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Lokalsport
Le Mans ist für Bergmeister nur ein Trauerspiel

Langenfeld. Der Langenfelder war beim 24-Stunden-Rennen von Beginn an chancenlos und nach zwölf Stunden mitten in der Nacht draußen. Von Michael Deutzmann

Natürlich will er es 2017 wieder versuchen. Wen einmal der Mythos Le Mans gepackt hat, den lässt er auch nicht wieder los. So ist das mit dem 24-Stunden-Rennen. "Le Mans ist das absolute Highlight des Jahres und immer ein cooles Erlebnis", betont Jörg Bergmeister, der die Veranstaltung jetzt schon zum 15. Mal hintereinander mitmachte. In der Erinnerung wird sie der Langenfelder bestimmt behalten - aber nicht in guter, denn mitten in der Nacht war alles vorbei. Um 2.36 Uhr wurde der Porsche 911 RSR aus dem Rennen genommen, nach nicht einmal zwölf Stunden. "Wir Fahrer haben keine Fehler gemacht", sagte Bergmeister. Damit meinte der Langenfelder auch die Werksfahrer-Kollegen Earl Bamber (Neuseeland) und Frédéric Makowiecki (Frankreich), mit denen er sich in der Arbeit abwechselte.

Der Ärger begann weit vor dem Start. Und es stand mal wieder die "Balance of Performance" im Mittelpunkt, nach der die Autos technisch eingestuft werden. Ziel soll es sein, alle GT-Fahrzeuge der Spannung und Gerechtigkeit wegen auf ein vergleichbares Niveau zu heben. Bereits in den ersten Trainings und erst recht im Qualifying zeigte sich allerdings, dass etwas nicht stimmte. Ganz vorne fuhren der neue Ford GT und der neue Ferrari 488 GTE in einer komplett anderen Liga. Bergmeister, Bamber und Makowiecki, die sicher Meister ihres Fachs sind, folgten im besten Porsche auf Rang acht - mit 3,733 Sekunden Rückstand zur Top-Zeit auf dem 13,629 Kilometer langen Kurs. "Das sind keine Welten, das sind Lichtjahre", urteilte Bergmeister.

In der Folge hagelte es Proteste - nicht nur von Porsche. "Die Lücke zur Spitze ist sehr groß. Mal sehen, ob die Reglementmacher nach den versprochenen Analysen noch eine finale Entscheidung über die Einstufung der GT-Autos treffen", sagte Porsche-Motosport-Chef Frank-Steffen Walliser. Letztlich wurden aber nur kleinere Details verändert. Bergmeisters Urteil: "Das hat im Rennen keinen Unterschied gemacht." Ford und Ferrari blieben deutlich schneller - was für die anderen ein höheres Risiko brachte.

"Wir mussten permanent ans Limit und über alles drüberfahren, was im Weg steht", erklärte Bergmeister, "und ein Großteil unserer Schäden ist unter Umständen darauf zurückzuführen." Zunächst sah er immerhin einen starken Auftakt. Weil die 24 Stunden nach heftigem Regen unter schwierigen Bedingungen begannen, hielt Porsche mit - und übernahm vorübergehend sogar die Führung. Mit jeder Minute, in der die Strecke trockener wurde, sanken die Chancen jedoch in den Keller. Dennoch begann der Versuch, durch eine kluge Strategie und perfekte Boxenstopps den Kontakt nach ganz vorne zu wahren.

Dann kostete bereits erste Defekt (Radmitnehmer) einige Zeit. "Wir mussten halt deutlich härter und häufiger über die Randsteine fahren, um mithalten zu können", erklärte Bergmeister. Beim nächsten Defekt erwischte es die Servolenkung. Der Durchhalte-Versuch ging später schief, weil nun eine Radaufhängung brach. Mitten in der Nacht war der Traum Le Mans damit endgültig zum Albtraum geworden. Der Teamkollege Earl Bamber dachte wie alle: "Am Ende waren wir machtlos und mussten aufgeben, ausgerechnet in Le Mans. Das tat richtig weh." Trotzdem geht der Blick nach vorne. Wen einmal der Mythos Le Mans gepackt hat, den lässt er eben nicht wieder los.

Quelle: RP
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