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Wenn in Florida die Sonne untergeht

Motorsport: Wenn in Florida die Sonne untergeht
Am liebsten vorne: Jörg Bergmeister hatten einen perfekt vorbereiteten Porsche 911 RSR (links) zur Hand, aber beim Traditionsrennen in Sebring am Ende kein Glück. FOTO: Porsche AG
Langenfeld. Motorsportler Jörg Bergmeister war beim Zwölf-Stunden-Rennen von Sebring aussichtsreich unterwegs. Dann zerstörte ein technisches Problem alle Sieghoffnungen. Das linke Hinterrad des Porsche ließ sich nicht lösen. Von Michael Deutzmann

Verrückter geht es vermutlich kaum noch. Aber Jörg Bergmeister, der in seiner langen und erfolgreichen Karriere schon so viel erlebt hat, nimmt es gefasst - weil er sowieso nichts daran ändern kann und sich lieber direkt auf die nächsten Aufgaben konzentriert. Neu war die Geschichte trotzdem, die ihn beim zweiten Lauf in der neuen Saison der Tudor United SportsCar Championship (TUSCC) in Florida um alle Chancen auf das erhoffte Top-Resultat brachte. Elf Stunden lang fuhr der Langenfelder Motorsportler mit seinen Teamkollegen Frédéric Makowiecki (Frankreich) und Earl Bamber (Neusseland) beim Zwölf-Stunden-Rennen von Sebring im Porsche 911 RSR um den Sieg mit. Dann kam Makowiecki zum Routinestopp an die Box. Und wie aus heiterem Himmel verschwanden alle Hoffnungen im Nirgendwo. Das linke Hinterrad ließ sich nicht lösen.

Schon durch dieses technische Problem stand der Dienstwagen mit der Startnummer 912 so lange, dass die Konkurrenz draußen uneinholbar davonfuhr. Bergmeister war ziemlich machtloser Augenzeuge, wie es Mackowiecki auf den alten Rädern trotzdem noch einmal probierte. Eine Runde später kam er jedoch zurück, weil nun die Radaufhängung zu stark beschädigt war und gewechselt werden musste.

"Wir wissen bisher noch nicht genau, woran es gelegen hat", sagt Bergmeister, "aber dieses Problem hat uns mindestens den Platz auf dem Podium gekostet." Sicher ist, dass der Dienstwagen bis zum Pech in der Endphase des Rennens auf dem holprigen Flugplatzkurs mitten im "Sunshine State" Florida nahezu wie auf Schienen unterwegs war. "Wir hatten nicht den kleinsten Kratzer am Auto", berichtete Bergmeister, der mit der Leistung seiner beiden Fahrerkollegen und seiner eigenen vollauf zufrieden war: "Wir haben uns nichts vorzuwerfen."

Bereits im Qualifying (Zeittraining), das über die Startaufstellung entscheidet, hatten sich die vorherigen intensiven Tests in Sebring ausgezahlt. "Die Balance des 911 RSR war hervorragend. Wir waren gut aufgestellt, unsere Strategie wäre aufgegangen", urteilte Marco Ujhasi, der bei Porsche der Gesamtprojektleiter für den GT Werksmotorsport ist. Werksfahrer Bergmeister konnte das nur bestätigen: "Es lief insgesamt sehr gut für uns.." In der offiziellen Statistik sammelten die vom Team Porsche North America eingesetzten Dienstfahrzeuge sogar die meisten Führungskilometer. Als die Zielflagge nach zwölf Stunden das Ende der Veranstaltung anzeigte, blieb für Bergmeister jedoch nur der siebte Platz - immerhin 13 Runden hinter den Siegern.

Der 39-Jährige nahm bei der Abreise trotzdem ein bisschen Positives mit nach Hause: "Es war ein schönes Gefühl, absolut konkurrenzfähig zu sein." Wie das beim dritten Rennen der TUSSC aussieht, ist allerdings eine andere Frage - weil die Verhältnisse in Kalifornien extrem anders sein werden. In Long Beach geht es auf einem Stadtkurs zur Sache - und das Rennen ist mit 1:40 Stunden sehr viel kürzer. Und jedes Problem wirkt sich noch stärker aus. Bergmeisters Vorteil: Er hat gerade etwas Besonders erlebt. Vielleicht kann er sich bald mal wieder über etwas ganz Normales freuen.

Quelle: RP
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