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Leidenschaft zwischen Kerpen und Korea

Lokalsport: Leidenschaft zwischen Kerpen und Korea
Dienstfahrzeug eins: Tim Bergmeister findet sich an seinem schnellen asiatischen Arbeitsplatz insgesamt sehr ordentlich zurecht. Gelegentlich kommt es dabei zu Überschneidungen mit heimischen Kart-Terminen. FOTO: Atlas BX Racing Team
Langenfeld. Der erfahrene Motorsportler Tim Bergmeister kämpft in Asien in der "Superrace-Serie" um die Meisterschaft. Sein Sohn Jakob, zehn Jahre altes Kart-Talent, sammelt in vier deutschen Serien wertvolle Erfahrung für die kommenden Aufgaben. Von Michael Deutzmann

Hinter Tim Bergmeister liegt eine Diät der besonderen Art. Der erfahrene Motorsportler, für den auch intensives Ausdauer-Training eine Leidenschaft ist, brauchte dafür allerdings keine marathon-ähnliche Strecke zu laufen. Die Gewichtsabnahme war zwar mit einem hohen Aufwand verbunden, passierte aber eher beruflich bedingt - und beinahe nebenbei. Dafür gab es auch eine einfache Erklärung. In der koreanischen "Superrace Serie" war der Langenfelder für sein Team "Atlas BX Racing" in den ersten drei Rennen der Klasse Super 6000 derart erfolgreich, dass er nach den Plätzen eins, zwei und drei glatte 100 Kilo Zusatz-Gewicht mit an Bord nehmen durfte. Das drückt natürlich auf die Geschwindigkeit, sodass es im vierten Auftritt lediglich zu Platz neun reichte. Und nach Rang fünf kürzlich beim Nachtrennen verlor Bergmeister neben der Gesamtführung weitere Kilos. Resultat: Jetzt ist er fast wieder mit normaler Beladung unterwegs.

"Für den Gewichtsabbau waren die beiden letzten Ergebnisse optimal" bestätigt Bergmeister, "und die Performance meines Autos ist sowieso gut." Dass er den fünften Lauf trotz einer guten Vorstellung im Qualifying nicht etwas weiter vorne beenden konnte (Sechster), hatte im Regen mit einem Reifenproblem zu tun. "Ich konnte nur noch hinterherrollen", sagt der 40-Jährige. Der Koreaner Jeong Eui Chul, der zuvor bereits beständig gepunktet hatte, steigerte sein Konto auf 77 Zähler. Damit liegt er jetzt vor Bergmeister (68) und dessen Teamkollegen Steven Cho (67). Ganz klar ist, dass sich am Ziel des Langenfelders für die restlichen drei Rennen der Saison nichts geändert hat: "Natürlich will ich Meister werden." Am 30. August besteht in Fuji (Japan) Gelegenheit, die Spitze zurückzuerobern.

Positiv läuft unter dem Strich die Saison 2015 für Jakob Bergmeister (10), der Ende 2014 mit neun Jahren als jüngster Motorsportler aller Zeiten einen Vertrag als Kart-Werksfahrer bekommen hatte (beim italienischen Team Danilo Rossi Racing). "Das sieht insgesamt viel besser als erwartet aus", betont Tim Bergmeister, dessen Sohn auch über die Sommer-Schulferien einen randvollen Terminkalender hatte. Kein Wunder: Der Schüler, der gerade auf den Sportzweig des Landrat-Lucas-Gymnasiums in Leverkusen-Opladen gewechselt ist, beteiligt sich in Vorbereitung auf 2016 an insgesamt vier Serien: ADAC Kart Masters, Westdeutscher ADAC Kart-Cup, Vega-Trophy, Süddeutscher ADAC Kart-Cup. Hier springen regelmäßig Top-Platzierungen für den Zehnjährigen heraus, der in der Klasse Bambini (bis 14 Jahre) derzeit auch elf Kilogramm Zusatzgewicht im Kart hat - weil er noch so jung und damit ziemlich leicht ist.

Dass es nicht ohne Rückschläge geht, erlebte Jakob Bergmeister zuletzt bei den Läufen der Masters-Serie in Kerpen - auf einem Gelände, das er durch die Nähe zu Langenfeld im Gegensatz zu anderen Strecken in Deutschland sehr gut kennt. Tim Bergmeister fasste das Wochenende knapp zusammen: "Da lief alles verquer." In den Ergebnislisten waren die Plätze 17, elf, zwölf und 29 zu finden. Verständlich: Der Jüngste aus der Langenfelder Motorsport-Dynastie war mächtig enttäuscht - und Tim Bergmeister hatte plötzlich nicht nur als sportlicher Experte, sondern vor allem als Vater alle Hände voll zu tun.

Quelle: RP
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