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Lokalsport
Null Chance: Handballer sind nur ein Spielball

Langenfeld. Der Drittligist verdarb sich beim 26:36 in Dormagen vor der Pause durch eine irre Fehlerquote die Hoffnung auf ein besseres Resultat. Von Michael Deutzmann

Das ging viel zu schnell und war eine Nummer zu groß für den Handball-Drittligisten SG Langenfeld (SGL). Der Aufsteiger hatte beim Zweitliga-Absteiger TSV Bayer Dormagen von der ersten Minute an keine Chance. Erster Trost: Am Ende hielt sich die Niederlage mit dem 26:36 (9:18) soeben in einem halbwegs erträglichen Rahmen. Zweiter Trost: Der Vierte Dormagen ist weder vom Umfeld her noch von den personellen oder finanziellen Möglichkeiten ein Klub, an dem sich die SGL im Kampf um den Klassenerhalt orientieren muss. Dritter Trost: Langenfeld unterlag in der Teilwertung für die zweite Hälfte nur mit 17:18 und führte hier bis zum 25:33 mit 16:15. Die SGL wendete ein Debakel ab - was aber auch mit vielen Dormagener Wechseln zu tun hatte.

Der erste Abschnitt war eine Enttäuschung und der Neuling kam nicht annähernd dazu, Druck aufzubauen. Am Anfang der sechsten Minute hieß es 0:4 - weil Langenfeld in jedem Angriff den Ball verlor. Bis zur neunten Minute standen zudem bereits zwei ungenutzte Strafwürfe von André Eich und Matthias Herff in der Statistik. Die Chancenverwertung besonders auf den Außenpositionen - ein Trauerspiel.

Dass zuerst nichts passen wollte, belegte zudem das Geschehen nach der frühen ersten Auszeit beim 2:6 (11.). Keine 30 Sekunden später ging der Ball erneut an Dormagen - was so kaum abgesprochen gewesen sein dürfte. Den folgenden Angriff vollendete der TSV dann in höchster Not mit dem 7:2 (13.), obwohl die Schiedsrichter längst ein Zeitspiel angezeigt hatten. Langenfeld konnte den Treffer von Kevin-Christopher Brüren trotzdem nicht verhindern. Als die SGL beim Stande von 5:11 (20.) die zweite Auszeit nahm, war das Spiel schon entschieden. "In der Halbzeit habe ich den Jungs dann gesagt, dass es ab jetzt noch darum geht, sich ordentlich zu verkaufen", sagte Trainer Werkmeister, "das haben sie getan. Insgesamt fand ich das Spiel überhaupt nicht so schlecht. Machen wir die klaren Dinger, sieht das anders aus."

Die SGL lag beim 13:23 (38.) zum ersten Mal mit zehn Treffern hinten und setzte ab jetzt vermehrt eigene Akzente. Es gab sehenswerte Tore über den Kreis (Andreas Nelte, Dustin Thöne) und manche deutlich mutigere Aktion. Auffälligster Spieler der SGL über die gesamte Partie war André Eich. Der Regisseur erwischte einen miserablen Start, ließ sich jedoch weder davon noch vom enormen Lärm in der Halle nachhaltig verunsichern. Gefahr aus dem Rückraum erzeugte kaum jemand - nicht auf der linken, nicht auf der rechten Seite. Tim Menzlaff, am 24. September beim 30:26 gegen die Ahlener SG 13 Mal erfolgreich, ging diesmal völlig leer aus.

Torhüter Tobias Geske, wegen seiner Augenverletzung weiter nicht einsatzfähig, fasste es treffend zusammen: "Wir haben vorne zu viele Fehler gemacht und hinten nicht den richtigen Zugriff gekriegt." Matthias Herff steuerte einen weiteren Aspekt bei. "Das war kein Schritt nach vorne. Wir haben es wieder in der Anfangsphase verpasst. Wir vergeben zu viele Chancen - das war in der letzten Woche dasselbe", fand der Kapitän, "wir müssen jetzt weiterarbeiten. Etwas anderes bleibt nicht." Kreisläufer Dustin Thöne lag ebenfalls richtig: "Mit einer solchen Abschluss-Quote verlierst du jedes Spiel. Wir müssen wieder Selbstbewusstsein in unsere Köpfe kriegen." Anders wird sich kaum was bewegen lassen, wenn der Gegner eigentlich eine Nummer zu groß ist - wie am nächsten Samstag (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) der Zweite VfL Eintracht Hagen (12:0 Punkte).

SG Langenfeld: Riebau, Joest - Thöne (4), Heider (1), Wolter (1), Preissegger (1), Adams (1), Klimke, Herff (2), Stolley, Eich (10/6), Boelken (3), Menzlaff, Nelte (3).

Quelle: RP
 
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