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Lokalsport
SGL hat keine Chance - will diese aber nutzen

Langenfeld. Ein Sieg in Neuss ist für den Handball-Drittligisten ein fast aussichtsloses Unterfangen. Trotzdem will man überraschen. Von Moritz Löhr

Die aktuellen Wochen sind heftig. Erst das Auswärtsspiel beim Topteam des TSV Bayer Dormagen: 26:36 verloren. Dann das Heimspiel gegen die mit Profispielern gespickte Mannschaft des VfL Eintracht Hagen: 23:30 verloren. Und heute (19 Uhr) nun die Reise zum ungeschlagenen Tabellenführer Neusser HV: Ergebnis unbekannt.

Es gäbe wohl leichtere Gegner für den Handball-Drittligisten SG Langenfeld (SGL), doch der sieht das taffe Programm ziemlich locker: "Für mich sind das die einfachsten Spiele der Saison", meint Trainer Dennis Werkmeister, "wir haben nichts zu verlieren und können dazu eine Menge lernen."

Die deutliche Niederlage in Dormagen habe zum Beispiel viele Aufschlüsse geboten. Der Favorit von der anderen Rheinseite bestrafte nicht nur jeden Fehler, sondern erteilte den Langenfeldern auch in Sachen Intensität eine Lehrstunde. "Vor der Saison kannst du als Trainer predigen was du willst, eine Mannschaft muss auch mal auf die Schnauze fliegen, um solche Dinge zu lernen", meint der SGL-Coach.

Im Heimspiel gegen Hagen sah Werkmeister bereits Fortschritte. Dass für den Underdog dennoch nichts zu holen war, war der individuellen Qualität der Gäste geschuldet - sie gelten in der hochklassigen Liga als der Topfavorit auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Derzeit schärfster Hagener Konkurrent ist der kommende Langenfelder Gegner. Hagen und Neuss grüßen mit sieben Siegen aus sieben Spielen gemeinsam von der Tabellenspitze. Werkmeister und die SGL, mit 3:11 Zählern auf dem Konto aktuell der 13. im Klassement, schrecken aber nicht davor zurück, mit einer Portion Optimismus und Selbstvertrauen die kurze Fahrt nach Neuss anzutreten. "Für uns ist es durchaus möglich, auch beim Tabellenführer etwas mitzunehmen", betont der Langenfelder Trainer.

Er zieht vor allem aus der jüngeren Vergangenheit eine Menge Optimismus. Dort überraschte die SGL gegen die HSG Krefeld (30:30) in der Liga und sogar beim Zweitligisten Tusem Essen (26:24) im DHB-Pokal, in dem der Aufsteiger den Favoriten kurzerhand aus dem Wettbewerb warf.

Gegen den Spitzenreiter hofft Werkmeister auf die Qualitäten eines alten Bekannten. Sven Kniesche, in dieser Saison eigentlich der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga zugeordnet, wird in Neuss zum Langenfelder Kader gehören. "Wir müssen einfach Dinge ausprobieren", sagt der Trainer und hofft zugleich, dass Neuss sein Team unterschätzt: "Wenn wir lange mithalten, haben wir eine Chance." Natürlich weiß aber auch der Coach, dass ein Punkt oder gar ein Sieg kleinen Sensation gleichkäme.

Ohnehin stehen die Wochen der Wahrheit erst nach der Partie in Essen an. Dann trifft die SGL mit dem Longericher SC (5. November), dem GSV Eintracht Baunatal (12. November) und der SG Schalksmühle-Halver (19. November) auf Teams, gegen die sie Punkte holen sollte. "Der Druck wird wachsen, das wissen wir. Aber noch beschäftigen wir uns nur mit Neuss und nicht mit diesen Partien", sagt Werkmeister.

Quelle: RP
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