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Wasserfinale: Nur Schwimmen ist schöner

Lokalsport: Wasserfinale: Nur Schwimmen ist schöner
Jörg Bergmeister macht sich derzeit viele Gedanken - auch über seine berufliche Zukunft. Ob sein Vertrag als Porsche-Werksfahrer verlängert wird, kann er derzeit nicht einschätzen: "Das ist alles völlig ungeklärt." FOTO: Wes Duenkel
Langenfeld. Für Motorsportler Jörg Bergmeister war das Saisonfinale in den USA ein Spiegelbild des Jahres. Als Werksfahrer war am kompletten Porsche-Triumph beteiligt. Persönlich gab es aber nur Rang sechs und in zehn Rennen keinen einzigen Sieg. Von Michael Deutzmann

Es ist vollbracht. Und Jörg Bergmeister wird seine Einschätzung über die gerade beendete Saison in den USA teilen müssen. Der erste Bereich umfasst den großen Erfolg seines Arbeitgebers. Porsche gewann in der Tudor United SportsCar Championship 2015 alle Titel - den in der Teamwertung, den in der Herstellerwertung und durch den Franzosen Patrick Pilet den in der Fahrergesamtwertung für die Klasse GTLM. "Das ist ein Mega-Ergebnis für Porsche", bestätigte der Langenfelder. Mit dem persönlichen Ergebnis sah das allerdings anders aus: "Der sechste Platz in der Meisterschaft ist nicht das, was ich mir vorgestellt hatte."

Spritzig: Jörg Bergmeister bewegte den 470 PS starken Dienstwagen in Georgia gekonnt über die "Road Atlanta", die über weite Teile einer Seenplatte glich. FOTO: Porsche AG

Im Porsche mit der Startnummer 911 wechselte er sich mit dem Neuseeländer Earl Bamber am Steuer ab - und beide hatten große Hoffnungen. Doch schon der Auftakt lief holprig, denn eine defekte Lichtmaschine machte bei den 24 Stunden von Daytona (Ende Januar) alle Hoffnungen zunichte. Bei den zwölf Stunden von Sebring (März) störte ein festsitzendes Rad, ehe in Long Beach (April) ein früher Unfall den Dienstwagen zur Reparatur an die Box zwang. In Laguna Seca (Mai) verlor Bergmeister durch einen seiner sehr selten Fahrfehler wertvollen Boden. Das Regenrennen von Watkins Glen (Ende Juni) deutete zart ein Wende an, doch in Kanada (Mitte Juli) war der Porsche 911 RSR zu langsam. Auf seiner Lieblingsstrecke Elkhart Lake (Anfang August) hätten Bergmeister und Bamber ohne eine gelockerte Fronthaube wohl gewonnen.

"Ein Sieg dort wäre noch einmal ein Kick gewesen", findet Bergmeister. In Virginia (Ende August) wurde er ebenfalls Zweiter und in Houston (September) war er wieder auf dem Kurs zu Platz zwei - bis das Benzin auszugehen drohte und ein kurzer Tankstopp den nächsten Rückschlag brachte. Nun blieb eine letzte Gelegenheit für einen weiteren Rennsieg. Der Versuch wurde allerdings ein Schlag ins Wasser.

Heftiger sorgte während der gesamten Veranstaltung "Petit Le Mans" in Georgia für große Probleme. Dass viel Wasser "Porsche-Wetter" ist, stellte Earl Bamber im Qualifying unter Beweis. Obwohl er dort die schnellste Zeit erzielte, musste sich der Porsche letztlich ganz hinten im Feld aufstellen. Nach einem heftigen "Ausritt" des Neuseeländers, der nach eigener Aussage "zu viel wollte", wurde das Qualifying abgebrochen und der Porsche zu umfangreichen Reparatur-Arbeiten von der Strecke geschleppt.

Den letzten Startplatz nahm Bergmeister relativ gelassen: "Das war kein wirkliches Handicap." Seine Rundenzeiten konnten sich gleichzeitig sehen lassen - was jedoch erneut nichts brachte. Erst erreichte die Kühlertemperatur einen kritischen Bereich, dann gab es einen Reifenschaden und eine 60-Sekunden-Strafe. Bamber bog wegen des defekten Reifens in die Boxengasse ein, als das so noch nicht erlaubt war. "Ab da ging es nur darum, das Rennen zu beenden", betont Bergmeister, der sich mit Rang acht begnügen musste. Dass es nach fünfeinhalb Stunden eine Unterbrechung und nach acht Stunden den Abbruch gab, spielte keine Rolle. Der 39-Jährige wird die persönliche Saison rasch abhaken wollen.

Quelle: RP
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