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Lokalsport
Sein ganzes Herz hängt am Volleyball

Langenfeld. Michael Wernitz verfügt im Sport über einen riesigen Erfahrungsschatz. Bereits seit acht Jahren trainiert er die Frauen der SG Langenfeld. Für die Drittliga-Mannschaft schlug der Coach sogar ein attraktives Angebot der Konkurrenz aus. Von Fabian Schmitt

Vor rund einem Jahr beschäftigte sich Michael Wernitz mit einem Wechsel. Der 60-Jährige trainierte zwar auch damals die Drittliga-Volleyballerinnen der SG Langenfeld (SGL), aber er hatte ein attraktives Angebot des Ligarivalen SSF Fortuna Bonn. Letztlich entschied sich Wernitz allerdings für ein Bleiben in Langenfeld - weil er den starken Rückhalt seiner Spielerinnen spürte. "Damals habe ich sehr herzliche Nachrichten von den Mädels bekommen, die ich nicht erwartet hatte. Das hat mich auf der emotionalen Ebene berührt", erklärt Wernitz, der beruflich in der IT-Branche beschäftigt ist.

Dass sich die Volleyballerinnen so intensiv bemühten, unterstreicht Wernitz' Beliebtheit. Es fällt besonders auf, dass dem Coach ein gutes Klima wichtig ist. "Michael ist immer bemüht, es allen Damen recht zu machen. Er will, dass alle gut miteinander auskommen. Das hat bisher gut funktioniert. Er ist als Trainer ein ruhiger Typ", sagt Spielführerin Diana Kiss, die seit sieben Jahren mit Wernitz zusammenarbeitet.

Obwohl jedes Jahr wichtige Spielerinnen gehen, bleibt Wernitz motiviert. Nun muss er noch die Abgänge von Lisa Bartsch, Sarah Man und Sandra Ferger kompensieren - was nicht einfach ist. "Nur Jana Nahrstedt, Vanessa Aurbach und Diana Kiss sind quasi von Anfang an dabei", meint Wernitz, "drumherum wechseln die Spielerinnen weg. Das ist aber auch ein natürlicher Prozess. Ich finde es reizvoll, immer wieder neue Spielerinnen heranzuführen." Das einzige realistische Ziel für die kommende Spielzeit ist erneut der Klassenerhalt.

In den vergangenen Jahrzehnten sammelte Wernitz als Spieler und Trainer reichhaltige Erfahrungen. Der Volleyballer aus Leidenschaft spielte für den Kölner SV. Nebenbei betreute er als Trainer eine Kölner Jugend und das zweite Damen-Team in der Bezirksliga. Wernitz: "Weil ich selbst bei den Männern gespielt habe, wollte ich mal etwas anderes sehen." Sein Sportstudium brach Wernitz aus privaten Gründen ab und als Schiedsrichter leitete er sogar Spiele der Bundesliga. In den folgenden Jahren war Wernitz als Zuspieler für den Verbandsligisten TSV Bayer Dormagen aktiv und für Dormagens erste Damen (Verbandsliga) verantwortlich.

"Mit 40 Jahren habe ich dann meine Spielerkarriere beendet, weil die Mehrfachbelastung zu groß war", erklärt Wernitz. Als Trainer war er unter anderem noch für den VC Bottrop und den TV Refrath verantwortlich. 2005 feierte Wernitz hier seinen größten Erfolg, denn er wurde mit der U 20 von Bottrop Westdeutscher Meister. Als der polnische Trainer Matthias Biesiada 2007 die SGL verließ, trat Wernitz dessen Nachfolge an. In dieser Saison ist Wernitz für die Langenfelderinnen und für den Verbandsligisten TV Menden tätig. Er kann eben nicht ohne seinen Volleyball.

Quelle: RP
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