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Lokalsport
Toller Start: Monheim sucht Balance zwischen Euphorie und Leichtsinn

Monheim. Der Fußball-Landesligist holte aus den ersten drei Spielen nach dem Aufstieg neun Punkte. Trainer Dennis Ruess erwartet aber in Nettetal eine hohe Hürde. Von Martin Römer

Nach drei Siegen aus den ersten drei Spielen in der Fußball-Landesliga ist die Euphorie groß beim Aufsteiger FC Monheim (FCM). Das liegt nicht nur an der perfekten Ausbeute von neun Punkten, sondern eher an der Monheimer Dominanz - die phasenweise im ersten, aber vor allem im zweiten und dritten Spiel zu erkennen war. Im verdienten Lob verbirgt sich allerdings gerade in einem derart frühen Stadium der Saison ein gewisses Risiko, sodass FCM-Coach Dennis Ruess auf die Bremse tritt: "Mir ist der Hype der vergangenen Tage etwas zu viel. Das ist in gewisser Hinsicht natürlich schön, aber auch gefährlich. Wir haben gerade mal neun Punkte gesammelt - von 40 Zählern, die wir vielleicht zum Klassenerhalt brauchen."

Das Saisonziel sei weiter, sich in der Liga zu etablieren. Und dafür muss das Team zunächst den Klassenerhalt schaffen, der den Monheimern nach den bisherigen Landesliga-Aufstiegen noch nicht gelungen ist. "Die Mannschaft ruft momentan ihr volles Potenzial ab und das scheint dann zu reichen für die Klasse. Durch den guten Start haben wir jetzt eine gute Ausgangsposition und stehen aktuell nicht so unter Druck. Nachlassen dürfen wir auf keinen Fall", betont Ruess.

Schon am vergangenen Sonntag hatte der Trainer beim 3:0 gegen den TSV Bayer Dormagen gerade in der ersten Halbzeit die eine oder andere Nachlässigkeit ausgemacht. Gegen den Mit-Aufsteiger, der momentan Vorletzter ist, geriet der FCM damit nicht in Bedrängnis. Das könnte dafür am Sonntag (15 Uhr) etwas anders aussehen, denn es geht zum SC Union Nettetal - der zumindest vor der Saison als heißer Kandidat für die Meisterschaft galt. Obwohl das nach nur zwei Punkten aus den ersten drei Partien vorerst kein Thema ist, erwartet Ruess die bislang klar schwierigste Aufgabe: "Ich sehe Nettetal trotz des schwachen Starts nach wie vor weit vorne dabei. Sie haben eine sehr spielstarke Mannschaft. Natürlich sind sie mit anderen Erwartungen gestartet und haben jetzt einen gewissen Druck."

Die Rollen sind auf der anderen Seite längst nicht mehr so klar verteilt, wie das noch vor zwei Wochen zu erwarten gewesen wäre. Monheim fährt zumindest nicht mehr als haushoher Außenseiter an die niederländische Grenze. Die größte Aufgabe fürs Trainerteam um Ruess und Manuel Windges liegt nun darin, den schmalen Grat zwischen gesundem Selbstbewusstsein und gefährlicher Selbstzufriedenheit zu finden. Zuversichtlich stimmt dabei ein Blick auf die vergangene Aufstiegssaison in der Bezirksliga. Dort ließ Monheim trotz drückender Überlegenheit kein bisschen nach und beendete die Saison seinerzeit mit 21 Punkten Vorsprung zum Zweiten. Damals kam es nie in Frage, den kleineren Gang zu nehmen.

Quelle: RP
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