| 20.10 Uhr

Monheim
Sportler fürchten den Energie-Euro

Düsseldorf. Der neue Vorsitzende des Stadtsportverbandes (SSV) Karl-Heinz Göbel fordert eine deutliche Reduzierung des von Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) und der Verwaltung geplanten Energie-Euros, mit dem sich die Sportvereine künftig an den laufenden Kosten für die städtischen Turnhallen beteiligen sollen. Von Jörg Janssen

"Die während der letzten Haushaltsberatungen vorgeschlagenen fünf Euro pro genutzter Stunde müssen im Erwachsenenbereich mindestens halbiert werden. Im Kinder- und Jugendbereich gehört diese Idee komplett gestrichen", sagt der neue Repräsentant des Monheimer Sports, der auch Vorsitzender des Breitensportvereins SGM ist. Wie untragbar fünf Euro Hallenmiete pro Stunde wären, macht Göbel am Beispiel der Basketballgemeinschaft (BG) Monheim deutlich. "Auf jedes der 120 Mitglieder käme aufgrund der Belegzeiten eine jährliche Zusatzlast von 80 Euro pro Jahr zu.

Summa summarum wären dies 9600 Euro mehr pro Jahr. Eine Zumutung." Freilich räumt Monheims oberster Sportfunktionär ein, dass nach einer Reduzierung auf "zwei Euro oder 2,50 Euro" und der Freistellung von Jugendlichen am Ende nur rund ein Viertel des ursprünglich von der Stadt kalkulierten Geldsegens für die klamme Stadtkasse bliebe. "Aber was wäre die Alternative?", stellt der SSV-Boss eine eher rhetorische Frage. "Viele Vereine müssten den Jahresbeitrag erhöhen. Besonders sozial schwache Eltern würden in der Folge ihre Kinder dort abmelden. Einfach weil es zu teuer wäre. Das kann niemand wollen."

Mit Blick auf das nun verabschiedete Sportstätten-Konzept, das unter anderem die Neuerrichtung einer Bezirkssportanlage an der Wolfhagener Straße umfasst, signalisiert Göbel, der als CDU-Ratsherr und SGM-Chef stets für die Standort-Alternative Kielsgraben gefochten hatte, "Respekt vor der nun getroffenen Mehrheitsentscheidung". Allerdings bleibe er skeptisch, was die Machbarkeit der Anlage an der Wolfhagener Straße angehe.

Das Modell der Mehrheit funktioniere nur, wenn die Anlage – nach dem Wegfall des Kielsgrabens – tatsächlich Ende kommenden Jahres spielbereit sei. Doch dagegen sprächen die Klagemöglichkeiten des Bauern und Pächters Robert Bossmann sowie der "mit guten Leuten bestückten" Bürgerinitiative. "Ich habe mit Bossmann mehrfach gesprochen und inzwischen erhebliche Zweifel, ob er innerhalb von nur anderthalb Jahren das Feld tatsächlich räumen muss." Sollte es aber unter dem Strich zu wesentlichen Verzögerungen kommen, bedeute dies "eine unzumutbare und darüberhinaus vermeidbare Katastrophe für die Baumberger Sportvereine".

Quelle: RP
 
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