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Tim Menzlaff und Langenfeld - das passt

Lokalsport: Tim Menzlaff und Langenfeld - das passt
Volle Kraft voraus: Tim Menzlaff (beim Wurf) strebt mit Langenfeld einen erfolgreichen Jahres-Abschluss in der Oberliga an. Ein Sieg bei Unitas Haan wäre der perfekte Abschluss einer kräftezehrenden Woche. FOTO: Ralph Matzerath (ARCHIV)
Langenfeld. Der vor der Saison vom Drittligisten Leichlinger TV zum Handball-Oberligisten SGL gekommene Rückraumspieler war in den jüngsten Partien eine starke Stütze. Davon profitiert die Mannschaft, in der sich der 29-Jährige sehr wohlfühlt. Von Michael Deutzmann

Es mag ein Zufall sein. Vielleicht haben die Dinge aber auch einiges miteinander zu tun. Bis vor kurzer Zeit schien der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) an sich und den eigenen Ansprüchen zu scheitern, weil er auswärts in Spitzenspielen dreimal in Folge leer ausging - 30:38 bei Borussia Mönchengladbach, 24:33 bei den Bergischen Panthern, 21:24 bei TuSEM Essen II. Dann wischte das Team von Trainer Dennis Werkmeister alle Zweifel weg, bevor eine echte Ergebniskrise entstehen konnte. Gegen den TSV Aufderhöhe gab es ein 34:20 und beim Bergischen HC II ein 34:28. Genau in diesen beiden Spielen trumpfte der vor der Saison vom Drittligisten Leichlinger TV gekommene Tim Menzlaff trotz nicht mal üppiger Einsatzzeit mit jeweils sieben Toren auf - gerade so, als hätte es nie Probleme gegeben.

"Ja, es läuft ganz gut im Moment", sagt der 29-Jährige. Im Finale des HVN-Pokals (Verbandsebene) am Dienstagabend beim Klassen-Konkurrenten SG OSC Wölfe Rheinhausen steuerte Menzlaff drei Treffer und leidenschaftliche Abwehrarbeit zum 25:22 bei. Der 2,01-Meter-Mann, der im Angriff auf der Königsposition im linken Rückraum zu Hause ist, fühlte sich von Beginn an sehr wohl bei der SGL: "Wir haben eine super Truppe und die Stimmung ist extrem gut." Das half ihm mit darüber hinweg, dass manche Einsätze in den vergangenen Monaten nicht optimal liefen. Der zweite Punkt war das große Vertrauen seines Trainers. "Tim ist einer, der alles hinterfragt. Er arbeitet unheimlich viel", betonte Werkmeister immer wieder. Bei Menzlaff gingen die Gedanken um die eigene Leistung so weit, dass er sich bisweilen auf dem Platz erst recht auszubremsen schien. "Ich bin sehr ehrgeizig und habe schon einen hohen Anspruch an mich", erklärt Menzlaff.

Er kann die Treffer erzielen, die Handballer gerne "einfache Tore" nennen - weil er aus dem Rückraum dank seiner Wurf- und Sprungkraft über den gegnerischen Abwehrblock zu werfen vermag. Menzlaff kann allerdings mehr, wie er im HVN-Pokalfinale nicht zum ersten Mal zeigte. Ein Beleg dafür war der Zauberpass, den Kreisläufer Andreas Nelte zum 20:16 verwertete. Ein anderer Beweis war jene Szene, in der der Ball verloren zu sein schien. Menzlaff setzte nach und holte dadurch den Siebenmeter heraus, den Regisseur André Eich gut drei Minuten vor dem Ende zum 24:21 nutzte. Zuletzt musste der Ex-Leichlinger auch noch mehr Verantwortung in der Abwehr übernehmen, weil der verletzte Dustin Thöne (Bänderriss) ausfällt. Der Innenblock mit Menzlaff und Nelte ist in der Lage, jedem Angriff große Probleme zu bereiten.

Mit einer konkreten Prognose für den Rest der Saison tun sich alle Langenfelder schwer. "Die Liga ist sehr ausgeglichen", findet Menzlaff, "manchmal werden Kleinigkeiten entscheiden. Und Haan wird auch nicht einfach." Morgen (19.15 Uhr, Halle Am Bandsbusch, Hilden) beschließt die SGL das Handballjahr 2015 bei Unitas Haan. "Ich erwarte eine kämpferisch starke Unitas", meint Trainer Werkmeister, der sich natürlich kurz vor Weihnachten über einen weiteren Auswärtssieg freuen würde. Sollte gleichzeitig Tim Menzlaff erneut stark auftrumpfen, kann das alles kein Zufall mehr sein. Dann haben die Dinge offensichtlich miteinander zu tun.

Quelle: RP
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