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Einwurf
Über Messlatten und steigende Ansprüche

Langenfeld. Es wurde ein großartiges Handball-Erlebnis. Und wer da war, dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf den Geschmack gekommen sein. Es waren die Spieler unten auf dem Parkett, die für die Gänsehaut-Atmosphäre verantwortlich waren -weil sie dafür sorgten, dass der Funke auf die Fans übersprang. Die Halle am Konrad-Adenauer-Gymnasium ging zwar nicht als ausverkauft durch, sah aber mit gut 400 Zuschauern sehr ansprechend gefüllt aus. Mit diesem Wert lag der Drittliga-Aufsteiger Langenfeld, der noch vor einer Woche in Leichlingen eine 28:39-Pleite kassiert hatte, auch im Klassenvergleich ziemlich weit vorne. Ähnliche viele Zuschauer registrierten lediglich der KSV Baunatal (420 beim 25:28 gegen Eintracht Hagen), die SG Ratingen (403 beim 23:26 gegen Longerich) und der TV Korschenbroich (487 beim 26:36 gegen den Neusser HV).

Herausragend war auf jeden Fall der Unterhaltungswert der Partie, in der sich keine Mannschaft zu irgendeinem Zeitpunkt für mehr als zwei Tore absetzen konnte. Die SGL, die im Vergleich zur Konkurrenz eben ein klassischer Neuling und kein etablierter Drittligist mit üppigen finanziellen Möglichkeiten ist, betrieb über 60 Minuten beste Eigenwerbung. Über weite Strecken erinnerte der Auftritt mit viel Herz und Leidenschaft sehr an die vergangene Saison. "So muss das immer sein", fand Kreisläufer Dustin Thöne. Wie der Stand der Dinge in des Gegners Halle ist, kann die SGL am nächsten Sonntag (17 Uhr) im Spiel bei der HSG Handball Lemgo II überprüfen. Die Messlatte liegt jetzt jedenfalls höher als nach dem missratenen Auftakt in Leichlingen, den alle sehr schmerzhaft fanden.

Der Fußball-Oberligist SF Baumberg (SFB) legt die Latte ebenfalls Stück für Stück höher. Trotz einer schwierigen Vorbereitung, in der praktisch nie der komplette Kader zur Verfügung stand, liegen die Baumberger nach zwei Siegen hintereinander auf dem weiten Weg zum Klassenerhalt voll im Soll. Und natürlich war Trainer Salah El Halimi nach dem 3:0 gestern in Krefeld-Fischeln sehr einverstanden mit der Leistung seines Teams. Trotzdem fand er nachher einen Bereich, in dem sich die Mannschaft für die kommenden Aufgaben noch steigern kann: "Wir haben unsere Kontermöglichkeiten nicht konsequent zu Ende gespielt."

Weniger konsequent als bisher war der Auftritt des FC Monheim, der die Messlatte als Aufsteiger zur Fußball-Landesliga nach fünf Siegen in Folge längst hochgeschraubt hatte und sich nun mit einem 0:0 gegen Meerbusch II begnügen musste. Weil die Monheimer aber keine naiven Träumer sind, werten sie das Ergebnis nicht als Enttäuschung. Ganz nebenbei ist Monheim als Zweiter mit 16 Punkten immer noch ungeschlagen. Und 11:1 Tore sind ebenfalls ein großartiges Erlebnis. Michael Deutzmann

Quelle: RP
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