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Radsport
Ralph Schumacher ist der Schrittmacher

Radsport: Ralph Schumacher ist der Schrittmacher
Mehr als nur ein knatterndes Moped: Für Ralph Schumacher ist sein Derny ein echtes Sportgerät. FOTO: Ralph Matzerath
Monheim. Der Monheimer hat eine Leidenschaft, bei der ihn selbst der englische Regen nicht vom erfolgreichen Einsatz abhält. In London gewann er als Dernyfahrer mit dem Briten Oliver Moors dank der brillanten Taktik ein stark besetztes Rennen. Von Fabian Schmitt

Die Witterung in Herne Hill (London) entsprach der üblichen Vorstellung über England. Es regnete leicht und es wehte eine Brise Wind. Obwohl die Bedingungen ungünstig waren, gewann der Monheimer Ralph Schumacher gemeinsam mit dem Briten Oliver Moors das Dernyrennen. Dabei saß der 46 Jahre alte Monheimer als Schrittmacher auf einem Derny - einem leichten Motorrad, mit dem er den im Windschatten gleitenden Radfahrer Moors durchs Rennen führen. "Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe", meint Schumacher, "man muss natürlich auch lenken. Ich musste Moors so gut wie möglich durch die Runden tragen und durfte keinen Meter Vorsprung haben, weil ich ihn sonst verloren hätte."

Am Renntag wusste Schumacher anfangs nicht einmal, wer sein Partner sein würde. Erst später wurde ihm per Los der Brite Moors vom Team Project 51 zugeteilt, mit dem er glänzend zusammenarbeitete. Zunächst setzte sich das deutsch-britische Duo in den drei Qualifikations-Wettkämpfen durch, die jeweils zehn Kilometer lang waren und nur den beiden ersten Teams das Weiterkommen brachte. Im Endlauf kämpften die besten neun Paare gegeneinander.

Hier zeigte das Duo Schumacher/Moors eine Glanzleistung. Über die 30 Kilometer lange Distanz kam Schumacher auf durchschnittlich 63 und höchstens auf 70 Stundenkilometer. Im Endlauf hatten die beiden Sportler eine ausgefeilte Taktik: Sie warteten zunächst ab - und griffen die Favoriten erst auf den letzten Kilometern an. Auf den letzten 200 Metern besiegten Schumacher/Moors sogar James Holland-Leader, den englischen Derny-Meister des Jahres 2013. Deshalb gewannen sie den extrem schnellen Endlauf und damit das Londoner Dernyrennen.

Schumacher, der normalerweise als Diplom-Ingenieur in der Automobil-Industrie tätig ist, war nach dem Triumph restlos begeistert: "Das war eine große Veranstaltung. Es ist wirklich ein toller Erfolg, über den ich mich sehr freue. Wir haben für unseren Sieg auch ein Preisgeld erhalten." Weil es seine Leidenschaft ist, Rennrad zu fahren, gehört Schumacher seit seiner Kindheit dem WMTV Solingen an (mit einer Unterbrechung).

Am Samstag wird Schumacher an einem Steherrennen in Paris teilnehmen. Dabei wird das Motorrad schwerer sein als bei gewöhnlichen Dernyrennen - und es kann sogar Geschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern erreichen. Schumacher will gemeinsam mit dem Niederländer Luuk Jansen eine möglichst gute Platzierung erzielen. An einen weiteren Sieg glaubt der Monheimer nicht so recht: "Wir werden wahrscheinlich nicht gewinnen, aber man soll nie nie sagen."

Quelle: RP
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