| 00.00 Uhr

Einwurf
Über das schmerzhafte Schicksal eines Aufsteigers

Langenfeld. Dennis Werkmeister ist ein fairer Verlierer. Der Trainer des Handball-Drittligisten SG Langenfeld (SGL) ist keiner, der die Schuld für eine Niederlage zuerst bei anderen sucht. So war es auch nach dem 27:34 gegen den Longericher SC ehrlich. "Natürlich war das nicht spielentscheidend", urteilte der SGL-Coach, der seinen Standpunkt nachher trotzdem den Unparteiischen Lars Gruner (TV Marktsteft) und Daniel Mildner (TG Schweinfurt) aus dem Bayerischen Handball-Verband übermittelte.

"Unglaublich. Jede knappe Entscheidung ist gegen uns ausgefallen", fand Werkmeister, "und ich muss bewundern, dass meine Spieler so ruhig gebleben sind. Kann es sein, dass wir darunter leiden, ein Aufsteiger zu sein?" Die Antwort ist ebenso einfach wie möglicherweise frustrierend: Ja. Langenfeld hatte es zuletzt mit Bayer Dormagen, dem VfL Eintracht Hagen, dem Neusser HV und jetzt Longerich zu tun. Alle diese Teams sind feste Größen in der 3. Liga oder waren sogar schon noch höher unterwegs.

Wenn Spieler wie Dustin Thöne oder Andreas Nelte in gegnerischen Abwehrreihen heftig bearbeitet werden, liegt vieles im Grenzbereich des Regelwerkes - das sich oft in die eine oder in die andere Richtung auslegen lässt. Im Kader der SGL verfügen nur Torhüter Tobias Geske und Rückraumspieler Tim Menzlaff über Drittliga-Erfahrung, während diese Klasse für alle anderen Spieler des Kaders völliges Neuland ist. Langenfeld hat aber eine Chance, etwas zu ändern - durch Weiterkämpfen, durch Hingabe, durch Leidenschaft.

Die SGL ist auf der einen Seite in die Rolle der nie aufgebenden Gallier geschlüpft. Auf der anderen Seite ist ihr Name in der höheren Klasse immer noch Nobody. Auch das war klar, als sich alle auf das Abenteuer 3. Liga eingelassen haben. Michael Deutzmann

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Einwurf: Über das schmerzhafte Schicksal eines Aufsteigers


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.