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Lokalsport
Leistung des LTV "nur schwer in Worte zu fassen"

Leichlingen. Für maximale Enttäuschung sorgt das 26:35 gegen Aurich bei Trainer, Mannschaft und Zuschauern. Von Moritz Löhr

Gewöhnlich war an diesem Abend nichts. Die Stimmung, das Spiel, die Leistung, das Ergebnis - in nahezu allen Punkten wich das Heimspiel des Handball-Drittligisten Leichlinger TV gegen den OHV Aurich von dem ab, was zuvor erwartet wurde. In der Leichlinger Halle herrschte nach dem Ertönen der Schlusssirene Fassungslosigkeit über die katastrophale Leistung des LTV, der gegen den abstiegsbedrohten Gegner zurecht eine 26:35 (13:11)-Niederlage kassierte. "Nach so einem Spiel fällt es schwer, Worte zu finden", meinte Leichlingens Coach Frank Lorenzet. "So etwas wie heute habe ich selten erlebt."

Der Coach war gezeichnet von dem, was in den gut 60 Minuten zuvor geschehen war. Von Beginn an war den Gastgebern die Nervosität anzumerken. Der Druck, nach der Heimniederlage gegen die HSG Handball Lemgo II (32:35) eine Woche zuvor, bloß kein weiteres Spiel zu verlieren, war greifbar. Die Leichlinger agierten vor allem in der Offensive unpräzise. Lorenzet, der für temperamentvolles Coaching von der Seite bekannt ist, gab seinen Spielern schnell zu verstehen, was er von deren Leistung hielt. Nicht wenige Zuschauer auf der Tribüne hielten die Art und Weise des Coachings allerdings für übertrieben.

Dabei war im Ergebnis zunächst wenig zu Meckern. Die Gastgeber lagen zwischenzeitlich 11:6 (17.) vorne, um anschließend jedoch das Torewerfen einzustellen. Der LTV blieb mehr als zehn Minuten ohne eigenen Treffer - 11:11 (27.). Zu diesem Zeitpunkt stand der unglücklich agierende Ante Vukas schon nicht mehr im Tor. Damian Bungart ersetzte ihn und machte seine Sache ordentlich. Anstatt sich auf das eigene Handballspiel zu konzentrieren, verliefen sich die Leichlinger Spieler in Nebensächlichkeiten.

Im Vordergrund stand das Schiedsrichtergespann, das keinen guten Tag erwischte. Doch anstatt sich mit eigenen Mitteln in die offene Partie zurückzukämpfen, wurde stets gemeckert - und das mit Folgen. Nach einer Zeitstrafe gegen Karol Zechmeister ärgerte sich der zuvor schon verwarnte Lorenzet derart, dass die Schiedsrichter auch gegen ihn eine Zwei-Minuten-Strafe verhängten.

Ein weiterer Spieler musste also raus - und der LTV stand nur noch mit vier Akteuren auf dem Feld da. Die doppelte Unterzahl wurde zum Knackpunkt der Begegnung. Aurich zog schnell auf 21:17 (41.) weg und gab die Führung schließlich nicht mehr aus der Hand. Der darauf folgende "Vollblackout" (Lorenzet) machte es den Gästen einfach, noch mehr Tore zu erzielen. Die sonst oft begeisternden "Pirates" schienen das Handballspielen von jetzt auf gleich verlernt zu haben.

LTV: Vukas, Bungart - Reuland (3), Hansen (3), Padeken (4), Hilger (6/1), Novickis (4), Lange (3), Zechmeister, Kirfel, Schumacher, Kreckler (3/1).

Quelle: RP
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