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Wasserski
Verrückt nach dem Brett

Wasserski: Verrückt nach dem Brett
Fest im Griff: Daniel Grant macht zurzeit in Europa einen Urlaub der etwas anderen Art – sportlich anspruchsvoll und sehr abwechslungsreich. FOTO: RPO
Daniel Grant ist Wakeskater und Wakeboarder aus Leidenschaft. Der Zwölfjährige, Sohn einer Thailänderin und eines Engländers, kennt reichlich Tricks und nur ein großes Ziel: "Ich will fahren. Alles andere interessiert mich nicht." Von Holger Besslich

Hibbelig steht Daniel Grant in der kurzen Schlange an der Wasserski-Anlage in Berghausen. Nur sieben andere sind noch vor ihm an der Reihe. Kaum eine Sekunde mag der aus Thailand stammende Wakeskater und Wakeboarder mit Warten verbringen. Beim Studentenlauf morgens um acht Uhr fällt der Zwölfjährige allein durch seine Körpergröße auf, denn Daniel ist über zwei Köpfe kleiner als der Rest. "Ich will nur fahren. Alles andere interessiert mich nicht. Ich will aufs Wasser und Spaß haben", sagt er entschlossen.

Dass der Sohn einer Thailänderin und eines Briten auch in der deutschen Szene bekannt ist, hat er den vielen Videos zu verdanken, die ein Bekannter zu Hause südlich von Bangkok gedreht und ins Internet gestellt hat. In Südostasien fährt Daniel die Wake Park Tour und liegt hier in einer aussichtsreichen Position für den Titelkampf. Lieblingstrick beim Wakeboarden ist der Moby Dick Five (Rückwärtsrolle mit Drehung und Hantelübergabe hinter dem Rücken). Auf dem Wake-skate steht der Soul Slide, bei dem sich das Brett unter dem Körper in der Längs- und Querachse dreht, oben auf der Liste.

Über Schule und Stil

"Das sind anspruchsvolle Tricks, die viel Spaß machen und super aussehen. Sprünge wie den S-Bend mag ich nicht so. Den Trick macht in Asien jeder, aber mir fehlen da der Anspruch und der Style", findet Daniel. Vater David Grant nimmt seinen Sohn bei Geschäftsreisen während der Schulferien günstig nach Europa mit. "Es sind gerade Ferien und seine Sponsoren geben etwas zur Reise dazu. Nach sechs Wochen muss er zurück in die Schule – wie jedes Kind", erklärt Grant (Vater und Manager in Personalunion). Weitere Europa-Stationen: Nürnberg, Paris, Berlin (Weltmeisterschaft) und Amsterdam, ehe es nach Newcastle zu den Großeltern geht. "Da ist es meist langweilig, weil man nicht fahren kann. Das Reisen durch Europa ist toll, aber das Fahren mit den erfahrenen Jungs noch besser. Da kann ich mir viel abschauen. Das mach ich sonst nur von Videos", berichtet Daniel.

Einfach irgendwas machen

Heute (15 Uhr, Baumberger Straße) startet Daniel Grant in der Ausscheidung zum Wettkampf "Wake the Line" in Köln (Sonntag). "Ich dachte, ich darf mit dem Wakeskate antreten, was ich lieber fahre. Jetzt muss ich mich qualifizieren", sagt Grant, der aber null Druck verspürt: "Ich fahre einfach drauflos und mache irgendwas. Hoffentlich reicht das. Sonst fahr ich halt einfach so."

Quelle: RP
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