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Kampfsport
Taekwondo ist fußbetont und schnell

Kampfsport: Taekwondo ist fußbetont und schnell
Michelle Saciuk trainiert mindestens drei Mal die Woche in Monheim. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Rund 380 Sportler sammeln beim großen Turnier in Monheim wichtige Erfahrungen - wie Michelle Saciuk, die Ende April bei der Europameisterschaft in Finnland den Titel holen möchte. Von Dirk Neubauer

MONHEIM Gut 50 Kilogramm Lebendgewicht zischen auf der Matte, als sei eine tonnenschwere Dampfmaschine unterwegs. Im Taekwondo-Kampf hat das geräuschvolle Ausatmen zwei Funktionen: Das Anspannen der Bauchmuskulatur verstärkt die Wirkung der Schläge und dient zugleich dem Schutz des eigenen Körpers. Jetzt, beim Tul, zeigen die Athletinnen die reine Form. Michelle Saciuk (20) ist hochkonzentriert. Armhaltung, Beinhaltung, Körperspannung, Fußstellung - alles muss stimmen, damit die fünf Wertungsrichter nicht auf ihre digitalen Kästchen drücken. Denn das machen sie nur, wenn sie einen Fehler gesehen haben. Am Ende fehlt nicht viel zum ersten Platz. Zwei Mal hat Michelle eine Beinbewegung abgekürzt, um das Gleichgewicht zu halten. Zweiter Platz im Tul, zweiter Platz im Kampf in ihrer jeweiligen Gewichtsklasse bis 56 Kilogramm und ein erster Platz im Mannschafts-Tul: Damit gehört die 20-Jährige zu den erfolgreichsten Teilnehmern der Sportschule Monheim beim großen Taekwondo-Turnier in der Aula des Otto-Hahn-Gymnasiums.

Es ist eines der größten Turniere der Region - mit rund 380 Teilnehmern aus 38 Vereinen. Die meisten Sportler kommen aus Nordrhein-Westfalen, einige aber reisen eigens aus Bayern oder Niedersachsen an. Knapp 50 Taekwondo-Kämpfer jeden Alters stammen aus Monheim oder Langenfeld. Vormittags sind zunächst die Kinder bis 14 Jahre an der Reihe.

Auf fünf Quadraten von sieben mal sieben Metern zeigen sie ihr Können - im Formen-Ballett, dem Tul, und im Kampf, bei dem Kopf, Hände, Füße dick und fest eingepackt sind. Taekwondo, der koreanische Kampfsport, ist fußbetont und schnell. Ein Handtreffer oberhalb der Gürtellinie zählt einen, ein Fußtreffer am Körper zwei, ein Fußtreffer am Kopf drei Punkte. Wie bei allen fernöstlichen Kampfsportarten gilt der Respekt vor dem Gegner eine Menge. Wer sich nicht an die strengen Regeln hält, ist spätestens nach dem dritten derartigen Verstoß disqualifiziert.

Michelle Saciuk hat im Alter von vier Jahren mit dem Taekwondo begonnen. Spaß habe es eigentlich immer gemacht, nun kann sie bei den Übungen "wunderbar abschalten". Sie gehört zu den Stärksten in ihrer Alters- und Gewichtsklasse. "Mein Ziel ist es, Ende April in Finnland Europameisterin zu werden", sagt die 20-Jährige aus Wesel, die mindestens drei Mal pro Woche zum Training in die Sportschule Monheim fährt. Hier gebe es, sagt sie, ganz einfach die besten Übungsbedingungen.

Ihr Trainer Harry Vones organisiert zusammen mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern das Turnier in Monheim. Der überregional bedeutsame Leistungsvergleich ist eine organisatorische und logistische Kraftanstrengung. Um das Tagesprogramm bewältigen zu können, nutzen Vones und die Seinen alle Möglichkeiten aus: "Es ist seitens unseres Verbandes ITF erlaubt, die Kampffläche von acht mal acht Meter um jeweils einen Meter zu verkleinern." Und statt zwei mal zwei Minuten wird drei Minuten am Stück gekämpft.

Am Ende des Tages haben alle ihre Disziplinen geschafft. Die Helfer schlagen zufrieden ab. Michelle Saciuk ist in Gedanken bei den Europameisterschaften. "Du bist gut in Form. Jetzt müssen wir nur noch die Feinarbeit leisten", muntert sie ihr Trainer Vones auf.

Der Turniertag in der Sporthalle des Otto-Hahn-Gymnasiums war wichtig für die Sportlerin, um wertvolle Wettkampferfahrung zu sammeln.

Quelle: RP
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