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Lokalsport
Wochen der Wahrheit für die Handballer

Langenfeld. Der Drittliga-Aufsteiger SG Langenfeld tritt nach dem 33:32-Erfolg in Krefeld mit Rückenwind gegen die HSG Handball Lemgo II an. Von Michael Deutzmann

Das sieht doch stark nach den Wochen der Wahrheit aus. Dass die Handballer der SG Langenfeld (SGL) im Kampf um den Klassenerhalt wieder brauchbare Aktien haben, ist dabei auf den ersten Auswärtssieg des Drittliga-Aufsteigers zurückzuführen. Nach dem 33:32 bei der HSG Krefeld hat das Team von Trainer Dennis Werkmeister das rettende Ufer mit 7:27 Punkten wieder in Sichtweite, denn der TuS Volmetal auf Rang 13 liegt nur drei Zähler weg. Daraus könnte ein direkter Kontakt mit größerer Hoffnung werden - falls der Klassenneuling nachlegen kann. Dazu sollte er vor allem die drei nächsten Aufgaben heute (17.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den Siebten HSG Handball Lemgo II, am 4. Februar beim Drittletzten Ahlener SG und am 11. Februar gegen den Viertletzten TuS Volmetal nutzen. Danach bekommt es Langenfeld mit dem TSV Bayer Dormagen (Fünfter/18. Februar), Eintracht Hagen (Zweiter/4. März), dem Neusser HV (Erster/11. März) und dem Longericher SC zu tun (Dritter/18. März). Das sind jene Top-Mannschaften, gegen die sich die SGL vermutlich nicht viel ausrechnen darf.

Trainer Dennis Werkmeister ist bemüht, den Druck vom Team zu nehmen. "Vor uns liegen sehr interessante Partien", sagt der SGL-Coach, "aber das sind keine Muss-Spiele, sondern alles Kann-Spiele." Weil er an die im Optimalfall möglichen sechs Zähler nicht recht glauben mag, wäre er mit etwas weniger zufrieden: "Wenn wir drei oder vier Punkte holen könnten, wäre das ein wahnsinniger Erfolg." Ein bisschen richtet sich sein Blick schon auf den Saison-Endspurt und auf den letzten Spieltag am 6. Mai. "Ich hoffe, wir arbeiten so gut, dass wir bis zuletzt mit um den Klassenerhalt kämpfen. Dann spielen wir zu Hause gegen Minden II und vielleicht haben wir ein richtiges Finale. Aber bis dahin ist es natürlich ein sehr, sehr langer Weg." Schon die Aufgabe Lemgo wird erneut eine große Herausforderung für die SGL, die in nahezu allen Spielen als Außenseiter gelten muss.

Am 18. September gab es in Lemgo ein 28:32, das zum Teil eher auf eigenes Verschulden zurückzuführen war. Langenfeld setzte seinerzeit den Start in den Sand und lag in der 13. Minute deutlich mit 2:10 hinten. Werkmeister erinnert sich genau: "Da waren wir zu blöd. Wir sind in fünf Gegenstöße gelaufen." Auf der Habenseite stand die Bereitschaft, nicht aufzugeben - selbst nach dem 13:20 (34.) kurz nach dem Beginn der zweiten Halbzeit nicht. Die SGL kämpfte sich zurück und glich zum 26.26 aus (54.), ehe nach der Aufholjagd auf der Zielgeraden vielleicht doch ein paar Körner fehlten. Logisch: Das Video von dieser Partie haben sich die Langenfelder ebenso intensiv angesehen wie weitere Spiele mit Beteiligung der Lemgoer, deren Zweite als Unterbau des Bundesliga-Teams eine U 23 mit sehr vielen jungen Leuten ist und auf viel Tempo setzt.

Beim Sieg in Krefeld passten zuletzt viele Puzzleteile. "Ich glaube nicht, dass wir uns im Angriff noch sehr viel steigern können", findet Langenfelds Trainer. Seine Mannschaft ist mit ihrer Offensiv-Bilanz im Mittelfeld der 3. Liga zu Hause, denn mit den 470 Toren aus 17 Spielen lässt sie neun Kontrahenten hinter sich. Anders sieht es mit der Abwehr aus, für die 537 Gegentreffer der Negativrekord sind. Wie es besser geht, zeigt nach Werkmeisters Ansicht ausgerechnet der kommende Gegner: "Die spielen eine 6:0-Deckung, die sehr beweglich und aggressiv ist." Hoffnung macht der SGL, dass sie in Heimspielen oft etwas intensiver zupackt. Anders wird sich der Kurs der Aktien im Abstiegskampf auch nicht weiter steigern lassen. Und es sieht gerade nach den Wochen der Wahrheit aus.

Quelle: RP
 
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