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Traumhaft: Langenfeld erreicht Pokalfinale

Handball: Traumhaft: Langenfeld erreicht Pokalfinale
FOTO: Tanja Pilch
Langenfeld. Handball-Oberligist gewann am Montag das Halbfinale des Deutschen Amateurpokals beim HSV Apolda in Thüringen mit 32:30. Von Michael Deutzmann

Es war eines jener Gänsehautspiele, die wohl niemand so schnell vergessen wird. Und für die Handballer der SG Langenfeld (SGL) ging Montagabend ein Traum in Erfüllung, denn das Team von Trainer Dennis Werkmeister gewann das Halbfinale des Deutschen Amateurpokals. Nach dem 33:30 in der ersten Runde beim Westfalen-Oberligisten TuS Spenge und dem 26:22-Sieg im Viertelfinale beim Mittelrhein-Oberligisten HSG Siebengebirge/Thomasberg krönte Langenfeld seine Serie mit dem 32:30 (16:13) in der rappelvollen Halle des HSV Apolda aus der Mitteldeutschen Oberliga. Die SGL steht tatsächlich im großen Finale am 1. Mai in der Hamburger Barclay-Card-Arena. Direkt nach dem Abpfiff der packenden Partie gab es kein Halten mehr - weil alle Langenfelder wie Kinder durch die Halle tobten und sich von den rund 50 eigenen Fans feiern ließen. Die am meisten gebrauchte Vokabel: "Wahnsinn."

Es begann bei Trainer Werkmeister, der zunächst gar nicht zu einer kühlen Analyse in der Lage war: "Ich bin im komplett durch - und einfach nur stolz." Es ging weiter über Torhüter Tobias Geske: "Einfach geil." Und es hörte bei Tim Menzlaff, der mit acht Treffern der beste Werfer der Langenfeld war, noch lange nicht auf: "Was für eine Leistung der Mannschaft." Den meisten war irgendwie klar, was sie gerade erreicht hatten - und doch schienen genauso viele noch einen Moment zu brauchen, um alles sacken zu lassen. Die 420 Kilometer lange Heimfahrt mit dem Reisebus dürfte die richtige Gelegenheit gewesen sein.

Langenfeld ließ sich vom Lärm nicht beeindrucken und legte einen guten Start hin - 4:1 (5.), 6:3 (9.), 8:5 (13.), 11:7 (17.). Zwei Zeitstrafen gegen Andreas Nelte (18.) und André Boelken (19.) streuten zum ersten Mal etwas Sand ins Getriebe, sodass die SGL komplett den Faden zu verlieren drohte und das 11:11 (24.) hinnehmen musste. Apolda ließ sich einfach nicht abschütteln - 13:13 (27.). Der Siebenmeter von Matthias Herff zum 14:13 (28.), der Treffer von Steffen Hambrock zum 15:13 (30.) und der Tempogegenstoß von Dustin Thöne zum 16:13 (30.) sorgten kurz vor der Pause wieder für mehr Luft zum Durchatmen.

Die SGL schien das umkämpfte Duell in der Hand zu behalten, weil sie immer wieder passende Antworten fand. Über das 19:16 (33.), 24:20 (43.) und 25:21 (46.) sah sogar alles nach einer glatten Angelegenheit aus. Torhüter Geske gab die Ansage an die Kollegen heraus, die gerade in der Abwehr den Ball erobert hatten: "Los, jetzt, fünf vor." Er meinte den möglichen und dann wohl entscheidenden Vorsprung. Es kam jedoch anders, weil zuerst Menzlaff nur den Pfosten traf, Apolda letzte Reserven mobilisierte und der ansonsten bei Strafwürfen perfekt verwandelnde Matthias Herff einmal scheiterte.

Beim 25:24 (50.) war Apolda wieder dran und selbst nach dem 28:25 (54.) und dem 29:26 (55.) musste die SGL weiter alles investieren. Genau 94 Sekunden vor dem Ende produzierte Langenfeld dann beim Stande von 31:29 jene Szene, die alle Zweifel beseitigte. Das Anspiel auf Kreisläufer Andreas Nelte brachte einen Siebenmeter, für den sich André Boelken den Ball nahm. Der Regisseur trat an und verwandelte zum 32:29 (59.). Wenig später war Feierabend und eines jener Gänsehautspiele vorbei, die die meisten wohl so schnell nicht vergessen werden.

SG Langenfeld: Geske, Riebau - Thöne (3), Kolletzko, Wolter, Preissegger (2), Menzlaff (8), Adams (3), Herff (5/4), Hambrock (3), Stolley (1), Schickhaus (1), Boelken (5/1), Nelte (1).

Quelle: RP
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