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Tim Bergmeister feiert Team-Titel in Korea

Lokalsport: Tim Bergmeister feiert Team-Titel in Korea
Top-Trio: Tim Bergmeister, Yanagida Masataka und Steven Cho (von links) verhalfen ihrem Team zu einer nahezu traumhaften Saison. FOTO: Atlas BX Racing
Langenfeld. Der Langenfelder Motorsportler hatte zwar beim Saisonfinale persönlich kein Glück, wurde aber Meister mit Atlas BX Racing. Von Michael Deutzmann

Gut, dass Tim Bergmeister in seiner Karriere als Motorsportler schon fast alles erlebt hat. Mit seinen 42 Jahren gehört er ja zu den besonders routinierten Kräften. Das dürfte ihm beim Saisonfinale in der koreanischen Serie "Superrace" geholfen haben. Zwei Rennen standen auf dem Programm - auf dem Everland Speedway, der Teil eines großen Vergnügungs- und Unterhaltungs-Geländes ist. Der persönliche Teil der Veranstaltung war für den Langenfelder allerdings gar nicht spaßig. Bergmeister, der zuvor durchaus für sich selbst noch realistische Chancen in der Fahrer-Meisterschaft gesehen hatte, erkannte beim Blick auf die Ergebnis-Monitore zweimal nur Frustrierendes: "DNF". Die Abkürzung steht für die wenig begeisternde Feststellung: "Did not finish." Weil es dafür keinen einzigen Punkt gab, platzte der Traum vom Titel und Bergmeister rutschte in der Fahrerwertung von Rang drei auf Platz vier ab. Feiern konnte der Rennfahrer aus Leidenschaft anschließend trotzdem, weil die Saison ein enormer Erfolg für seinen Arbeitgeber Atlas BX Racing war. Steven Cho, der gebürtige Kanadier, gewann die Fahrermeisterschaft - vor dem Japaner Yanagida Masataka (Dritter) und Tim Bergmeister. Noch wichtiger für die Koreaner: Zum ersten Mal stand Atlas BX Racing in der Team-Meisterschaft ganz vorne.

"Das belohnt dann alle für die Arbeit über das ganze Jahr", betont Bergmeister, "und es war in diesem Jahr klar das Ziel, den Team-Titel zu gewinnen." Wie es sich anfühlt, bei der Siegerehrung der Fahrer auf der obersten Stufe des Treppchens zu stehen, weiß er außerdem - aus dem Jahr 2015, als er seine erste Saison für Atlas BX Racing als Meister beendete. Die Entwicklung der Serie und die Resonanz bei den Fans in den vergangenen drei Jahren findet der Motorsport-Profi extrem gut: "Das Niveau ist top." Das gilt aus seiner Sicht nicht zuletzt für den Teamkollegen Steven Cho: "Er hat sich toll weiterentwickelt." Am liebsten hätte er Cho trotzdem auf der Strecke beim Finale einen härteren Kampf geliefert. "Bis zum letzten Wochenende lief alles nach Fahrplan", sagt Bergmeister.

Schneller Arbeitsplatz: Der Dienstwagen von Tim Bergmeister bringt ungefähr 500 PS auf die Straße. FOTO: Atlas BX Racing

Das erste Rennen war erst ein paar Meter alt, als die rund 500 PS starken Rennwagen aufs erste Eck zusteuerten. Sekunden darauf blieb Tim Bergmeister nur eine Zuschauer-Rolle - von einem Konkurrenten von der Strecke geräumt. An den Titel durfte er damit nicht mehr denken, doch das Podium der besten drei Fahrer lag weiter im Bereich des Möglichen. Was die Atlas-Mannschaft nicht ahnen konnte: Der Unfall wirkte sich auf den nächsten Tag aus, denn das Dienstfahrzeug hielt aufgrund technischer Probleme nicht durch. Das brachte ausgerechnet am Ende die zweite Nullnummer in einer durch viele gute Ergebnisse geprägten Saison und Bergmeister brauchte nicht lange zu rechnen: "Damit kannst du natürlich nichts werden."

Weil im Motorsport nach der Saison stets vor der Saison ist, laufen die Planungen für 2018 derzeit längst auf Hochtouren. Und weil bei Tim Bergmeister nach wie vor dafür brennt, ein Rennauto so schnell wie möglich über die Strecken dieser Welt zu bewegen, will er seine Karriere gerne fortsetzen. Die Koreaner scheinen sich ebenfalls eine Fortsetzung der für beide Seiten erfreulichen Zusammenarbeit vorstellen zu können. Sollte es hier zu einer Anschluss-Vereinbarung kommen, könnte Bergmeister außerdem die offene Rechnung mit dem Everland-Speedway begleichen.

Quelle: RP
 
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