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Lokalsport
Was in Rio möglich ist - und was nicht

Leverkusen. Mit dem Start der Leichathletik-Wettkämpfe beginnt für viele Sportler des TSV Bayer endlich die heiße Phase der Olympischen Sommerspiele. Den Anfang machte gestern Siebenkämpferin Jennifer Oeser. Heute und morgen folgen weitere Disziplinen. Von Dorian Audersch

Dass die Siebenkämpferin Jennifer Oeser eine äußerst zähe Athletin ist, hat sie mehrfach bewiesen. Weder eine Verletzung am Fuß, noch eine an der Achillessehne, noch die Geburt ihres Sohnes Jakob im Jahr 2014 konnten sie davon abhalten, sich noch einmal einen großen Traum zu erfüllen und bei den Olympischen Spielen in Rio am Start zu sein. Gestern stieg die 32-Jährige in den Wettkampf ein. Ihr Ziel: ein Ergebnis irgendwo zwischen 6300 und 6400 Punkten - und ein gelungener Abschluss für ihre Karriere. Der Auftakt dazu ist gemacht: Im Hürdenlauf über 100 Meter (13,69 Sekunden) war sie noch von ihrer Bestleistung (13,14) entfernt. Im Hochsprung allerdings stellte sie ihre Bestmarke (1,86 Meter) ein. Zum Redaktionsschluss lag sie bei 2077 Punkten (Platz 9). Weiter ging es zu mitteleuropäischer Zeit in der Nacht.

Es ist aus Sicht des TSV Bayer der Auftakt in die Leichtathletik-Wettkämpfe. Konstanze Klosterhalfen lief ebenfalls in der Nacht die Vorläufe über 1500 Meter, Weitspringer Alyn Camara war eine gute Stunde später am Start. Zu für TV-Zuschauer etwas verträglicheren Zeiten ist heute Sanaa Koubaa zu sehen. Die Hindernisläuferin geht um 15.05 Uhr über 3000 Meter ins Rennen. Ihr Ziel ist sicherlich auch das Finale am Montag (ab 16.15 Uhr), aber vor allem geht es der 31-Jährigen darum, eine neue Bestzeit zu laufen. "Wenn mir das gelingt, habe ich mir nichts vorzuwerfen - auch, wenn das nicht für das Finale reicht", sagte sie im Vorfeld der Wettkämpfe in Brasilien.

Heute Nacht starten ab 1.20 Uhr zudem die beiden Stabhochspringer Tobias Scherbarth und Karsten Dilla in die Qualifikation. Sie kommen als Deutscher Meister und Vizemeister nach Rio. Von den absoluten Bestmarken der Weltspitze sind sie indes noch etwas entfernt. Als Medaillenfavoriten gelten der Brasilianer Thiago Braz da Silva (Bestleistung: 5,92 Meter), der Franzose Renaud Lavillenie (6,05), der US-Amerikaner Sam Kendricks (5,92) oder auch Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken, 5,94). Zum Vergleich: Scherbarth (5,73) und Dilla (5,72) scheinen nicht in Reichweite - und dennoch sind sie nicht völlig chancenlos.

"Im Stabhochsprung kann alles passieren", sagte Paul-Heinz Wellmann vor dem Abflug nach Rio. Trotzdem sei es bei beiden vermessen, von einer Medaille zu sprechen, fügt der Geschäftsführer der Leichtathletik-Abteilung des TSV hinzu. "Für beide wäre das Finale ein schöner Erfolg."

Das gilt auch für den Hochspringer Mateusz Przybylko, der sich in der Nacht von Sonntag auf Montag (ab 1.30 Uhr) für das Finale qualifizieren will. Er hat sich trotz einer hartnäckigen Verletzung der Oberschenkelmuskulatur für Rio qualifiziert. "Es ist für ihn nach der WM im vergangenen Jahr erst der zweite große Wettkampf. Die Teilnahme ist schon ein großer Erfolg, das Finale wäre großartig", meinte Wellmann.

Die wahrscheinlichste Leverkusener Medaille wird heute indes wohl ein Ruderer holen: Felix Drahotta vom RTHC sitzt im Deutschland-Achter, der ab 16:24 Uhr im Finale um eine Medaille kämpft.

Quelle: RP
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