| 00.00 Uhr

Lokalsport
Motorsport: Bergmeisters Weltreise endet im Schnee am Nürburgring

Langenfeld. Er hat schon einiges erlebt. Das ist kein großes Wunder, denn mit seinen 40 Jahren gehört Jörg Bergmeister nicht mehr zu den Anfängern im Beruf. Nichts geändert hat sich beim Langenfelder an der Leidenschaft - und gleichzeitig an der Fähigkeit, selbst besondere Anstrengungen und Rückschläge wegzustecken. Einen weiteren Beweis dafür trat der Porsche-Werksfahrer jetzt auf seinen Dienstreisen in verschiedenste Ecken der Welt an. Aufwand und Ertrag wollten dabei auf der Dienstreise über Florida und Japan in die Eifel eher bedingt zusammenpassen. Besonders der Auftritt beim Zwölf-Stunden-Rennen in Sebring hatte es in sich - und der Frust-Faktor war hoch. Von Michael Deutzmann

Bergmeister weiß auch, wie sich Erfolge auf dem Traditionskurs anfühlen, weil er dort bereits dreimal die Nase ganz vorne hatte (2005, 2008, 2014). Mit weniger erfreulichen Ergebnissen kennt er sich ebenfalls aus. Die jüngste Ausgabe übertraf aber alles, denn erstens sah der Porsche 911 GT 3 R des Teams Park Place Motorsports aus Kalifornien im zweiten Rennen der "IMSA WeatherTech SportsCar Championship" die Zielflagge nicht. Besonders bitter aus Bergmeisters Sicht: "Ich bin keinen Meter gefahren."

Der Langenfelder sollte sich die Arbeit am Lenkrad mit Patrick Lindsey (USA), Matthew McMurry (USA) und Jan Heylen (Belgien) über die zwölf Stunden teilen. Das Quartett hätte im aufregenden Rennen mit einer langen Pause nach sintflutartigen Regenfällen wohl echte Siegchancen gehabt - wenn der Dienstwagen bis zum Ende des Rennens durchgehalten hätte. Heylen war gerade bei der Arbeit, als Probleme mit dem Wasserdruck den Anfang vom Ende ankündigten. Die Temperatur kletterte immer höher und wenig später war alles vorbei. Diagnose: Motorschaden.

Bergmeisters nächste Station war ein offizieller Test zur japanischen Serie "Super GT, in er ab dem 9./10. April fürs Team "Excellence Team Porsche KTR" um Meisterschaftspunkte kämpft. Direkt nach der Rückkehr aus Asien hatte der Langenfelder vor allen Dingen den Wunsch, etwas auszuspannen: "Ich bin ein bisschen platt." Besonders viel Zeit, den Akku aufzuladen, blieb allerdings erneut nicht, denn am Donnerstag stand die Abreise zur nächsten Aufgabe auf dem Programm.

Der große Vorteil: Die Entfernung bis zum Nürburgring betrug praktisch nur einen Katzensprung. Dafür gab es auf dem Traditionskurs in der Eifel eine große Überraschung: Schnee. Über das Wochenende sollen aber milde frühlingshafte Temperaturen herrschen, sodass der Saison-Eröffnung in der VLN-Langstreckenmeisterschaft 2016 doch wenig im Weg steht. Bergmeister ist zusammen mit dem Franzosen Frédéric Makowiecki für einen Porsche 911 GT 3 R des Teams Manthey Racing aus Meus-path (Eifel) verantwortlich. "Wir bereiten uns auf das 24-Stunden-Rennen vor", sagt Bergmeister. Klarer Fall: Am 29./30. Mai will er als Nürburging-Fan so lange wie möglich hinter dem Lenkrad sitzen - und am liebsten ganz vorne mitmischen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Motorsport: Bergmeisters Weltreise endet im Schnee am Nürburgring


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.