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Lokalsport
Rote Karte stört Gute-Laune-Handballer

Langenfeld. Der Oberligist SG Langenfeld setzte sich in der zweiten Runde des HVN-Pokals nach einer Steigerung verdient mit 32:25 beim Verbandsligisten Ratingen durch. Tim Menzlaff erzielte 13 Treffer, Tim Schickhaus verstand die Welt nicht mehr. Von Michael Deutzmann

Das dickste Brett musste der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) erst kurz nach dem Abpfiff bohren. Und da hatte das Team von Trainer Dennis Werkmeister immerhin in der zweiten Runde des FVN-Pokals (Verbandsebene) schon ein 32:25 (15:15) beim Verbandsligisten TV Ratingen in der Tasche. Vor allem Tim Schickhaus konnte jedoch wenig Freude empfinden - weil er nach einem Tempogegenstoß knapp drei Minuten vor dem Ende als gefoulter Spieler plötzlich die Rote Karte sah. Tatvorwurf: Nachtreten. Diese Auffassung vertraten die Schiedsrichter ziemlich einsam, hielt sie aber nicht davon ab, ihre Sicht in den Spielbericht einzutragen. "Wir werden Protest einlegen", sagte Werkmeister, der die Unparteiischen zusätzlich mittels einer Video-Sequenz überzeugen wollte - ergebnislos. Folgt der Verband dem Standpunkt der Unparteiischen, gibt es für Schickhaus eine Sperre.

Ansonsten präsentierte sich die SGL an einem zäh beginnenden Abend eher als Gute-Laune-Gesellschaft. Werkmeisters Hinweis vor dem Anpfiff: "Die Jungs sollen ohne Druck spielen." Das müssen die Gäste zum Teil falsch ausgelegt haben, denn defensiv (viele Lücken) und offensiv (zu viele Chancen ausgelassen) passte erst wenig zusammen. Bis zum 10:10 (17.) begegneten sich beide Seiten auf Augenhöhe - weil sie jeweils große Räume boten. Bei der SGL nutzte das vor allem Tim Menzlaff mit sieben Treffern aus. Beim 13:10 (21.) schien sich die SGL erstmals absetzen zu können, doch sie ließ Ratingen zurückkommen und geriet sogar in Rückstand - 13:14 (26.), 14:15 (28.).

Weil Langenfeld defensiv besser zu arbeiten begann, sank die Zahl der Gegentreffer - und gleichzeitig ließen sich ein paar einfache Treffer einstreuen. Beispiel: Aus dem 23:20 (47.) machte der von seinem Keeper Tobias Geske und von Tim Schickhaus bediente Philipp Wolter per Gegenstoß das 24:20 (47.) und 25:20 (48.). Und weil es gerade so schön lief, schaltete sich Rückraumspieler Menzlaff ein. Er erhöhte über erweitere Gegenstöße, die Handballer gerne "zweite Welle" nennen, auf 26:22 (51.) und auf 29:22 (54.). "Das geht hier alles viel zu langsam", scherzte der 29-Jährige, "da bleibt dir ja nichts anderes übrig, als das selbst in die Hand zu nehmen."

In die Hand nehmen durfte er das Spielgerät zudem bei den Siebenmetern, weil die SGL hier in der Meisterschaft zuletzt zu oft Schwächen gezeigt hatte. Menzlaff trat fünf Mal an und verwarf direkt keinen Versuch. Trotzdem bekam er nur vier verwandelte Strafwürfe auf sein Konto überwiesen. Beim Stande von 30:24 (57.) landete der Ball ebenfalls im Tor, doch hier soll Menzlaff bei der Ausführung einen Fuß regelwidrig ein paar Zentimeter nach vorne bewegt haben - was der Fall war. Deshalb regte sich niemand über diese Szene auf. Genau einen Ballgewinn und 30 Sekunden später sah das sehr anders aus.

SGL: Geske - Majeres, Ißling, Wolter (4), Preissegger, Menzlaff (13/4), Adams (1), Schickhaus, Kniesche (3), Stolley (1), Eich, Boelken (5), Nelte (5).

Quelle: RP
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