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Lokalsport
Wie leichtsinnig: Gallier werfen den Sieg weg

Langenfeld. Der Handball-Drittligist SG Langenfeld verlor beim TuS Volmetal mit 26:29, obwohl Torhüter Alexander Riebau herausragend hielt. Von Michael Deutzmann

Diese Nummer könnte richtig teuer werden. Sicher sind die Handballer der SG Langenfeld (SGL) als Aufsteiger zur 3. Liga in der Rolle der Gallier, die als krasser Außenseiter das Beste aus ihren Möglichkeiten machen und selbst übermächtiger Konkurrenz die Stirn bieten wollen. Unter dem Strich geht es ja sowieso nur darum, die Klasse zu halten - was ein riesiger Erfolg wäre. Damit der Plan funktionieren kann, muss Langenfeld aber auch auswärts jede sich bietende Möglichkeit nutzen. Genau davon kann bisher keine Rede sein. Im Gegenteil. Mit dem 26:29 (12:15) beim TuS Volmetal verschenkte das Team von Trainer Dennis Werkmeister leichtfertig einen Sieg. "Wir waren einfach nicht clever genug", fand Kapitän Matthias Herff, "und wir hatten so viele Möglichkeiten. Volmetal war doch nicht besser als wir."

Sein Coach drückte es ähnlich zurückhaltend aus, als ihn der Volmetaler Hallensprecher um eine Stellungnahme bat: "Glückwunsch. Wir sind natürlich enttäuscht und ich glaube, es hätte kippen können. Aber im Endeffekt ist es ein verdienter Sieg für Volmetal." In der internen Aufarbeitung dürften jedoch viel klarere Worte fallen. "Wir hätten dieses Spiel nie verlieren dürfen", stellte Werkmeister korrekt fest.

Bis zum 6:6 (13.) lieferten sich die beiden Teams einen mit hoher Intensität und noch höherer Fehlerquote geführten Kampf, ehe die SGL den Faden verlor - 6:11 (18.). Es gab hier eine Mixtur aus schwach pfeifenden Schiedsrichtern, ausgelassenen Chancen und allgemeinem Chaos, das erst nach dem 8:12 (23.) wieder auf ein erträglicheres Maß sank. Als André Boelken auf 13:15 verkürzt hatte (31.), schien sich das Blatt bereits zu wenden, doch Langenfeld stellte sich selbst wieder eine größere Aufgabe - 13:18 (33.).

Erst jetzt wurden die Gallier ihrem Ruf gerecht, denn sie kämpften sich mit Leidenschaft und einer guten Abwehr zurück. Übers 16:18 (36.) und 18:20 (39.) glichen Vinzenz Preissegger (40.) und Andreas Nelte (43.) zum 20:20 aus, ehe Tim Menzlaff sogar das 21:20 gelang (45.). Weil der TuS konsterniert wirkte, lag der Sieg wie auf einem Silbertablett bereit. Langenfeld griff aber nicht zu.

Die SGL kassierte erst das 21:21 (46.) und danach in Überzahl das 21:22 (48.). Nach dem 23:23 (50.) gab es einen überflüssigen Wurfversuch und einen weiteren Fehlwurf - was Volmetal per Gegenstoß zum 24:23 (51.) und 25:23 (53.) nutzte. Nach dem 26:27 (56.) hätten die Gäste bei drei weiteren Angriffen zumindest ausgleichen können, doch die bisweilen unvorbereiteten Versuche verpufften ohne Wirkung. "Wenn du bei so vielen Chancen nur einmal in Führung gehen kannst, verlierst du so ein Spiel", fand Werkmeister, der die konsequente Umsetzung besprochener Aktionen arg vermisste: "Das hat für mich mit mangelnder Spieldisziplin zu tun."

Einer, der sich nicht mal den geringsten Vorwurf machen musste, war Torhüter Alexander Riebau, der die SGL durch viele erstklassige Paraden überhaupt im Spiel hielt. "Es war gut, dass ich das Vertrauen vom Trainer hatte, anzufangen", meinte Riebau, "nach meiner Verletzung habe ich geackert wie ein Bulle. Es wäre das i-Tüpfelchen gewesen, dass ich gut halte und wir dann gewinnen. Das ist sowieso immer das Beste." Für Werkmeister war die Leistung zudem der Beleg, dass er in Tobias Geske (fehlte verletzt), Tobias Joest (nur für einen Siebenmeter eingesetzt) und Riebau tatsächlich über drei starke Torhüter verfügt. Das war für den besten Mann des Abends trotzdem ein eher schwacher Trost. "Wir haben uns das hier selbst verdorben", fand Riebau. Und genau das kann im schlimmsten Fall richtig teuer werden.

SG Langenfeld: Joest, Riebau - Thöne, Heider (3), Wolter, Preissegger (3), Adams (4), Zimmermann, Herff, Stolley, Eich (6/3), Boelken (1), Menzlaff (3), Nelte (6).

Quelle: RP
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