| 00.00 Uhr

Lokalsport
Wie ein Endspiel: Langenfeld muss gewinnen

Lokalsport: Wie ein Endspiel: Langenfeld muss gewinnen
Hoch, höher, Heider: Langenfeld braucht Tore aus dem Rückraum - auch die von Henrik Heider (beim Wurf/links Dustin Thöne). FOTO: Ralph Matzerath (ARCHIV)
Langenfeld. Der Drittliga-Aufsteiger hat sich mit dem 25:32 in Ahlen selbst unter Druck gesetzt. Jetzt hilft nur ein Sieg im Heimspiel gegen Volmetal. Von Michael Deutzmann

Besondere mathematische Fähigkeiten sind in diesem Fall kaum erforderlich. Die Drittliga-Handballer der SG Langenfeld (SGL) stehen nach 19 Spielen mit 9:29 Zählern auf einem Abstiegsplatz. Sollten sie ihre bisherige Ausbeute fortsetzen, die bei knapp einem halben Punkt pro Partie liegt, werden sie den Klassenerhalt eher nicht schaffen. In einer Hochrechnung käme der Aufsteiger nach den insgesamt 30 Spielen auf 14 oder 15 Punkte. Und diese Ausbeute wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht genügen, um drinzubleiben. Ob das Team von Trainer Dennis Werkmeister überhaupt noch lange und viel über den Klassenerhalt nachdenken kann, dürfte sich dabei schon heute Abend zeigen (19.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium). Langenfeld erwartet als Vorletzter den drei Zähler besser gestellten Viertletzten TuS Volmetal, für den die Saison vermutlich gerne bereits vorbei sein dürfte. Rang 13 ist schließlich so etwas wie das gelobte Land, das die Rettung bedeutet.

Die SGL hat es sich selbst zuzuschreiben, dass sie auf dem Weg durch ihr Abenteuer 3. Liga nicht besser dasteht. Jüngster Beleg war erst das vergangene Wochenende mit dem 25:32 bei der Ahlener TG. Im Kellerduell streute Langenfeld derart viele Fehler ein, dass es für einen Erfolg nicht in Frage kommen konnte. "Das war im höchsten Grad frustrierend", sagt Trainer Werkmeister im Rückblick, "wir haben nicht die Einstellung mitgebracht, die wir für einen Sieg gebraucht hätten." Seine Erklärung fürs knappe 11:12 nach der ersten Hälfte: "Das war Ahlen noch blöder als wir."

Der Drittliga-Neuling muss gegen Volmetal praktisch alles anders machen - im Angriff, der in Ahlen im Grunde lediglich aus Linksaußen Vinzenz Preissegger und Regisseur André Eich bestand, und in der Abwehr, die sich in ihrer offensiven Ausrichtung immer wieder in Einzelteile zerlegen ließ. "Wenn wir nicht alle an einem Strang ziehen, werden wir es nicht schaffen", vermutet der SGL-Coach, der jetzt einen ganz anderen Auftritt erwartet: "Die Mannschaft muss eine Reaktion zeigen. Es geht für uns um eine Wiedergutmachung."

Möglicherweise bringt der SGL dabei der Blick zurück auf die Hinrunde und den 8. Oktober 2016 ein zusätzliches Plus an Motivation. Damals verschenkten die Gäste den Sieg leichtfertig, der in der von vielen Fehlern geprägten Partie besonders nach der 21:20-Führung rund 15 Minuten vor dem Ende gut möglich gewesen wäre. Aus dem 23:23 (50.) machte Volmetal dank Langenfelder Patzer das 25:23 (53.). Später gab es nach dem 26:27 (56.) erneut wenig Übersicht und dafür viele überflüssige Wurfversuche. Mit einem Erfolg seinerzeit in Volmetal und zwei Punkten aus Ahlen hätte Werkmeisters Team nicht 9:29, sondern 13:25 Zähler - und sähe im Abstiegskampf deutlich besser aus.

Die Bilanz für die Rückrunde weist für beide Kontrahenten 4:4 Punkte auf. Volmetal setzte sich gegen die HSG Krefeld (29:25) und gegen Ahlen (32:28) durch, verlor aber bei der HSG Handball Lemgo II (31:34) und beim TSV Bayer Dormagen (33:35). Langenfeld gewann nach der Niederlage gegen den Leichlinger TV (29:32) in Krefeld (33:32) und gegen Lemgo II (29:28), ehe der Rückschlag von Ahlen folgte. TuS-Trainer Michael Wolf sieht die Situation realistisch: "Es ist ein wichtiges Spiel für uns, wenn nicht das wichtigste." Kollege Werkmeister geht trotzdem davon aus, dass dem TuS nicht ausgerechnet in Langenfeld der erste Auswärtssieg der Saison gelingt: "Keine Frage - wir gewinnen." Noch vor Kurzem hatte er erklärt, mit zwei Punkten aus dem Paket Ahlen/Volmetal leben zu können. Selbst dieses bereits relativ bescheidene Ziel ist nun in Gefahr. Wie sich die SGL retten kann, liegt auf der Hand - selbst ohne besondere mathematische Fähigkeiten.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Wie ein Endspiel: Langenfeld muss gewinnen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.