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Lokalsport
Spielerinnen zeigen HSV die "Rote Karte"

Langenfeld. Im Streit um einen entlassenen Nachwuchstrainer melden sich immer mehr Mädchen beim Langenfelder Klub ab. Von Fabian Schmitt

Ein Streit mit Folgen: Kürzlich trennte sich der HSV Langenfeld von seinem Fußballtrainer Uwe Tuchenhagen, der für die Mädchenmannschaften der U13 II und U15 verantwortlich war. Die Enttäuschung einiger Eltern war so groß, dass sie ihre Mädchen prompt abmeldeten. "Es sind jetzt schon 40 Spielerinnen ausgetreten. Vielleicht werden die U17 und die U19 nachziehen. Dann wären es ungefähr 70 Spielerinnen", meint Tuchenhagen. Seiner Meinung nach sei es beschlossene Sache, dass die Trainer Michael Mertes und Claus Milke ebenfalls zurücktreten würden.

Anfang Februar nahmen die Eltern der U13, U15, U17 und U19 an der Jugendwahl teil. Sie stimmten dafür, dass Irmhild Knichale die neue stellvertretende Jugendleiterin wurde und Andrea von Norman ersetzte. Nach der Ansicht von Tuchenhagen sei durch die Wahl, von der der Klub nicht begeistert war, ein Bruch zwischen Elternschaft und Jugendleitung entstanden - und der Verein habe sich von ihm getrennt.

Der HSV-Vorsitzende Gunnar Neuser begründet die Trennung von Tuchenhagen mit inhaltlichen Differenzen über die Ausrichtung der Jugendabteilung. "Prinzipiell würden wir es schade finden, wenn so viele Mädchen den Verein verlassen. Wir haben uns von einem Trainer getrennt, was im Junioren- und Seniorenbereich häufig passiert. Das Verhalten von Tuchenhagen gegenüber der Jugendabteilung geht gar nicht. Wir haben uns von ihm trennen müssen", erklärt Neuser.

Seiner Darlegung nach sei Tuchenhagen nicht mit dem Jugendkonzept einverstanden. Demnach stehe ab der U15 die Leistung im Vordergrund und die Trainer dürften nicht mehr fest für eine Mannschaft zuständig sein. Zuletzt teilte der Vorstand bei einem Treffen den Eltern der U15 mit, warum Tuchenhagen das Team nicht mehr betreue. Interimsmäßig leiten Uwe Bock, Gerd Herhalt sowie Volker Bochnia das Training. An der ersten Einheit nahmen lediglich zwei Mädchen teil.

Derweil kann Tuchenhagen sein Aus nicht nachvollziehen. "Ich weiß nicht, warum ich nicht mehr Trainer bin", meint Tuchenhagen, "die Begründung hat man weder mir noch der Elternschaft mitgeteilt. Offiziell hat man gesagt, dass es Differenzen über die Ausrichtung des Jugendbereichs gäbe. Allerdings haben wir das letzte Mal vor eineinhalb Jahren darüber gesprochen. Es sollte ein Leitfaden erstellt werden, aber er wurde nicht verabschiedet, weil sich keiner darum kümmert."

Insgesamt zeichnen Neuser und Tuchenhagen ein komplett unterschiedliches Bild von der Situation. Dass beide Seiten noch einen Kompromiss finden, scheint fraglich zu sein. "Die Entscheidung wird so bleiben", betont der HSV-Vorsitzende. Und für Tuchenhagen ist ohnehin der HSV für den Konflikt verantwortlich: "Weder Neuser noch der Jugendvorstand haben Gesprächsbereitschaft gezeigt. Ich habe mehrere Angebote von anderen Vereinen gehabt. So schlecht kann es also mit mir nicht sein."

Quelle: RP
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