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Tsg 1899 Hoffenheim
Nicht nur bei Standardsituationen ist Gefahr im Verzug

Langenfeld. Das ist neu Im Vergleich zu den Vorjahren hielt sich Hoffenheim auf dem Sommertransfermarkt zurück. In Serge Gnabry und Havard Nordtveit kamen nur zwei Spieler, die bisher bei ihren vorigen Teams in der ersten Elf standen. Flügelflitzer Gnabry ist indes nur ein "Einkauf" mit Ablaufdatum: Der 22-Jährige gehört eigentlich dem FC Bayern und soll im Kraichgau leihweise Spielpraxis sammeln. Seine explosiv-unberechenbare Spielweise ließ den Nationalspieler schon bei seiner letzten Station in Bremen herausragen. Nordtveit kennt die Bundesliga aus Gladbacher und Nürnberger Zeiten. Der Norweger ist ein gleichsam verlässliches wie variables Glied für die Dreierabwehrkette oder das defensive Mittelfeld. Florian Grillitsch, Nico Schulz oder Justin Hoogma sind dagegen alle eher als Perspektivspieler nach Hoffenheim gekommen.

Die Mannschaft Die Zeit als graue Maus der Liga scheint vorbei: Trainer Julian Nagelsmann machte aus einer talentierten, aber etwas biederen Mannschaft einen Kandidaten für die Champions League. Dass die TSG nun am FC Liverpool in der Qualifikation für die Königsklasse scheiterte - geschenkt. Dennoch dürfte dem Team das Spiel unter der Woche noch in den Knochen stecken. Hoffenheim steht insgesamt wieder für den attraktiven Offensivfußball, mit dem der Klub nach seinem Aufstieg in die Bundesliga 2008 für Furore sorgte. Mit dem schnellen Gnabry, dem wuchtigen Sandro Wagner und dem gerissenen Andrej Kramaric verfügt Nagelsmann über eine ausgewogene und durchschlagskräftige Offensive. Kerem Demirbay steuert dahinter das Spiel und hat bewiesen, dass ihn seine Ex-Klubs unterschätzt haben. Dazu kommen Talente wie der von Dortmund umworbene Jeremy Toljan oder Mittelfeldspieler Dennis Geiger. Nebenbei machte der Taktiker Nagelsmann die neuerdings auch bei der Werkself wieder diskutierte Dreierkette in der Bundesliga populärer.

Die Form Die Spiele gegen Liverpool dürften konditionell nur für eine kleine Delle sorgen. Hoffenheim präsentierte sich auf internationaler Bühne keinesfalls chancenlos. Der mühsame, aber souveräne Sieg zum Liga-Auftakt gegen Bremen deutet eine neue Qualität an: Erfahrung. Damit geht 1899 als einer der Favoriten auf einen Platz im oberen Tabellendrittel in die Saison. Fraglich ist, ob der Kader nach den Abgängen unter anderem von Niklas Süle und Sebastian Rudy genügend Breite hat. Fallen Leistungsträger aus, könnte das zu Problemen führen.

Darauf muss Bayer 04 achten Gnabry ist schnell und stark im direkten Duell. Das könnte besonders gegen weniger wendige Verteidiger zum Problem werden. Mit Demirbay verfügen die Gäste zudem über einen geübten Freistoß-Schützen - eine Stärke, die ausgerechnet auf die chronische Leverkusener Standard-Schwäche trifft. (jim)

Quelle: RP
 
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