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Football
Longhorns unter Schock

Football: Longhorns unter Schock
Gute Miene, böses Spiel: Longhorns-Chef Heiko Rudolph sah keinen anderen Weg mehr, als schnell die Reißleine zu ziehen. FOTO: RPO
Football-Zweitligist Langenfeld zieht sich aus der 2. Bundesliga zurück. Das Finanzamt fordert rund 80 000 Euro mehr Steuern für die Jahre 2004 bis 2008 vom Verein – der jetzt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Von Holger Besslich

Das ist ein heftiger Paukenschlag. Kurz vor dem Beginn der Saison 2011 steht fest, dass die Langenfeld Longhorns nicht am Spielbetrieb in der 2. Football-Bundesliga (GFL 2) teilnehmen. Grund: Dem Hauptverein American Sports Club Langenfeld (ASC), unter dessen Dach die Longhorns zu Hause sind, liegen Forderungen des Finanzamts in Höhe von 80 000 Euro für die Steuerjahre 2004 bis 2008 auf dem Tisch. Konsequenz sind der Gang zum Amtsgericht und der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Außerdem will der Vereinsvorstand offiziell den Football-Verband informieren.

Zu viel Geld auf einmal

"Damit hätte niemand gerechnet", sagt der Vorsitzende Heiko Rudolph, "jetzt wurden wir nach einer Betriebsprüfung neu bewertet und müssen eine Menge Gelder aufbringen – die wir nicht haben. Um den Schaden auch für andere Vereine klein zu halten, haben wir uns für die Anmeldung der Insolvenz entschieden." Im Schnitt handele es sich um eine Nachforderung in den Bereichen Körperschaftssteuer, Gewerbe- und Umsatzsteuer von 14 000 bis 16 000 Euro für jedes der fünf Jahre. "Die Bilanzen haben wir mit unserem Steuerberater gemacht. Wenn wir gewusst hätten, dass wir einen anderen Abrechnungsmodus hätten wählen müssen, hätten wir diese Steuern sicher bezahlt. Aber so viel auf einmal kann niemand aufbringen."

Verschiedene Einnahmen wie Beiträge und Spenden, die Langenfeld dem Zweckbetrieb zugeordnet hatte, wurden von den Steuerprüfern in den wirtschaftlichen Geschäftsbereich gelegt. Dadurch kam es zu höheren Einnahmen – die als Basis für eine neue Versteuerung galten. Rudolph ist unter dem Strich einfach sprachlos. "Wir haben alle Einnahmen und Ausgaben immer korrekt angegeben. Unsere Bilanzen wurden über Jahre vom Finanzamt nie moniert und immer durchgewunken. Da fragt man sich, ob man sich unsere Unterlagen überhaupt angeschaut hat."

Trotz des Rückschlags sehen die Longhorns positiv in die Zukunft. Obwohl die Lizenz für die 2. Bundesliga am Ende der Woche offiziell an den Verband zurückgeht, soll der Spielbetrieb für die zweite Mannschaft (Landesliga) und die Jugend wie vorgesehen ablaufen.

Eine Idee für 2015

Michael Hap sieht ebenfalls nach vorne. "Jetzt sind alle in einem Schockzustand", erklärt der Sportliche Leiter, "das müssen wir erst verdauen. Unser jetziges Ziel heißt Longhorns 2012/2015. Dann wollen wir wieder in der 2. Liga angreifen." Vorher muss der Verein aber zusehen, dass sich die Finanzen in die richtige Richtung bewegen.

Quelle: RP
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