| 00.00 Uhr

Lokalsport
Langenfeld will die 3. Liga - jetzt erst recht

Langenfeld. Der Handball-Oberligist befindet sich auf dem Weg zum größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Zwei Siege bringen auf jeden Fall die Meisterschaft. Die Mannschaft will heute auch die schwierige Aufgabe gegen den Bergischer HC II lösen. Von Michael Deutzmann

In der jüngeren Vergangenheit hat sich ein Begriff aus dem Englischen in den alltäglichen Sport-Sprachgebrauch geschlichen. "It's crunch time", heißt es da. Gemeint ist: Jetzt geht es ums Ganze, jetzt geht es um die Wurst, jetzt fällt die Entscheidung. Auf den Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL) trifft das auch hundertprozentig zu, denn er biegt auf die Zielgerade der Saison ein - die bis schon bis jetzt ungewöhnlich erfolgreich war. Der Haken: Die Krönung fehlt noch. Die kann das Team von Trainer Dennis Werkmeister jedoch im Endspurt aus eigener Kraft schaffen. Ein sehr wichtiger Baustein ist das Spiel heute (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den Bergischen HC II. "Das ist ein starker Gegner", sagt Werkmeister, "diese Mannschaft hat eine unglaublich gute Spielintelligenz und ein hohes Tempo." Im Aufgabenheft fürs eigene Team steht deshalb glasklar, dass sie hundert Prozent an Leistung und Leidenschaft abrufen muss.

Die durchaus schmerzhafte Niederlage vom vergangenen Wochenende beim Vorletzten TSV Aufderhöhe (28:30) ist kein Thema mehr. "Das haben wir schnell abgehakt", erklärt Andreas Nelte, "das passiert einfach. Wir hatten vorher seit November fast immer gewonnen, selbst die nicht so guten Spiele." Der 33-Jährige, der in der Mannschaft eine zentrale Rolle einnimmt, hatte zugleich eine simple Erklärung für die Niederlage: "Wir hatten nicht unseren besten Tag. Wir haben Deckung und Torhüter nicht unter einen Hut bekommen."

Folgeschäden für den Rest der aktuelle Serie sieht der erfahreneste Handballer im Kader nicht, zumal die interne Laune nur unmittelbar nach dem Schlusspfiff etwas abgekühlt war. "Die Stimmung ist gut. Wir verstehen uns alle super und für mich besteht kein Zweifel daran, dass wir den Aufstieg schaffen. Wir ziehen unser Ding durch. Was wir am vergangenen Samstag verbockt haben, machen wir heute wieder gut." Trainer Werkmeister bestätigt diese Einschätzung: "Die Jungs sind heiß. Alle wollen das wiedergutmachen." Möglicherweise hilft dabei, dass es Henrik Heider doch nicht so schlimm erwischt hat wie befürchtet. Der heftig umgeknickte Linkshänder musste in Aufderhöhe kurz vor der Pause verletzt ausscheiden und ins Krankenhaus gebracht werden. Dort konnte ein Knöchelbruch schnell ausgeschlossen werden. Inzwischen steht fest, dass die Bänder "nur" stark überdehnt sind. "Bei entsprechender physiotherapeutischer Behandlung kann er in zwei Wochen in Hamburg dabei sein." Hamburg mit dem Finale um den Deutschen Amateurpokal am 1. Mai ist der zweite Traum, der Langenfeld antreibt. Das Endspiel gegen den HC Glauauch/Meerane aus der Mitteldeutschen Oberliga gilt zwar vorerst als Neben-Schauplatz, doch Routinier Nelte wagt einen kurzen Blick: "Deutschlands beste Amateur-Mannschaft zu sein, wäre schon geil."

Bis zu diesem Groß-Ereignis will Langenfeld seine ganze Kraft für den Aufstieg einsetzen. Das gilt natürlich nicht zuletzt für Andreas Nelte, der sich mit seinen 33 Jahren eher im Herbst der aktiven Handballer-Karriere befindet. Und wenn er sich zwischen dem Pokalsieg und dem Aufstieg entscheiden müsste? Die Antwort verrät viel Humor und noch mehr Teamgeist: "Ob ich für mich persönlich die 3. Liga unbedingt brauche, weiß ich gar nicht so genau. Aber die anderen haben ja gesagt, dass sie auf jeden Fall wollen. Und dann spiele ich da natürlich mit."

Mitspielen kann heute nach überstandener Knieverletzung Sven Kniesche, sodass für den rechten Rückraum doch ein Linkshänder an Bord ist. Langenfeld ist so flexibler - was sich unter anderem beim 34:28 über den Bergischen HC II in der Hinrunde bezahlt machte. Dass die SGL in dieser Saison bisher kein Heimspiel verloren hat (19:1 Punkte), könnte ebenfalls helfen. Es geht eben langsam ums Ganze, es geht um die Wurst. Anders ausgedrückt: "It's crunch time."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Langenfeld will die 3. Liga - jetzt erst recht


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.