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Langenfeld macht Ernst: "Wir wollen den Titel"

Lokalsport: Langenfeld macht Ernst: "Wir wollen den Titel"
Mittendrin: Langenfelds Spielmacher André Eich (vorne, im Hintergrund Henrik Heider) nahm aus auch mit drei Gegenspielern auf. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Der Handball-Oberligist gewann das begeisternde Spitzenspiel gegen Mönchengladbach mit 26:24 und formuliert seine Ziele neu. Von Michael Deutzmann

Tobias Geske ist so etwas wie die letzte Instanz beim Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL). Was er tut, kann gut und gerne eine Partie entscheiden - was er in dieser Form meist vehement von sich weist. So geschah es auch nach dem 26:24 (12:12) im Spitzenspiel gegen Borussia Mönchengladbach. "Es war okay." Die Wahrheit sah etwas anders aus, denn der 28 Jahre alte Keeper war vor rund 500 Zuschauern der Mann des Abends. Geske half seinem leidenschaftlich kämpfenden Team durch Glanzparaden immer wieder, in die Partie zurückzukommen - und den Sieg ins Ziel zu bringen. Weil Langenfeld alle kritischen Phasen durch eine sehr starke Abwehrleistung und höchsten Einsatz überwand, bestand sie den nächsten Stresstest. Bei 24:8 Punkten bleibt das Team von Trainer Dennis Werkmeister der erste Verfolger des Spitzenreiters Bergische Panther (24:6).

Das Ergebnis hatte direkte Folgen auf die bisherige interne Sprachregelung, nach der die Qualifikation für die neue Nordrheinliga das oberste Ziel war - also mindestens der achte Platz. Die Spieler drückten sich zunächst ähnlich zurückhaltend aus wie ihr Torhüter. "Wer will denn nicht Erster werden?", fragte etwa Tim Menzlaff, der mit sechs Feldtoren beste Langenfelder Werfer. Werkmeisters Übersetzung war deutlich: "Ganz klar. Jetzt wollen wir Meister werden. Irgendwann muss man diesen Anspruch formulieren."

Langenfeld festigte seine Kandidatur für die Meisterschaft und den Traum vom Aufstieg in die 3. Liga durch eine kämpferische Glanzleistung, die so nur eine intakte Mannschaft abzurufen vermag, Auf dem Weg zum Sieg mussten die Gastgeber schnell an ihre Grenzen gehen, denn nach dem 2:0 (4.) ging manches daneben. Fünf Gegentreffer in Folge brachten das 2:5 (11.) und bis zum 4:7 (14.) knirschte überall Sand im Getriebe. Langenfeld meldete sich jedoch zurück und übernahm beim 11:10 (29.) durch Tim Menzlaff erneut die Führung, ehe die Borussia wieder ausglich - 12:12 (30.).

Der Start zur zweiten Hälfte gelang mit dem 13:12 (31.) durch André Eich, dem 14:12 (34.) von André Boelken und dem 15:12 (36.) durch Max Adams perfekt. Als die SGL auf 19:14 (41.) weggezogen war, begann Mönchengladbach offensiver zu decken. Gleichzeitig musste Langenfeld ab jetzt auf Dustin Thöne verzichten, der wegen der dritten Zeitstrafe (mindestens eine musste als Fehl-Entscheidung gelten) die Rote Karte sah (41.).

Die SGL behielt trotzdem oft genug die Übersicht und war immer bereit, letzte Reserven anzuzapfen. Beim 21:20 (51.) drohte noch einmal Gefahr, doch Rechtsaußen Jonas Zimmermann, Menzlaff und erneut Zimmermann sorgten fürs 24:20 (54.). Und als Geske beim Stande von 24:22 (57.) einen Wurf des frei vor ihm auftauchenden Mönchengladbachers Max Wilms famos abgewehrt hatte (58.), nahm der Erfolg endgültig feste Formen an. "Es war ein Top-Spiel zweier starker Mannschaften", sagte Trainer Werkmeister. Er dachte dabei dasselbe wie sein Keeper Geske. der ausnahmsweise deutlicher wurde: "Das war ein geiler Kampf, einfach ein geiler Kampf." Widerspruch regte sich nicht. Wie auch? Geske ist ja so etwas wie die letzte Instanz bei den SGL-Handballern.

SGL: Hanke, Geske - Thöne, Heider, Wolter (1), Preissegger, Menzlaff (6), Adams (2), Herff, Stolley (2), Eich (4), Boelken (7/4), Zimmermann (2), Nelte (2).

Quelle: RP
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