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Flüchtlingsunterkunft
Sportler können Wilhelm-Würz-Halle wieder nutzen

Flüchtlingsunterkunft: Sportler können Wilhelm-Würz-Halle wieder nutzen
Die Erste Beigeordnete Marion Prell machte sich in der Wilhelm-Würz-Halle gemeinsam mit Manfred Weiß und Holger Hammer (v.r.) ein Bild vom Fortgang der Arbeiten. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Seit Herbst wohnten in der Sporthalle bis zu 170 Flüchtlinge. Jetzt wird sie wieder für Vereine und Schulen hergerichtet. Von Stephan Meisel

Marion Prell ist voll des Lobes. "Ich bin begeistert, wie schnell die Handwerker hier wieder klar Schiff machen", sagt die Erste Beigeordnete bei einem Rundgang durch die Wilhelm-Würz-Halle. Seit Oktober 2015 waren die an der Jahnstraße gelegene Sporthalle und deren Nebenräume mit Flüchtlingen belegt. "Bis zu 170 Menschen waren hier untergebracht", sagt Sozialamtsleiter Holger Hammer. Die sind jetzt in anderswo geschaffenen Schlafstätten untergebracht, so dass die Wilhelm-Würz-Halle während der Ferien wieder für ihren eigentlichen Zweck hergerichtet wird.

Die Stadt habe im Herbst keine andere Wahl gehabt, als dieses Gebäude in solch eine Massenunterkunft zu verwandeln, sagt Hammer. "Im Oktober waren in den damals geschaffenen Notquartieren nur noch sieben Plätze frei." Wegen der seinerzeit ungebremsten Zuweisung von Asylbewerbern wurde die Halle von einem Tag auf den anderen der benachbarten Richrather Grundschule und der Kopernikus-Realschule sowie den Vereinssportlern entzogen. Das traf vor allem die Basketballer der SGL, die dort normalerweise ihre Wettkampfspiele austragen, als Trainingsstätte aber auch die SGL-Skaterhockeyspieler und die Behindertensportgemeinschaft. "Alle wollen so schnell wie möglich in die Wilhelm-Würz-Halle", sagt Carsten Lüdorf, Chef des Schul- und Sportreferats.

Manfred Weiß vom städtischen Gebäudemanagement stellt den betroffenen Vereinen eine baldige Rückkehr in Aussicht. "Bevor die Betten für die Asylbewerber aufgestellt wurden, hatten wir den Linoleumboden der Halle mit Holzplatten abgedeckt." Darunter habe eine wasserdampfdurchlässige Spezialfolie verhindert, dass sich stauende Nässe dem Holzuntergrund schadet. "Der Hallenboden ist wieder bespielbar", sagt Weiß. "Er muss nur noch einmal gründlich gereinigt werden."

Die beiden provisorisch im Herbst eingerichteten Küchen werden wieder für ihren ursprünglichen Zweck verfügbar gemacht: als Umkleideräume. Herde, Spülen und Waschmaschinen sind entfernt. Durch neue Böden in den Fluren und Nebenräumen sowie Sanitärarbeiten soll nach Prells Angaben die Halle in einen besseren Zustand versetzt werden als vor der Umnutzung. "Vieles war recht abgenutzt."

Auch die Turnhalle in Wiescheid, die seit August als Unterkunft für bis zu knapp 60 Asylbewerber diente, ist wieder frei. Doch für den Sport ist sie vorerst noch nicht wieder nutzbar. "Erst nach den Sommerferien beginnt dort der Umbau", sagt Weiß. Vorerst weiter mit Flüchtlingen belegt bleiben die Wiescheider Bürgerhalle (seit November; 59 Schlafplätze) und die Turnhalle der früheren Pestalozzi-Schule Am Hang (seit März 2015; 80 Plätze). Nachdem Langenfeld im ersten Halbjahr 2016 kein einziger zusätzlicher Asylbewerber zugewiesen worden war, steigt die von 839 auf 704 geschrumpfte Zahl seit letzter Woche wieder an. Nach Prells Angaben werden bis Ende September in jeder Woche etwa 20 Asylsuchende ankommen, laut Bezirksregierung 273 insgesamt. Anders als im Herbst stehen nunmehr ausreichend Unterkünfte bereit.

Kapazitäten gibt es etwa in den beiden neuen Containergebäuden (bis zu 156 Schlafplätze) an der Theodor-Heuss-Straße, in vier Leichtbauhallen am Winkelsweg, Bahn- und Haus Gravener Straße. Und der für 2,4 Millionen Euro am Winkelsweg errichtete Neubau (310 Plätze) ist auch bezugsfertig. In Reserve sind zudem ein saniertes ehemaliges LVR-Klinikgebäude (185 Plätze)und ein weiteres Heim an der Albert-Einstein-Straße 31.

Quelle: RP
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