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Paralympics Léon Schäfer
Über "Wünsch dir was" zum Spitzensport

Langenfeld. Weil die russischen Athleten gesperrt sind, ist der 19-Jährige nachgerückt. Nun will er bei den Paralympics überzeugen - und Kontakte knüpfen. Von Dorian Audersch

LEVERKUSEN Vor rund sechs Jahren erhielt Léon Schäfer die Diagnose, die sein Leben komplett auf den Kopf stellte: Knochenkrebs. Aus dem talentierten Fußballer, der eine Einladung ins DFB-Stützpunkttraining erhielt, wurde ein junger Mann mit amputierten Oberschenkel. Es war der einzige Weg, die Krankheit zu besiegen. Die Alternative wäre eine Prothese als Knochenersatz gewesen, aber dann wäre Sport unmöglichgewesen - undenkbar für ihn.

Ein Schlüsselerlebnis war die Reha im Klinikum Bremen. Im Rahmen der Aktion "Wünsch dir was" kommt es zu einem Treffen mit Markus Rehm. Die Inspiration für seinen Wunsch erhielt er durch Informationen über die Behindertensportabteilung des TSV Bayer. "Nach der Amputation bekam ich einen Flyer in die Hand gedrückt. Mir war sofort klar, dass ich einen der Sportler sehen wollte." Der Austausch mit einem der Stars der Behindertensportszene beflügelte Schäfer. Sie redeten über Sport, Training, Möglichkeiten - der Funke sprang über.

"Ich bin sofort zum TSV Bayer gewechselt", sagt der gebürtige Niedersachse. Es dauerte nicht lange, bis er selbst eine Sportprothese trug und wieder voll einstieg. Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Es folgten ein Weltrekord im Hochsprung bei den Junioren und einige Medaillen über 100 Meter, 200 Meter und Weitsprung. Ein weiteres Vorbild ist für ihn Heinrich Popow, der in der gleichen Schadensklasse (T42) startet und den Weltrekord über 100 Meter hält. "Er ist ein Mentor für mich, gibt mir Tipps und hilft mir, wo es geht." Irgendwann, sagt Schäfer, wolle er Popow im Rennen schlagen. Seine Paradedisziplin ist aber nach eigenem Bekunden der Weitsprung. Heute startet er über 100 Meter (15.33 MESZ). Das Finale ist morgen. Im Weitsprung geht Schäfer am Samstag an den Start (15.45 Uhr).

Bei den Paralympics geht es ihm auch um die Erfahrung - in den Stadien, im paralympischen Dorf und abseits der Wettkämpfe. "Ich freue mich über die Eindrücke und die Kontakte zu Athleten aus aller Welt."

Quelle: RP
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