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Lokalsport
Wer auch im Wald durchblickt

Langenfeld. Der Langenfelder Motorsportler Jörg Bergmeister belegte auf seiner Lieblingsstrecke in Elkhart Lake zum zweiten Mal in dieser Saison den zweiten Platz - weil ihm kurz vor Schluss noch ein atemberaubendes Überholmanöver gelang. Von Michael Deutzmann

Es kommt eher selten vor, dass Jörg Bergmeister im Dienst einen derart gelösten Eindruck macht - obwohl er gar nicht gewonnen hat. Am Tag danach konnte der Motorsportler aber im Hotel kurz vor der Abfahrt zum Flughafen in Chicago das Frühstück genießen und in Ruhe das Rennen in Elkhart Lake (Wisconsin) vor seinem Auge ablaufen lassen. Im Gepäck hatte er zum zweiten Mal in dieser Saison in der Tudor United SportsCar Championship den zweiten Platz. "Von der Pace her waren wir wirklich schnell genug", stellte der 39-Jährige fest. Damit durfte er gegenüber den meisten Rennen in dieser Saison einen Fortschritt feststellen.

Außerdem stellte Bergmeister kurz vor Schluss mit einem starken Überholmanöver sein Können eindrucksvoll unter Beweis und sicherte so erst den Doppelsieg für Porsche und den 911 RSR. Ganz vorne landeten der Franzose Patrick Pilet und der Engländer Nick Tandy im Dienstwagen mit der Startnummer 911 - rund fünf Sekunden vor Bergmeister, der sich die Arbeit am Lenkrad der Startnummer 912 mit dem Teamkollegen Earl Bamber teilte. Der Neuseeländer zeigte bereits im Qualifying (Zeittraining), was möglich sein könnte. In einer perfekten Runde stellte er den Porsche mit 2:02,384 Minuten für die 6,514 Kilometer auf Startplatz eins.

Der überragende Auftritt des Duos kam nicht völlig aus dem Nichts, denn bei vorherigen Tests auf der "Road America" waren Bergmeister/Bamber ebenfalls sehr schnell. "Damals habe ich gedacht: Wow. Ich wusste, dass wir nicht so einfach zu schlagen sein werden", sagte der Langenfelder, der Elkhart Lake seit vielen Jahren als "absolute Lieblingsstrecke" bezeichnet und sich in diesem Urteil erneut bestätigt sah. Bergmeister geriet wieder ins Schwärmen: "Es gibt da alles - bis hin zu schnellen blinden Ecken."

Lange schien der erste Saisonsieg in Reichweite zu sein, denn Bamber verteidigte die Führung aus dem Qualifying bis zum Fahrerwechsel. Bergmeister konnte sich ebenfalls gut behaupten - bis er früher als geplant zum letzten Stopp an die Box musste. "Die Fronthaube hatte sich gelockert", erklärte Bergmeister, der anschließend ein paar Positionen verlor und sich mühsam durch viel Verkehr arbeiten musste. Die Endphase bot dafür ein besonders spektakuläres Duell mit dem auf Rang zwei liegenden Ferrari.

Der Langenfelder, der sich tatsächlich noch vorbeischob, nannte den harten Zweikampf "ganz lustig". Ferrari-Pilot Pierre Kaffer hob im Ziel direkt den Daumen. Die Geste sollte signalisieren, dass alles in Ordnung war. Später äußerte sich der in der Schweiz lebende Deutsche eindeutiger: "Wir haben eine großartige Show geliefert. So etwas macht einfach Spaß." Das sah Jörg Bergmeister nicht viel anders und auch deshalb konnte er mit Rang zwei mal halbwegs leben.

Quelle: RP
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