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Lokalsport
Neuling träumt vom ersten Saisonsieg

Langenfeld. Die Handballer der SG Langenfeld sind in der 3. Liga noch in der Lernphase. Fürs Heimspiel gegen Ahlen hat das Team von Trainer Dennis Werkmeister aber viel vor. Von Michael Deutzmann

Ein Kennzeichen der Gallier soll ja gewesen sein, dass sie sich ständig der Bedrohung durch sehr starke Gegner ausgesetzt sahen. Die Beziehung zu den Römern rund ums eigene kleine Dorf war deshalb immer einigermaßen verzwickt. Am langen Ende gab es aber eigentlich jedes Mal eine passende Lösung - und dann direkt ein größeres Fest, um das Geleistete entsprechend zu würdigen. Ganz ähnlich sieht das tatsächlich auch bei den Handballern der SG Langenfeld (SGL) aus, die nach dem Aufstieg als einer der klaren Außenseiter in den Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga eingestiegen sind und sich in ihrer Gallier-Rolle wohlfühlen. Die drei bisherigen Auftritte brachten ein 28:39 beim Leichlinger TV, das 30:30 gegen die HSG Krefeld und ein 28:32 bei der HSG Handball Lemgo II. Heute Abend (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) steht gegen die Ahlener SG das zweite Heimspiel auf dem Programm. Und Langenfeld hat sehr ernsthaft vor, den ersten Sieg in seiner Drittliga-Geschichte einzufahren.

Die SGL sieht sich im Duell der beiden Aufsteiger keineswegs als Favoriten - was ohnehin einigermaßen gefährlich wäre. Langenfelds Trainer Dennis Werkmeister hat den Kontrahenten zudem intensiv studiert und war beeindruckt: "Ahlen hat eine sehr starke Mannschaft. Sie spielen sehr hart und robust, aber fair. Und sie spielen einen sehr guten Ball nach vorne." Aus drei Spielen kam Ahlen mit 74:74 Toren und 4:2 Punkten aus zwei Heimsiegen auf den achten Tabellenplatz. Was das Team von SG-Trainer Sascha Bertow kämpferisch draufhat, zeigte nicht zuletzt die dramatische Begegnung vor mehr als 1000 Zuschauern gegen den TuS Volmetal: Da machten die Gastgeber aus einem 12:16-Rückstand einen 23:22-Erfolg. In den letzten zehn Minuten produzierten beide Mannschaften, die sich keinen einzigen Millimeter Raum gönnten, nach dem 21:21 zusammen nur drei Tore.

Werkmeister findet den Gesamt-Auftritt der Gäste überzeugend, zumal ihn manches an seine eigene Mannschaft erinnert - unter anderem die Leidenschaft. Die war zuletzt beim 30:30 gegen den klaren Favoriten HSG Krefeld so stark ausgeprägt, dass die SGL einen überraschenden Sieg nur ganz knapp verpasste. Was dem Klassen-Neuling insgesamt noch fehlt, ist die richtige Stabilität in der Abwehr, die bisher so viele Gegentreffer wie kein anderer Verein in der Nordgruppe der 3. Liga kassierte - 101 insgesamt, fast 34 pro Partie. "Wir müssen unter 30 kommen", betont der SGL-Coach, der die Deckungsarbeit auch in den Mittelpunkt des Trainings stellte. "Wir sind gut vorbereitet", sagt der 33-Jährige, "mein Ziel ist ganz klar. Ich erwarte einen Sieg."

Die Mannschaft sieht es ähnlich wie ihr Cheftrainer und alle wissen, dass sie wieder an ihre Grenzen gegen müssen. "Es wird für uns sowieso kein Spiel gegen, in dem wir ohne hundert Prozent Einsatz eine Chance haben werden", findet Regisseur André Eich. Für ihn war der Krefeld-Krimi ebenfalls der beste Beweis dafür. was die SGL zu leisten vermag: "Da haben wir das alles total angenommen." So war es letztlich irgendwie sogar bei der Pleite in Lemgo, als der SGL in erster Linie der verkorkste Start zum Verhängnis wurde (2:10).

Regisseur Eich (28) ist ein Vertreter der Fraktion erfahrener Spieler im Kader und selbst in kritischen Situationen fast immer gut in der Lage, den Überblick zu behalten. Einen besonders großen Druck kann er im Warten auf den ersten Sieg sowieso nicht erkennen. "Wir haben schon sehr viel Lehrgeld bezahlt, weil Fehler jetzt schneller und härter be-straft werden. Aber mir und der Mannschaft macht die 3. Liga viel Spaß." Noch größer wäre das allgemeine Vergnügen wohl, wenn sich heute Abend um kurz nach 19 Uhr tatsächlich der Traum vom ersten Erfolg in dieser Saison erfüllt hätte (derzeit 1:5/Platz zwölf). "Ich gehe fest davon aus, dass wir gewinnen. Dafür gebe ich alles - wie immer, wenn ich auf das Feld gehe", betont Eich voller Zuversicht. Jetzt brauchen die Gallier für ein größeres Fest "nur" noch ausreichend passende Lösungen zu präsentieren.

Quelle: RP
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