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Langenfeld leidet - und vertagt den Aufstieg

Lokalsport: Langenfeld leidet - und vertagt den Aufstieg
Vorbei: Rückraumspieler Henrik Heider hatte nach seiner Verletzung kurz vor der Pause starke Schmerzen. Bis zu jener Szene standen immerhin schon drei Treffer auf seinem Konto. Dass er ab der 27. Minute fehlte, war einer von vielen Gründen für die Langenfelder Niederlage. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Der zuvor seit November unbesiegte Handball-Oberligist verlor beim Nachbarn TSV Aufderhöhe mit 28:30, weil fast alles schiefging. Von Michael Deutzmann

Es war schmerzhaft, es war laut, es war unangenehm. Und die starke Serie ist gerissen, denn der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) musste mal wieder eine Niederlage hinnehmen. Nach dem 21:24 am 29. November 2015 bei TuSEM Essen II hatte das Team von Trainer Dennis Werkmeister kein Pflichtspiel mehr verloren - im Pokal nicht und in der Meisterschaft nicht. Nun gab es das 28:30 (13:13) beim Vorletzten TSV Aufderhöhe. Die am meisten benutzte Formel: "Dass es ausgerechnet da passieren musste." Die Partie durfte als Derby durchgehen, in dem sich viele der Beteiligten gut kennen. Werkmeister etwa war von 2010 bis 2013 drei Jahre lang für Aufderhöhe tätig. Trotzdem konnte er nicht verhindern, dass Langenfeld so viel falsch machte wie lange nicht mehr. Als Trostpflaster diente immerhin das bald eintreffende Ergebnis des Tabellenzweiten Bergische Panther (32:12 Zähler), der beim ART Düsseldorf mit 20:26 verlor. Langenfeld (33:11 Punkte) hat es zwei Runden vor dem Saisonende weiter in der Hand, die Meisterschaft und den Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen.

"Es lag nicht am Angriff. Wir haben das Spiel in der Deckung verloren", fand der Coach. Sein wegen einer Schulterverletzung zuschauender Kapitän Matthias Herff bestätigte die Einschätzung: "Die Abwehr war heute ausschlaggebend." Langenfeld kassierte überdurchschnittlich viele Gegentreffer - von einem Kontrahenten, der über die schlechteste Offensive der Liga verfügt. 30 eigene Treffer sind zudem der neue Saison-Bestwert für den TSV. Weil sich die SGL auch im Spiel nach vorne von der allgemeinen Hektik anstecken ließ, ergab sich letztlich eine höchst schwierige Mischung.

Nach dem 5:5 (9.) rannten die Gäste vor der Pause immer hinterher - 5:6 (11.), 7:8 (16.), 10:12 (23.), 12:13 (27.). Dann passierte jene Szene, in der Rückraumspieler Henrik Heider heftig umknickte. Der Linkshänder musste erst auf dem Platz behandelt und später ins Krankenhaus gebracht werden. Von dort übermittelte er seinem Coach später die Nachricht, dass nichts gebrochen ist. Eine genaue Diagnose liegt noch nicht vor, doch aller Voraussicht nach ist die aktuelle Saison für Heider gelaufen.

Als Max Adams das 14:13 (32.) erzielt und André Boelken das Aufderhöhe 14:14 (33.) mit dem 15:14 beantwortet hatte, schien der Favorit die Partie trotzdem in den Griff zu bekommen. Beim Stande von 15:15 begann dann der Anfang vom Ende - obwohl Torhüter Tobias Geske zunächst einen Siebenmeter halten konnte (34.). Kurz darauf gab es auf der Gegenseite nach einem Foul an André Eich einen Siebenmeter für die SGL. Der Spielmacher zögerte nicht und übernahm selbst die Verantwortung für den Strafwurf, den er jedoch genau auf Aufderhöhes Keeper Fabian Mann warf.

Die ohnehin bereits hohe Unsicherheit stieg weiter an und Langenfeld traf permanent falsche Entscheidungen, sodass die Partie über das 15:17 (37.), 17:20 (40.), 19:23 (44.), 20:24 (47.), 20:26 (49.) und 23:28 (54.) komplett kippte. Der Spitzenreiter ließ sich immerhin nicht hängen und kam sogar wieder auf 26:28 heran (57.). Hier waren viel Tempo und Druck an Bord - wie sonst viel zu selten.

"Wir haben als Mannschaft verloren. Wir haben nicht das gemacht, was wir trainiert haben", fand Torhüter Geske. Von sich selbst war er ebenfalls nicht begeistert: "Über die Dinger aus dem Rückraum habe ich mich geärgert. Die freien, die ich gehalten habe, waren toll. Aber dafür kann ich mir nichts kaufen." Auch für ihn war es einfach schmerzhaft, laut und unangenehm.

SG Langenfeld: Geske, Riebau - Thöne (1), Heider (3), Wolter (4), Preissegger (1), Menzlaff (2), Adams (3), Schickhaus, Stolley (2), Eich (3/2), Boelken (6/1), Zimmermann, Nelte (3).

Quelle: RP
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