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Lokalsport
Völler: "Wichtig ist, dass die Mannschaft die Zeit in Orlando nutzt"

Orlando. Durch die vielen Englischen Wochen und die Belastung der Leverkusener in drei Wettbewerben blieb während der laufenden Spielzeit für das eigentliche Training kaum Zeit. Im Trainingslager in Florida soll die Grundlage für eine erfolgreiche Rückrunde gelegt werden. Von Stefanie Sandmeier

Am Morgen hatte Rudi Völler seine Kapuze noch weit über den Kopf gezogen. Richtige Frühlingsgefühle kommen in Orlando zur Zeit nur nachmittags auf. Das erste Training des Tages erfordert derzeit noch wärmere Kleidung. Trotz zweistelliger Temperaturen und Sonne bläst der Wind ganz schön über das Trainingsgelände. "Vielleicht bin ich da etwas zu weich", entgegnet Bayers Sportchef mit einem Augenzwinkern.

Zur merklich angenehmeren Nachmittagseinheit trifft man den 55-Jährigen dann auch nur noch mit Sonnenbrille und Cap, der aber nicht meckern will. Im Gegenteil: Der Mannschaft fehlt es im Omni Resort an nichts. Das Golfhotel hat eine gigantische Außenanlage mit großen Pools, Fitnessraum und Einkaufsmöglichkeiten - und bietet dazu optimale Trainingsbedingungen. "Die Plätze sind super, das Wetter ist gut, und wir haben kurze Wege. Das ist wichtig für unsere Arbeit", sagt Völler, der betont, dass die Mannschaft schließlich nicht zum Vergnügen hier ist.

Michael Schade sieht das ähnlich. Der Geschäftsführer reiste am späten Montagabend an und fühlt sich nach den ersten Eindrücken bestätigt in der Entscheidung, wieder nach Orlando gekommen zu sein. "Die Bedingungen könnten kaum besser sein. Die Mannschaft kann sich optimal vorbereiten - was das Allerwichtigste ist. Wenn wir diesen Aufenthalt dann noch für andere Dinge nutzen können, ist das wunderbar", fügte Schade an, der die Reise in die USA verteidigte, die Bayer 04 zugleich für die Stärkung der eigenen Marke nutzen möchte.

Dazu gehören eine Reihe von Aktivitäten: PR-Aktionen, Sponsoren-Termine, Interviews. Damit geht es schon morgens los. Den ganzen Tag über werden sämtliche digitalen Kanäle mit Informationen befeuert.

Dass sich gegenüber dem Vorjahr durchaus etwas an der Wahrnehmung der Werkself in den USA verändert hat, ist deutlich zu spüren. Die Einheiten schauen sich mehr Menschen an. Um den Trainingsbetrieb nicht zu stören, wurden Absperrbänder aufgehängt. Dazu sorgt ein Sicherheitsmann für Ordnung. Auch eine Gruppe von Kamerateams ist ständig vor Ort. Die meisten kommen wegen Chicharito. Der Mexikaner ist in seiner Heimat ein Idol und zieht viele Landsleute an, die in den Staaten leben und die Chance nutzen wollen, ihren Star hautnah zu sehen. Der 27-Jährige ist ein gefragter Mann, dem für Fotos sogar Babys auf den Arm gereicht werden - der aber Profi genug ist zu wissen, dass es in punkto Markenpflege gerade auf ihn ankommt. "Chicharito macht das sensationell", sagt Völler. "Dass er hier so beliebt und bekannt ist, tut uns gut. Noch wichtiger ist aber, dass er auch sportlich gut funktioniert."

Auf den Stürmer, der 19 Tore in 22 Spielen schoss, ruhen die Hoffnungen auch für die Rückrunde, die vor allem im Februar und März viele Englische Wochen bereit hält. Roger Schmidt will mit seinem Team in Florida eine vernünftige Basis dafür legen, der seit langem wieder Gelegenheit hat, über mehrere Tage am Stück intensiv zu trainieren. Der volle Spielplan ließ dafür wenig Zeit. In den Länderspielpausen fehlte überdies das Gros der Spieler. Die Problematik wird in der Rückrunde nicht anders sein, die für Bayer 04 im Februar und März fortwährend Englische Wochen vorsieht.

Auch deshalb, sagt Völler, "ist es wichtig, dass die Mannschaft die Zeit in Orlando nutzt, um vernünftig zu trainieren. Das war zuletzt aufgrund der Dreifachbelastung kaum möglich. In dieser Woche können auch wieder Dinge einstudiert werden."

Quelle: RP
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