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Einwurf
Weite Fahrten, weite Träume

Langenfeld. Vielleicht war es manchem zu weit. Oder am Samstagabend zu spät. Oder einfach beides. Die ungefähr 80 Kilometer lange und rund eine Stunde dauerende Fahrt bis nach Volmetal hatten jedenfalls nur sehr wenige Handball-Freunde auf sich genommen, um den Drittligisten SG Langenfeld (SGL) an Ort und Stelle anzufeuern. Zu den Unterstützern gehörten etwa Mitglieder der Familien Riebau und Thöne, die den Torhüter und den Kreisläufer sowie deren Teamkollegen nach besten Kräften anzufeuern. Auf der Tribüne saß auch Karl- Heinz Bruser, der Ehrenvorsitzende des Gesamtvereins SG Langenfeld, der längst zum echten Handball-Fan geworden ist. Die nicht eingesetzten Spieler Alexander Klimke und Steffen Hambrock drückten ebenfalls von draußen die Daumen. Dass der Mini-Zuschauer-Block aus Langenfeld akustisch keine Chance im Vergleich zu den 350 Volmetalern hatte, lag auf der Hand. Dass sich die Mannschaft nach der sicherlich schmerzhaften Pleite trotzdem bei ihren Fans bedankte, wirkte zunächst kurios. Selbst auf ihrer Seite waren die paar Langenfelder schließlich nicht einfach zu finden. Unter dem Strich war es allerdings eher ein Zeichen von Größe, sich ziemlich unmittelbar nach der Schluss-Sirene gerade denen zu stellen, die den Weg doch auf sich genommen hatten. Die echt mit dem Herzen dabei waren, hatten es auch verdient.

Ebenfalls verdient war die erste Niederlage seit ganz langer Zeit, die der Fußball-Landesligist FC Monheim (FCM) beim 2:5 gegen den VfL Jüchen-Garzweiler hinnehmen musste. Das Team des Trainerduos Dennis Ruess/Manuel Windges wurde nach einem Höhenflug einfach wieder geerdet - was für die Monheimer allerdings gar keins oder höchstens ein kleines Drama ist. Erstens hatten alle geahnt, dass irgendwann ein Rückschlag kommen würde. Und zweitens ist der FCM immer noch Zweiter. Demnach ist der Ausrutscher vor allem ein echtes Luxus-Problem.

Gar keine Probleme haben derzeit die beiden Bezirksligisten SC Reusrath und SSV Berghausen, die auf dem Weg zu möglichst früher Sicherheit voll im Soll liegen. Die Reusrather stehen als Siebter der Gruppe 1 mit 17 Punkten auf einem sehr soliden sechsten Rang und die Berghausener mit 18 Zählern als Dritter der Gruppe 2 sogar noch etwas besser. Bei beiden ist der Abstand zu den gefährlichen Regionen in der Tabelle beruhigend groß. Weil der SSV nach Punkten gleichauf mit dem Zweiten TSV Eller 04 liegt, darf er momentan sogar ein bisschen träumen. Rang zwei bringt ja eventuell das Recht, an einer Landesliga-Relegation teilzunehmen. Vielleicht liegt der Gedanke daran aber tatsächlich ein bisschen sehr weit weg.

Michael Deutzmann

Quelle: RP
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