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Lokalsport
Langenfeld und sein größtes Abenteuer

Langenfeld. Der Oberligist tritt am Montag zum Halbfinale des Deutschen Amateurpokals beim HSV Apolda an. Beide Teams liegen im Handball-Fieber. Das Team von Trainer Dennis Werkmeister will seinen Traum vom Finale in Hamburg erfüllen. Von Michael Deutzmann

Wer da einen Favoriten erkennen kann, dürfte in jeder Lotterie sehr gute Chancen auf einen Hauptgewinn haben. Oder sich wahlweise als Kaffeesatz-Leser einen Namen machen. Sicher ist: Die Handball-Euphorie um den Oberligisten SG Langenfeld (SGL) steigt auf die nächste höhere Stufe. Dass die Mannschaft von Trainer Dennis Werkmeister als Tabellenführer aus eigener Kraft die Meisterschaft holen kann, ist ausnahmsweise Nebensache - vorübergehend, versteht sich. Am Ostermontag um 17 Uhr tritt die SGL in Thüringen beim HSV Apolda aus der Mitteldeutschen Oberliga zum Halbfinale des Deutschen Amateurpokals an. Der Sieger darf am 1. Mai zum Finale nach Hamburg - in die Barclaycard-Arena, in der die Bundesliga-Profis ihr Final-Four-Turnier austragen.

Trainer Werkmeister hat schon früher darauf hingewiesen, wie er das sieht: "Wir haben die Chance, etwas Großes zu erreichen." Daran hat sich wenig geändert - und wenn doch, ist das Fieber sogar gestiegen. "Wir würden unglaublich gerne gewinnen", betont der Coach. Die Leidenschaft und das Gefühl, Teil eines außergewöhnlichen Erlebnisses zu sein, teilt er mit dem Team. "Wir haben über Wochen und Monate dafür trainiert", sagt Torhüter Tobias Geske, "es steckt Aufwand dahinter."

Dass er als Torhüter erneut besonders gefordert sein wird, ist klar. "Wir müssen richtig Beton anrühren", glaubt der 28-Jährige, der den Traum vom Finale verwirklichen will. "Niemand ist uns böse, wenn wir nicht gewinnen", glaubt Geske, "aber mir täte es schon weh." Ein Grund: Ein vergleichbares Ereignis wird Langenfeld so schnell nicht wieder haben - vielleicht nie mehr.

"Bei mir merke ich, dass das Kribbeln immer stärker wird", erzählt Kapitän Matthias Herff, "ich hätte am liebsten schon gestern gespielt. Es ist der Wille da, unbedingt nach Hamburg zu kommen." Er glaubt, dass die Mannschaft zumindest eine realistische Chance auf den Einzug ins Finale hat: "Wir sind selbstbewusst. Wenn wir einen guten Tag haben und die Einstellung stimmt, können wir es schaffen."

Die SGL wird zunächst eine über 400 Kilometer lange Busfahrt hinter sich bringen. An Ort und Stelle soll dann genügend Zeit bleiben für einen zum Feiertag passenden Osterspaziergang. In der Werner-Seelenbinder Halle in Apolda wird sich die SGL dann mit ungewohnten Verhältnissen arrangieren müssen. Die kleine Spielstätte fasst lediglich rund 350 Zuschauer - und die meisten müssen stehen. Sitzmöglichkeiten gibt es nur für rund 50 Handball-Fans.

In Regisseur André Eich und Linkshänder Henrik Heider fehlen zwei wichtige Spieler urlaubsbedingt. Trainer Werkmeister demonstriert jedoch Gelassenheit. "Wir können das lösen", glaubt der SGL-Coach, der Steffen Hambrock und Tobias Kolletzko aus der Zweiten hochzieht.

Ein Plus für Langenfeld: Die Mannschaft hat seit dem 29. November 2015 kein Pflichtspiel verloren - und dabei als perfekt funktionierende Einheit immer wieder personelle Probleme überwunden. Beste Beispiele waren das Achtelfinale des Amateurpokals beim TuS Spenge und das Halbfinale bei der HSG Siebengebirge/Thomasberg. In diesen beiden Partien fehlte Abwehrchef und Kreisläufer Andreas Nelte.

Apoldas Trainer Frank Ihl sieht leichte Vorteile bei Langenfeld und kündigt gleichzeitig an, dass es keine Geschenke geben soll: "Wir lassen uns etwas einfallen", sagt Ihl. Sein Wunsch: "Das Spiel soll ein Handball-Fest werden. Und wenn der Gegner verdient gewinnt, werde ich als Erster gratulieren." Ob die SGL diese Glückwünsche entgegennehmen kann? Wessen Traum von Hamburg weiterlebt? Wer das zu prophezeien wagt, sollte rasch einen Lottoschein ausfüllen.

Quelle: RP
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