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Langenfeld
Springpferdenachwuchs aus Langenfeld

Langenfeld: Springpferdenachwuchs aus Langenfeld
Cesco ist der ganze Stolz von Monika Hagenbeck. Im selben Stall steht sein Nachwuchs, darunter viele silber prämierte Fohlen. FOTO: Matzerath
Langenfeld. Die Zuchtgemeinschaft Hagenbeck züchtet mit Stuten, die von Spitzenvererbern wie Contender und Cornet Obolensky abstammen. Sie hat auch einen gekörten Hengst. Von D. Schmidt-Elmendorff

Er hat ein schönes Gesicht, sehr gute Umgangsformen und läuft sehr schwungvoll. Und von seinem Vater Collin hat er sein Springtalent geerbt - so ähnlich könnte die Kontaktanzeige von Cesco lauten, dem 9-jährigen dunkelbrauen Hengst, der den bislang größten Erfolg der Zuchtgemeinschaft Hagenbeck verkörpert. Er ist in der dritten Generation selbst gezogen, seine Großmutter Robbia (von Rocket Star) war 1994 das erste Fohlen. "Ceso wurde 2009 durch den 30 Tage Test gekört", erklärt Monika Hagenbeck, die gemeinsam mit Tochter Jennifer (29) die Privatzucht in der Krüdersheide unterhält. Bei dieser Prüfung werden neben Springveranlagung, Rittigkeit und Bewegungsablauf auch die "inneren" Eigenschaften eines Hengstes wie Charakter, Temperament und Leistungsbereitschaft beurteilt. Erst als er aber mit fünf Jahren die Hengstleistungsprüfung erfolgreich absolviert hatte, war seine Eintragung ins Hengstbuch I endgültig. "Der Weg dahin ist lang und hart", sagt die 52-jährige Züchterin.

Bisher wird Cesco vor allem für die eigene Zucht eingesetzt. "Wir möchten ihn ungern weggeben. Nachdem er als junges Pferd beinahe an einer Vergiftung gestorben ist, hängt unser Herz an ihm", sagt seine Züchterin. Überhaupt könne man ja erst seinen ersten jetzt vierjährigen Nachkommen ansehen, wie er seine Eigenschaften vererbe. Der erste Verkaufserfolg lässt hoffen: Aus dem Beritt heraus kaufte ein 3-Sterne-S-Springreiter seinen Sohn Cerafino. Die Hengstfohlen Cayesco, Casim, Camiro und die Stutfohlen Carla und Calisha wurden auf der Zuchtschau des Kreiszuchtvereins auf Gut Volkerdey silber prämiert.

"Wir züchten nur mit absolut gesunden und korrekt gebauten, charakterlich einwandfreien Stuten", betont Tochter Jennifer. "Stuten vererben mehr, als man glaubt". Auch bei der Suche nach dem geeigneten Partnern gehen die beiden Frauen sehr sorgsam vor, gucken sich die Hengste mehrfach an - auch unterm Reiter, denn da habe man schon manch negative Überraschung erlebt. In den Stammbäumen der Stuten, in denen Spitzenvererber wie Contender, Cornet Obolensky und Cassini I stehen, fällt klar der Schwerpunkt Springreiten auf. "Ich bin als junge Frau selber bis M Springen geritten", erklärt Monika Hagenbeck. "Aber wir züchten nicht nur für den großen Sport, sondern auch für den gehobenen Freizeitreiter, deshalb legen wir auch Wert auf eine Doppelbegabung." Allein um frisches Blut in die Zucht zu bringen, werden immer wieder auch Vertreter anderer Linien eingekreuzt, wie etwa Los Angeles. Das Hengstfohlen Lornet etwa wurde 2014 bei der Auktion beim Turnier der Sieger in Münster als zweitteuerstes Fohlen versteigert. Der Bestand von mehr als 20 Pferden wird vor allem von Tochter Jennifer versorgt. "Auch die Hengste haben vor ihr Respekt", sagt ihre Mutter. "Wichtig ist aber auch, dass man mit den jungen Pferden täglich Umgang hat". Ihren Betrieb bezeichnet sie als Hobby-Zucht. "Große finanzielle Sprünge machen wir da nicht, Urlaub kennen wir nicht", sagt sie. Künftig wird sie aber häufiger einen Kurztrip nach Verden einplanen müssen, denn nachdem der rheinische und der hannoveranische Zuchtverband fusioniert haben, finden dort viele Veranstaltungen statt. "Ich werde aber für meine Fohlen weiter den rheinischen Brand bevorzugen - ich bin schließlich selber Rheinländerin."

Quelle: RP
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