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Longhorns müssen gewinnen - und hoffen

Lokalsport: Longhorns müssen gewinnen - und hoffen
Kampf um jeden Zentimeter: Sören Hecker (rechts/mit Leder-Ei) und die Longhorns werden wohl beim Saisonfinale nicht so viele Gelegenheiten bekommen, in denen sie sich locker aus dem Gewühl befreien können. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Bei einem Sieg oder einem Unentschieden gegen Remscheid Amboss ist Langenfeld Meister der Regionaliga West. Für den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga wird dann das Ergebnis aus Braunschweig und der Regionalliga Nord wichtig. Von Martin Römer

Der Traum von der Rückkehr in die 2. Bundesliga könnte schon am Sonntagnachmittag wahr werden - wenn für die Regionalliga-Footballer der Langenfeld Longhorns wirklich alles nach Maß läuft. Die erste Bedingung ist, dass der Spitzenreiter sein Heimspiel gegen Remscheid Amboss am letzten Spieltag der Saison 2016 zumindest nicht verliert (16 Uhr, Jahnstadion). Damit könnte Langenfeld den ersten Platz in der Regionalliga West aus eigener Kraft sichern - und müsste dann zusätzlich auf Schützenhilfe von ganz weit weg hoffen.

Sollten die Braunschweig New Yorker Lions II nämlich in der Regionalliga Nord den Titel holen, dann fiele für die Meister der beiden anderen Regionalligen eine Qualifikationsrunde aus. Der Grund: Die erste Mannschaft der Braunschweiger ist in der 1. Bundesliga zu Hause. Zwischen erster und zweiter Mannschaft muss jedoch laut Reglement ein Unterschied von mindestens zwei Ligen sein, sodass die Lions als Aufsteiger nicht in Frage kommen. Verliert Braunschweig allerdings sein letztes Saisonspiel gegen die Hamburg Pioneers, könnten sich die Elmshorn Fighting Pirates auf den letzten Drücker an die Spitze schieben. Dann kämen auf zwei Zweitliga-Absteiger drei Aufstiegskandidaten aus den drei Regionalligen - und eine Qualifikation wäre doch erforderlich. "Das wäre natürlich ein Wahnsinn, wenn wir am Sonntag gewinnen und dann direkt gesagt bekommen, dass auch Braunschweig gewonnen hat und wir aufgestiegen sind", findet Longhorns-Runningback Daniel Berg.

Zunächst müssen die Longhorns aber ihre eigenen Hausaufgaben erledigen. Dass Remscheid Amboss keine Laufkundschaft ist, erlebten die Longhorns vor einigen Monaten an 17. April, als die das Hinrunden-Duell in Remscheid mit 24:32 verloren. "Remscheid ist stark. Die haben einen guten Quarterback und zwei starke amerikanische Receiver. Allerdings haben wir im Hinspiel auch ein grottenschlechtes Viertel hingelegt, das uns am Ende das Spiel gekostet hat", meint Longhorns-Headcoach Michael Hap.

Vor allem die Remscheider Passempfänger aus Übersee muss die Longhorns-Defense in den Griff bekommen. So entschied Eli Schumacher am vergangenen Wochenende beim 33:21 gegen die Cologne Falcons die Partie mit vier Touchdowns praktisch im Alleingang für Amboss. Hap: "Die müssen nichts anderes machen als Football und können sich natürlich auch auf solche Spiele ganz anders vorbereiten. Wir haben ja alle noch einen Hauptberuf."

Sorgen dürfte dem Trainer zudem das erneute Fehlen von Quarterback Riccardo Mazzarotto bereiten, der verreist ist und das letzte Saisonspiel verpasst. Bei der Hinrunden-Niederlage in Remscheid war Mazzarotto ebenfalls nicht an Bord - und damals erwischte sein Vertreter Carsten Schumacher einen gebrauchten Tag (mehrere Ballverluste). Inzwischen hat der vor der Saison aus Solingen nach Langenfeld gewechselte Spielmacher, der sich immer wieder mit Mazzarotto abwechselte, seine Qualitäten jedoch nachgewiesen. Deshalb sollte er mit entsprechend viel Selbstvertrauen in das Saisonfinale gehen.

Unter dem Strich dürften die Langenfelder trotzdem als Favorit gelten. Die Chance, dass sich ihr Traum von der Rückkehr in die 2. Liga erfüllt, wollen sie sich jedenfalls nicht mehr nehmen lassen. Nach dem durchwachsenen Saisonstart mit zwei Niederlagen (19:27 bei den Cologne Falcons, 24:32 in Remscheid) haben die Longhorns auch konstant nachgewiesen, dass sie verdient einer der Titelkandidaten sind.

Quelle: RP
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