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Einwurf
Über Unwirkliches und falsche Trikots

Langenfeld. Wer sich die Tabelle der Fußball-Oberliga ansieht, wird vermutlich seinen Augen nicht richtig trauen. Da stehen die Sportfreunde Baumberg (SFB) punktgleich mit dem Spitzenreiter ETB SW Essen auf dem zweiten Tabellenplatz. Direkt und nur einen Zähler dahinter hat sich der Aufsteiger FC Monheim (FCM) einsortiert. Was die Lokalrivalen eint: Beide betonen bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass es sich nur um eine Moment-Aufnahme handelt. Beide könnten auch in der Formulierung ihrer Saisonziele voneinander abgeschrieben haben. Es geht erstens "nur" um den Klassenerhalt und zweitens darum, so schnell wie möglich die nach aller Erfahrung rettende Marke von 40 Punkten zu erreichen. Bliebe es beim jetzigen Tempo, hätten die Nachbarn bereits vor Weihnachten ein ausreichendes Polster.

Natürlich hat der Gedanke an die Regionalliga in Monheim etwas vollkommen Unwirkliches. Aber vielleicht können sowohl die Baumberger als auch der FCM ihre aktuell beängstigend gute Verfassung bis in den kalendarischen Herbst transportieren. Da sollten vorsichtshalber alle hiesigen Fußball-Freunde schon mal den 15. Oktober mit einem dicken Rotstift in einen Kalender eintragen, weil dann an der Sandstraße das Derby der Ortsrivalen steigt. Niemand dürfte etwas dagegen einzuwenden haben, wenn es sich gleichzeitig auch um ein richtiges Spitzenspiel handelt.

Ein Spitzenspiel war das Derby zwischen der SG Langenfeld (SGL) und dem TuS 82 Opladen zum Auftakt der neuen Saison in der Handball-Regionalliga sicher nicht. Dazu blieben beide Mannschaften in einigen Bereichen zu viel schuldig, sodass Kampf und Krampf über weite Strecken dominierten. Mitten im Getümmel betätigten sich auf Langenfelder Seite die Spieler mit der Nummer 89 und der Nummer 10. Der eine hieß nach dem Aufdruck auf seinem Trikot (Thomas) Fischer, der andere (Toni) Kniesche. Beide gehören sonst zum Kader der zweiten Langenfelder Mannschaft. Ganz schön verwirrend. Im offiziellen Spielbericht waren immerhin die richtigen Namen aufgeführt: Felix Korbmacher für die Nummer 89 und Mats Heyde für die Nummer 10. Wer sich nur auf den ersten optischen Eindruck verließ, durfte allerdings rätseln. Vielleicht ist Handball ja nur etwas für echte Kenner der hiesigen Gegebenheiten. Doch bestimmt lässt sich bald einrichten, dass alle die passende Spielkleidung tragen. Es sieht immer besser aus, wenn auch drin ist, was draufsteht.

Michael Deutzmann

Quelle: RP
 
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