jedoch unmöglich, dass Hanke jede Trainingseinheit mitmacht. "Von daher kann ich Dennis' Entscheidung nachvollziehen", sagt Hanke.

Seine sportliche Zukunft ist noch völlig offen und der Keeper-Kollege Tobias Geske in der Regel auch die Nummer eins auf dem Posten zwischen den Pfosten - was Hanke selbstredend weiß. Trotzdem ist er immer da, wenn ihn die Mannschaft braucht. Dafür bot alleine die Zeit nach der "Kündigung" bemerkenswerte Beispiele. Im Viertelfinale des Amateurpokals etwa beim Mittelrhein-Oberligisten HSG Siebengebirge/Thomasberg rückte Hanke ins Start-Aufgebot, weil Geske die Woche zuvor nicht trainiert hatte. Fürs Pokal-Halbfinale beim HSV Apolda fiel dann Hanke wegen einer Knieverletzung aus - und machte die weite Reise nach Thüringen trotzdem mit. Zuletzt beim für die Meisterschaft wichtigen 30:21 gegen Unitas Haan kam Hanke in der zweiten Halbzeit - und war da nach dem 12:12 ein wertvoller Eckpfeiler. Trainer Werkmeister findet das Verhalten großartig: "Er weiß auch, wie sehr ich das zu schätzen weiß."

Viel spricht ohnehin dafür, dass die SGL ihre Chance auf den Sieg erneut als Kollektiv suchen muss. Ein rasches Comeback der zuletzt fehlenden Matthias Herff (Schulter) und Henrik Heider (Bänder) gilt eher als unwahrscheinlich. Für alle Fälle wird wohl zunächst sogar eins der insgesamt 14 Felder auf dem Spielberichtsbogen unausgefüllt bleiben, um im Laufe der Partie personell etwas freier reagieren zu können. Die Vorbereitung bis dahin wird intensiv sein und im Mannschafts-Hotel auch Video-Studium und Taktik-Besprechung umfassen.

Der Spieltag ist dann praktisch von der ersten Sekunde an genau durchgetaktet. Ab 10.45 Uhr dürfen sich die beiden Finalisten in der benachbarten kleineren Volksbank-Arena aufwärmen, ehe ab 11.15 Uhr in der großen Barclay-Card Arena eine Probe-Zeremonie folgt. Präzise für 11.38 Uhr wird es mit dem echten Einlaufen ernst - und um 11.45 Uhr geht es richtig los. Ein Favorit für die Partie ist kaum auszumachen und die Aussichten liegen wohl bei 50:50. Langenfeld erwartet, dass die Aufgabe extrem schwierig wird, will aber ein letztes Mal für diese Saison sämtliche verfügbaren Kräfte bündeln und alle möglichen Akkus anzapfen. "Ich wäre schon enttäuscht, wenn wir nicht gewinnen", erklärt Werkmeister. Tobias Hanke formuliert es sachlich-nüchtern: "Es wäre nicht verkehrt, wenn wir etwas mitnehmen." Etwas fehlt da eben noch. Immer noch. Der Countdown läuft.

Quelle: RP
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