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Wenn ein Porsche ewig in der Werkstatt steht

Lokalsport: Wenn ein Porsche ewig in der Werkstatt steht
Hektik in der Nacht: Der Parkplace-Porsche musste immer wieder eine Pause einlegen - nicht nur für Routine-Stopps. FOTO: Park Place Motorsports
Langenfeld. Jörg Bergmeister hatte beim 24-Stunden-Rennen viel Pech. Größte Probleme waren die Bremsen und eine abgerissene Türklinke. Von Michael Deutzmann

Es kam mit Ansage und Jörg Bergmeister hatte nicht den Hauch einer Chance, das Unheil zu verhindern. Der Porsche-Werksfahrer, bereits drei Mal Sieger bei den 24 Stunden von Daytona, wollte für Park Place Motorsports aus Texas in Florida vorne mitmischen. Er war auch fest davon überzeugt, sich mit Teamchef Patrick Lindsey, dem Österreicher Norbert Siedler und dem New Yorker Tim Pappas die Arbeit in einem konkurrenzfähigen Porsche 911 GT 3 R teilen zu können. Dann deutete bereits das für die Start-Aufstellung entscheidende Qualifying (Zeittraining) an, dass wohl wenig reibungslos laufen würde. Ein Reifenschaden stoppte Pappas, der noch keine schnelle Runde abgeliefert hatte - das Aus. Also musste der 500 PS starke Dienstwagen mit der Startnummer 73 das Rennen von ganz hinten aufnehmen. "Es kann nur besser werden", sagte Bergmeister zum Pech des Teams.

Der Langenfelder, der in seiner Karriere schon fast alles erlebt hat, sollte sich irren. Die gute Nachricht am Ende: Der Porsche überquerte nach 24 Stunden tatsächlich die Ziellinie. Die schlechtere Nachricht, hinter der sich gleich ein paar Dramen verbargen: Für Park Place gab es lediglich Rang 18 - mit 77 Runden Rückstand auf den Klassensieger. Bergmeister fasste es kurz und knapp zusammen: "So ein Mist."

Was ist bloß los? Jörg Bergmeister verfolgte das Rennen in Daytona mit erkennbar mäßiger Begeisterung. FOTO: Park Place Motorsports

Für die Chancen auf ein Top-Resultat war der letzte Startplatz weniger wichtig - weil 24 Stunden gewöhnlich genügend Raum für eine deutliche Verbesserung lassen. Der Park Place Porsche hatte jedoch von Beginn an erhebliche Schwierigkeiten mit den Bremsen und bekam sie trotz intensiver Bemühungen nicht in den Griff. Ein Brems-Wechsel bracht keinen Fortschritt. Jörg Bergmeister, dessen Einsatz im Fahrer-Quartett erst relativ spät begann, musste draußen mit ansehen, dass "sein" Porsche im Kampf um eine Top-Platzierung irgendwie auf verlorenem Posten stand. Zusätzliches Pech: Während sonst in Daytona weit über ein Dutzend Gelbphasen die Regel sind, gab es diesmal nur vier. In Gelbphasen (meist nach Unfällen oder anderen Zwischenfällen) müssen alle Fahrer das Tempo reduzieren und Überholen ist verboten. Das reduziert den Vorsprung der Führenden und die dahinter folgenden Konkurrenten können den Rückstand verringern. Für Park Place spielte das diesmal keine Rolle.

Bergmeister passierte, was Teamchef Lindsey später treffend als "freak accident" bezeichnete, als einen extrem ungewöhnlichen Unfall. Nach einem Dreher rutschte der schwierig zu fahrende Porsche von der Strecke und war auf dem Weg in einen vor der Mauer schützenden Reifenstapel. Der Kontakt wäre vermutlich kein großes Thema gewesen: "Mit dem Auto war eigentlich alles in Ordnung", berichtete Bergmeister. Pech für Park Place: Es lagen Teile von einem vorherigen Unfall herum und es gab einen Volltreffer, der die Türklinke des Porsche abriss - dessen Fahrertür sich daraufhin nicht mehr öffnen ließ. Diesen Mangel zu beheben, erwies sich als komplizierte und zeitraubende Angelegenheit. Bergmeister: "Es hat ewig gedauert."

Dass er sich in den beiden letzten Stunden nach dem Absturz auf Rang 19 noch um eine Position verbessern konnte, linderte die Enttäuschung nicht. Lindsey sah darin trotzdem einen Beweis für Einsatz, Leidenschaft und Teamgeist bei Park Place: "Die Jungs haben alle einen großartigen Job gemacht." Jörg Bergmeister betrachtete es durchaus etwas nüchterner. "Das war kein Vergnügungstrip", fand der 41-Jährige, der sich bald wieder auf den Weg nach Florida machen wird. Das ebenfalls berühmte Zwölf-Stunden-Rennen von Sebring wirft seine Schatten voraus. Einiges spricht dafür, dass es am 17. März tatsächlich nur besser werden kann.

Quelle: RP
 
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