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Lokalsport
Starke Handballer steuern weiter auf Titelkurs

Langenfeld. Nach dem 39:27-Erfolg des Oberliga-Tabellenführers gegen TuSEM Essen II rückt der Deutsche Amateur-Pokal in den Mittelpunkt. Von Michael Deutzmann

Dennis Werkmeister hatte sich geirrt. Gründlich sogar. Und noch nie dürfte ihm eine falsche Prognose nachher so herzlich gleichgültig gewesen sein. Für den Trainer des Handball-Oberligisten SG Langenfeld (SGL) war der Fall vor dem Spiel gegen TuSEM Essen II klar: "Ich gehe davon aus, dass wir gewinnen - aber höchstens mit ein oder zwei Toren." Was später auf der Anzeigetafel stand, war allerdings ein 39:27 (17:11) für den Spitzenreiter, der den Tabellenvierten phasenweise nach Belieben beherrschte. Der deutliche Erfolg war noch nicht der entscheidende Schritt auf dem Weg zur Meisterschaft, aber sicher ein wichtiger. Drei Runden vor dem Saisonende der Saison liegt die SGL mit 33:9 Punkten weiter auf Platz eins und kann die Bergischen Panther (32:10) aus eigener Kraft auf Distanz halten. Torhüter Tobias Geske brachte es nachher auf einen knappen Nenner: "Noch dreimal gewinnen - dann war es das."

Der Keeper wehrte vor der Pause und in der zweiten Halbzeit jeweils zwei Siebenmeter ab. Trotzdem hielt sich seine Begeisterung darüber in Grenzen, weil ihm besonders in der letzten Viertelstunde ein paar Bälle durchrutschten. "Ich lasse die lieber die Siebenmeter reinwerfen und nehme dafür was anderes weg", sagte der 28-Jährige, "mir ist das passiert, was ich sonst kritisiere. Ich habe ein bisschen die Spannung verloren." Ein Beispiel war der Essener Treffer zum 23:33 (52.), als die Partie längst gelaufen war.

Die SGL begann hinten wie vorne sehr konzentriert - und die defensiv orientierte Deckung war offensichtlich das richtige taktische Rezept. Nach dem 4:3 (8.) nahmen die Aktionen der Gastgeber immer mehr Fahrt auf - 9:4 (13.), 16:8 (26.). "Wir haben es geschafft, direkt am Anfang eine Marke zu setzen", fand Kapitän Matthias Herff, "es hat Spaß gemacht, so viele Tore zu werfen. Wir haben auch unsere Schwächephase ganz gut überstanden." Den einzigen Durchhänger erlaubte sich Langenfeld nach der Pause, als es über das 18:14 (33) beim 19:16 (35.) enger wurde. Keine drei Minuten später war beim 22:16 (38.) der alte Vorsprung wieder da - weil Herff einen Siebenmeter verwandelte, weil sich André Boelken entschlossen durchsetzte, weil Geske den dritten Siebenmeter hielt, weil der gerade eingewechselte Rechtsaußen Jonas Zimmermann sofort traf. Mit dem 29:19 (45.) durch Dustin Thöne und dem 30:20 (46.) durch André Eich bog die SGL endgültig auf den Weg zu einem ungefährdeten Erfolg ein. Werkmeister wirkte begeistert. "Wir haben unheimlich diszipliniert gespielt, gerade vorne. Ich bin mega-zufrieden und finde kein einziges Haar in der Suppe. So muss ein Top-Team auftreten", fand der SGL-Trainer. Ein Sonderlob hatte er für Spielmacher André Boelken: "Er war für mich der überragende Akteur. Er hat seine Nebenleute stark eingesetzt und war selbst torgefährlich."

Die starke Vorstellung dürfte die Träume der Mannschaft weiter befeuern - nicht nur die von der Meisterschaft und dem möglichen Aufstieg in die 3. Liga. "Für mich ist das Spiel schon abgehakt", betonte Torhüter Geske kurz nach dem Abpfiff. Übersetzung: Ab sofort dreht sich alles um den nächsten Höhepunkt. Langenfeld tritt am Ostermontag um 17 Uhr im Halbfinale des Deutschen Amateurpokals beim HSV Apolda in Thüringen an. Es ist das letzte Hindernis auf dem Weg zum Finale am 1. Mai in Hamburg - und dass die Aufgabe schwierig wird, ist keine kühne Prognose. Der Wunsch ist ebenfalls sonnenklar: Langenfeld will nach Hamburg. Unbedingt.

SGL: Geske - Thöne (3), Heider (3), Wolter (3), Menzlaff (5), Adams (1), Herff (6/3), Hambrock (1), Stolley (2), Eich (6), Boelken (3), Zimmermann (4), Nelte (2).

Quelle: RP
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