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Schmitz ist Bayers neuer Rasen-Papst

Lokalsport: Schmitz ist Bayers neuer Rasen-Papst
Chef-Greenkeeper Georg Schmitz zeigt den "nackten" Erdboden in der BayArena. Bis Freitag soll dort das neue Geläuf für die Profis fertig sein. FOTO: ralph matzerath
Leverkusen. Der 45-Jährige hat die Nachfolge von Dieter Prahl angetreten. Der Fußball-Bundesligist bekommt in dieser Woche einen neuen Rasen. Auf Wunsch von Roger Schmidt: 25 Millimeter Höhe und gut gewässert. Das macht den Ball schneller. Von Stefanie Sandmeier

In und um die BayArena ist derzeit vieles in Bewegung. Der Verein hat eine lange Liste mit Bau- und Renovierungsmaßnahmen zusammengestellt, die bis zum Bundesliga-Start abgearbeitet werden soll. Dazu gehört ein neuer Rasen im Stadion, den Georg Schmitz und sein Team derzeit verlegen.

Schmitz ist als Chef-Greenkeeper Herr über alles Grüne auf dem Gelände - vornehmlich aber über den Rasen. Er entscheidet, wie dieser auszusehen hat - und kümmert sich mit seinem zwölfköpfigen Team an sieben Tagen in der Woche darum, dass die Grünflächen in und um das Stadion sowie im Jugendleistungszentrum in perfektem Zustand sind.

Das geht weit über das Mähen hinaus. Wasserdurchlässigkeit, Deckungsgrad, Ebenflächigkeit, aber auch Farbe und Mähmuster sind Aspekte, die Schmitz in seiner täglichen Arbeit beschäftigen. "Einen Stadion-Rasen angesichts des enormen Spielbetriebs so zu pflegen, dass stets auf Top-Niveau gespielt werden kann, ist definitiv eine Herausforderung", sagt Schmitz, der weiß: Die Halme und ihre Beschaffenheit sind mit die wichtigsten Komponenten im Spiel.

Vereinfacht gesagt gilt es, im Sommer den Rasen vor Trockenheit zu bewahren und so das Wachstum zu sichern, und im Winter vor zu großer Nässe zu schützen. Dabei helfen zusätzliche "Wachstumsleuchten" in den dunklen Jahreszeiten. Jetzt, da der Spielbetrieb ruht, steht die Rasenregeneration auf dem Plan. Dazu gehört die Tiefenlockerung der Böden und das Entfernen von abgestorbenem Material. "Ich sage immer: Die Pflanze braucht Luft, Wasser und Liebe", sagt Schmitz mit einem Augenzwinkern.

17 Jahre arbeitete er mit Rasen-Papst Dieter Prahl zusammen und machte unter ihm seine "Head-Greenkeeper-Ausbildung", ehe er im vergangenen Sommer Prahls Nachfolge antrat. Für den 45-Jährigen ist das ein absoluter Traumberuf. "Mein Großvater fing 1957 als Gärtner auf der Anlage an, ihm folgte mein Vater, und jetzt lebe ich den grünen Beruf", sagt Schmitz.

Am Montag wurde zunächst das alte Grün der Arena bahnweise abgeschält, anschließend Bodenhilfs- und Nährstoffe aufgetragen und eingearbeitet. Heute wird der Untergrund verlegefertig vorbereitet, bevor morgen der neue Rasen aus Holland über eine Firma aus Willich in Leverkusen ankommt und stückweise ausgerollt wird. Zusätzlich wird eine 800 Quadratmeter große Austauschfläche für den Sodengarten zwischen Haberland-Stadion und Trainingsplätzen angeliefert. Damit können etwa Torräume schnell ausgebessert werden. Der alte Rasen kehrt nach Willich zurück. "Dort liegt er dann zwei Jahre, wird kompostiert und danach wieder als Fläche genutzt. Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema", erklärt Schmitz, der sein Fachwissen auch als Dozent an der Deutschen Lehranstalt für Agrartechnik weitergibt. Was für ihn einen Rasen zu einem guten Rasen macht? "Wenn in einem Spiel wenig Grasstücke nach oben fliegen, trotz Regen kein Wasser auf dem Platz steht und Bayer 04 auch noch gewinnt, ist unsere Welt super in Ordnung", entgegnet er lächelnd. Liegt das Grün erst einmal, hat der Trainer mitunter das letzte Wort. Roger Schmidt wünscht sich 25 Millimeter Schnitthöhe und ein nasses Spielfeld. "Das ist auch der Grund, warum wir vor der Partie und in den Pausen noch mal Wasser laufen lassen", erklärt Schmitz. "Das macht den Ball schneller."

Der Greenkeeper weiß: Das Geld wird auf dem Platz verdient, Erfolge darauf erspielt. Sein Wunsch: "Einmal sagen zu können: Ich habe den Rasen des Deutschen Meisters, Pokalsiegers oder Champions-League-Siegers gemacht."

Quelle: RP
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