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Monheim
Stadt geht stärker gegen Einkaufswagen-Klau vor

Monheim: Stadt geht stärker gegen Einkaufswagen-Klau vor
"Herrenloser" Einkaufswagen an der Lichtenberger Straße in Monheim. Etwa zehn sollen täglich bei Kaufland im Berliner Viertel verschwinden. FOTO: rm-
Monheim. Im Berliner Viertel sammeln sich an manchen Stellen bis zu 40 "entliehene" Rollkörbe. Stadtteilmanager Georg Scheyer und Eigentümer Kaufland reagieren jetzt mit Kontrollen und Flugblättern. Von Thomas Gutmann

Bis hin zum Rhein werden immer wieder Einkaufswagen "entführt". "Es gibt tatsächlich Leute, die ihn dann als Grill benutzen", sagt Georg Scheyer kopfschüttelnd. Schnell fügt er hinzu: "Die müssen aber nicht aus dem Berliner Viertel kommen." Denn der Stadtteilmanager der Monheimer Hochhaussiedlung sieht sich auch als "Anwalt" ihrer rund 11.000 Bewohner. Den massenhaften Diebstahl von Einkaufswagen will er deshalb nicht noch zusätzlich dramatisieren. Doch die Stadt und der Groß-Supermarkt Kaufland, der von dem Problem besonders betroffen ist, sind sich einig: So geht es nicht weiter.

Zahlen nennt Kaufland nicht. Doch dem Vernehmen nach verschwinden im Tagesdurchschnitt etwa zehn Wagen von dem Shopping-Gelände an der Friedrichstraße. Die Mehrheit dürfte - weil nur "ausgeliehen" - nach Tagen oder Wochen wieder ins Supermarkt-Depot zurückgelangen. "Aber dann sind sie oft verdreckt. Zudem leiden die Rollen unter Wegen und Wiesen, für die sie nicht konstruiert sind", sagt Scheyer. Die Folge: So ein etwa 100 Euro teurer Einkaufswagen ist deutlich früher verschlissen als in acht Jahren, der durchschnittlichen Lebensdauer inklusive Wartung. Für Kaufland ist der Schwund nach Worten von Unternehmenssprecherin Andrea Kübler nicht nur aus finanziellen Gründen "sehr unglücklich". Denn Einkaufswagen, die irgendwo im Berliner Viertel herumstehen, fehlen natürlich im "Fuhrpark" für die Kundschaft. "Außerdem wird die Optik der Stadt negativ beeinflusst", sagt Scheyer.

Eine angesichts der tatsächlichen Lage noch rosige Zustandsbeschreibung: An "neuralgischen Punkten" wie der Lichtenberger Straße, der Brandenburger Allee oder der Weddinger Straße sind es mitunter bis zu 40 Wagen, die - teils umgekippt - den Eindruck von Verwahrlosung erwecken. Scheyer spricht sogar von "latenten Gefahrenstellen". Grund: Nicht jeder Rollkorb steht bloß so im Straßenraum, dass er spöttische Facebook-Einträge hervorruft wie: "Gilt das Parkverbot für mich (den abgebildeten Einkaufswagen) etwa nicht?!"

Stadt und Kaufland versuchen seit geraumer Zeit, das Problem einzudämmen. So kümmerten sich die Aktiven eines Dreck-weg-Tags im Sommer 2014 auch um "herrenlose" Einkaufswagen. 33 wurden damals zusammengeschoben und zurückgebracht. Inzwischen schickt Kaufland selbst seine Mitarbeiter regelmäßig ins Berliner Viertel, um sein Eigentum einzusammeln. "Die Stadt Monheim unterstützt uns zudem, indem sie Einkaufswagen, die in etwas weiterer Entfernung gestrandet sind, auf dem Bauhof sammelt und wir diese mit einem Fahrzeug abholen", berichtet Firmensprecherin Kübler.

Stadtteilmanager Scheyer spricht von "Folgekosten in vierstelliger Höhe" (fürs Sammeln und Reinigen). Deshalb soll den Rollkorb-"Entleihern" jetzt verstärkt klargemacht werden: Einkaufwagen-Diebstahl ist "kein Kavaliersdelikt". So soll ein Hausordnungsdienst den Wagenklau nach Möglichkeit gleich vor dem Supermarkt unterbinden. Scheyer wiederum lässt ein Flugblatt an die rund 3500 Haushalte im multikulturell geprägten Berliner Viertel verteilen.

Seine Botschaft: Die Wagen sind nicht dafür gedacht, dass man darin seine Einkäufe bis vor die eigene Haustür befördert.

Quelle: RP
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