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Lokalsport
Monheimer bewältigt Kult-Triathlon

Lokalsport: Monheimer bewältigt Kult-Triathlon
Gleich bin ich da: Andreas Jago ließ sich am Ende nach mehr als fünf Stunden ein bisschen auch durch anfeuernde Zuschauer ins Ziel tragen. FOTO: SG Monheim
Monheim. Andreas Jago gewann im Allgäu den Kampf gegen 1,9 Kilometer Schwimmen, 84 Kilometer Radfahren und 20 Kilometer Laufen. Der Ausdauer-Spezialist war danach total erschöpft - und glücklich darüber, so gut durchgekommen zu sein. Von Christoph Gross

Die romatische Variante könnte so aussehen: Man bade ein bisschen im idyllischen Alpsee bei Immenstadt, unternehme eine kleine Radtour durch das Alpenvorland, genieße die traumhafte Aussicht auf die Berge und laufe zum Schluss noch ein wenig am See entlang. Die Wirklichkeit war allerdings ganz anders für Andreas Jago. Der für die SG Monheim (SGM) startende Ausdauer-Spezialist hatte sich entschieden, am Allgäu-Triathlon teilzunehmen, der seit seiner Premiere im Jahr 1983 zu den härtesten deutschen Wettkämpfen auf der Mitteldistanz gehört und längst Kultstatus besitzt. Am Ende hatte Jago alle Herausforderungen in 5:19,13 Stunden gemeistert - erschöpft, aber glücklich. Freuen konnte er sich auch über seine Platzierung, denn die Ergebnisse innerhalb der Veranstaltung wurden gleichzeitig für die Deutschen Meisterschaften gewertet. Hier belegte der Monheimer in der Altersklasse M 55 (Alter 55 bis 59 Jahre) den respektablen elften Platz.

Alle Starter standen morgens bei kalten zwölf Grad am Start, um die 1,9 Kilometer Schwimmen sowie danach die 84 Kilometer mit dem Rad und abschließend 20 Kilometer Laufen in Angriff zu nehmen. Der "Der 19,9 Grad warme Alpsee war bis zum Laufen der vorerst wärmste Ort des Tages", sagte Jago. Nach etwa der Hälfte der Schwimmstrecke wartete dann die erste Besonderheit auf die Athleten. Ein 65 Meter langer Landgang unterbrach den Schwimmrhythmus - und er war gleichzeitig eine Herausforderung für den Gleichgewichtssinn, die nicht jeder problemlos bewältigte. Das Schwimmen war insgesamt jedoch nur ein kleiner Vorgeschmack auf weitere Abenteuer.

Auf dem zweimal zu fahrenden Rad-Rundkurs gab es bereits nach wenigen Kilometern den Kalvarienberg in Immenstadt, der mit bis zu 18 Prozent Steigung aufwartete. "Steil und gnadenlos", urteilte Andreas Jago. Begeistert war er dabei von den Zuschauern, die Spalier standen und die Triathleten anfeuerten (mit Kuhschellen). Nicht nur wegen der kühlen Temperaturen empfanden die Triathleten hier eine Gänsehaut-Atmosphäre.

Ruhiger wurde es nach etwa 13 Kilometern - und spätestens hier fragten sich manche Sportler, warum sie sich freiwillig für diese Strapazen gemeldet hatten. "Der fünf Kilometer lange und bis zu 15 Prozent steile Anstieg ist eigentlich nur etwas für richtige Bergziegen", erzählte Jago, "das permanent aus riesigen Lautsprechern zu hörende Highway to Hell konnte treffender nicht sein." Auf 1000 Metern Höhe war dann der Gipfelpunkt erreicht. Von Entspannung konnte trotzdem keine Rede sein und der Blick auf die Allgäuer Alpenkette brachte auch nur eine minimale Linderung für die erschöpften Athleten. Die folgenden steilen Abfahrten waren nur für wenige ein Genuss, zumal alle bereits mit Bangen an die bevorstehende zweite Runde dachten.

Dort machte sich der Kräfteverschleiß noch stärker bemerkbar und einige Sportler waren so massiv geschwächt, dass sie vom Rad abstiegen und zu Fuß weitergingen. Stark: Obwohl Jago nicht zu den Bergspezialisten zählt, blieb er auf dem Rad und absolvierte die Strecke sogar in weniger als drei Stunden.

Die abschließende Laufstrecke hatte ein welliges Profil und natürlich wieder eine Besonderheit. Bei Kilometer 14 wartete der 500 Meter lange Kuhsteig - ein äußerst steiler und unbefestigter Trampelpfad mit bis zu 20 Prozent Steigung, der eigentlich nur Kühen für den Alm-Auftrieb zugemutet wird. Andreas Jago kämpfte sich erneut durch und bewältigte diese "Gemeinheit" ohne Pause laufend - also ohne zu gehen. Zum Abschluss liefen die Triathleten über den malerischen Marktplatz in Immenstadt und vorbei am kleinen Alpsee zum Ziel in Bühl. Spätestens dort stand fest, dass sich die auf den ersten Blick irrwitzigen Strapazen doch gelohnt hatten.

Quelle: RP
 
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